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Mühlenromantik en miniature: Eichhörnchengrund ist zum Mühlentag am Pfingstmontag besonders lohnend

Mühlenromantik en miniature: Eichhörnchengrund ist zum Mühlentag am Pfingstmontag besonders lohnend

Im vergangenen Jahr gab es einen über Facebook organisierten deutschlandweiten Wettbewerb. Gesucht wurde "Der ideale Ort". 513 Projekte bewarben sich. Bis auf den 15. Platz schaffte es die Schulze-Mühle im Eichhörnchengrund am Ortsausgang von Gauernitz.

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Mit Leidenschaft sorgt Werner Hebeld dafür, dass die Schulze-Mühle stets funktionstüchtig ist.

Quelle: Bernd Lichtenberger

Ein tolles Kompliment für eine Mühle! Dabei stand am Gauernitzbach nie eine Mühle. Jedenfalls keine, mit der ein Müller einst seine Brötchen verdiente. Das Mehl, das die Schulze-Mühle mahlt, wird nicht in Zentnern, sondern in Gramm gewogen, denn die Schulze-Mühle ist eine Miniatur im Maßstab 1 : 5. Rein äußerlich verraten auf den ersten Blick eigentlich nur die Blumen auf dem Grundstück, dass da mit der Maßstäblichkeit etwas nicht ganz stimmt.

Die von Sandstein eingefasste Eingangstür mit den in Stein gehauenen Jahreszahlen 1794 - 1974 sieht wie alle Gebäudeteile absolut echt aus, ist aber kaum 30 Zentimeter hoch. Ins Mühleninnere man kommt durch eine Tür, die auf der Giebelseite vom Kellergeschoss bis zum Obergeschoss reicht.

30 Jahre an Modell gebastelt

Diese Detailtreue verdankt die Mühle ihrem Erbauer Günther Schulze. Der Denkmalpfleger hat 30 Jahre an der Anlage gearbeitet, die heute als kleinste, begehbare und noch produzierende Wassermühle Deutschlands gilt. Für Besucher war die Mühle dann bis ins Jahr 2000 geöffnet. Nach Schulzes Tod und einigen Jahren des Verfalls haben Werner Hebeld und seine Frau Ilona ehrenamtlich das Erbe von Günther Schulze angetreten.

In unzähligen Stunden wurde die Mühle in altem Liebreiz wieder hergestellt und die komplizierte Modelltechnik in ihrem Inneren wieder zum Laufen gebracht. "Wenn wir den Verrückten nicht hätten, sehe es hier anders aus. Man kann das gar nicht genug schätzen", sagt Gerold Mann mit Blick auf Hebeld. Mann ist Bürgermeister der Gemeinde Klipphausen, zu der Gauernitz als Ortsteil gehört. Ein Jahr nach Schulzes Tod hatte die Gemeinde das rund 2000 Quadratmeter große Grundstück von der staatlichen Bodenverwertungsgesellschaft gekauft.

Liebe für die "kleinen Dinge"

"Die Mühle war in einem traurigen Zustand, die Gebäude dem Verfall preisgegeben. Ich habe ein Jahr gebraucht, um das Modell teilweise neu zu bauen, zu reparieren und wieder zum Laufen zu bringen", erinnert sich Werner Hebeld. Der Bauhof der Gemeinde hatte sich des Geländes angenommen und auch das Fachwerk der kleinen Mühle saniert. Seit dem 1. April 2011 kann Hebeld den Besuchern zeigen, dass alles wieder funktioniert. Auch das mit winzigen Plastik-Schindeln gedeckte Dach ist seit vorigem Jahr wieder komplett. Dafür hat Hebeld ebenfalls gesorgt. "Als Werkzeugmacher haben mich immer kleine Dinge interessiert", begründet der heute 72-Jährige seine Liebe zu der Miniaturanlage im Eichhörnchengrund.

Transmissionsriemen kannte Werner Hebeld noch aus seiner Lehrzeit, auch am Fingerspitzengefühl mangelt es ihm nicht, wie ihm Bürgermeister Mann bescheinigt. Aber zu einem Müller gehört mehr. Der Rentner beließ es deshalb nicht beim Studium von Fachliteratur. Er schaute sich in anderen Mühlen - unter anderem in der Zschonermühle - um und freute sich über jeden Tipp, den er von echten Müllern bekam. Das Ergebnis kann man heute in der Schulze-Mühle nicht nur sehen, sondern auch schmecken.

Angetrieben wird das Mini-Mahlwerk vom Wasser des Gauernitzbaches. Von einem Wehr wird es der Mühle über einen kleinen Mühlgraben zugeführt. "Manche Besucher glauben an einen Trick, wenn ich die Klappen von dem oberschlächtigen Wasserrad öffne und das Mahlwerk nach einer Weile zu arbeiten beginnt", lacht Hebeld und fügt hinzu: "Wenn dann alles läuft, wissen die Besucher gar nicht, wo sie zuerst hinsehen sollen." Die Faszination und Begeisterung seiner Besucher sind sein Lohn. Sein größter Wunsch ist es, das funktionierende Kraftwerk (Maßstab 1:5) wieder an seinem alten Platz im kleinen Maschinenhaus zeigen zu können. Leider steht es im "Drei-Brüder-Schacht" in Zug bei Freiberg und alle Bemühungen, es zurück zu bekommen, blieben bisher erfolglos.

Klipphausen abklappern

Im vergangenen Jahr war die Schulzemühle an 29 Sonntagen, 36 Wochentagen und zum Deutschen Mühlentag geöffnet. Auch in diesem Jahr empfängt sie am Pfingstsonntagmontag und Pfingstmontag von 10 bis 17 Uhr ihre Gäste. Im Verbund mit den anderen Mühlen der Region. Dazu gehören die Zschonermühle im Dresdner Zschonergrund, die Fichtenmühle im Klipphausener Ortsteil Garsebach, die Lehmannmühle in Klipphausen, die Miltitzer Mühle im gleichnamigen Ortsteil von Klipphausen, die Mittelmühle im Klipphausener Ortsteil Garsebach, die Neidmühle Roitzschen in der jetzt zu Klipphausen gehörenden ehemaligen Gemeinde Triebischtal, die Preiskermühle in Semmelsberg bei Meißen und Klipps Wasserwelt in Klipphausen. "Wahrscheinlich sind wir die Gemeinde in Sachsen, die die meisten Wassermühlen hat", glaubt Bürgermeister Mann. Gerade im Mühlentag sieht er deshalb einen guten Grund, Klipphausen und seine Ortsteile "abzuklappern".

iMehr Infos über den Mühlentag: www.muehlen-dgm-ev.de/dmt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.05.2013

Bernd Lichtenberger

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