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Mühlenbäcker Matthias Deußing in Schmilka versorgte während der Elbeflut die Einwohner

Mühlenbäcker Matthias Deußing in Schmilka versorgte während der Elbeflut die Einwohner

Er ist der Held von Schmilka. Mühlenbäcker Matthias Deußing versorgte während der Elbeflut die dagebliebenen Einwohner täglich mit frischem Brot. Das Dorf war eine Woche lang von der Außenwelt abgeschnitten.

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Großbaustelle Schmilkaer Mühle: Bauarbeiter bearbeiten den Fels und setzten Stützmauern neu. Die Arbeiten gehören zur Wiederbelebung des Gasthofes. Trotz der Baustelle hat die Mühlenbäckerei täglich geöffnet.

Quelle: Mike Jäger

Es gab kein Strom. Der Backofen war aber immer an. Elektrizität benötigt Deußing für seinen Steinofen nicht. Um Mitternacht brennt er täglich das Holz an. Die Steine heizen sich auf. Wenn das Holz abgebrannt ist, fegt er die Asche heraus und schiebt Brot, Brötchen, Kuchen und Pizza in den Ofen hinein. Deußing backt wie vor über 200 Jahren. Es scheint, als sei die Zeit in der Schmilkaer Mühle stehen geblieben.Ist sie aber nicht.

Im September wird die Mühlenbäckerei erst ein Jahr alt. Sven-Eric Hitzer, Besitzer des Bio-Hotels Helvetia, hat das Mühlrad am Wanderweg zum Großen Winterberg wieder angeworfen. Grundsteinlegung für das Haus war bereits 1665, im Gründungsjahr Schmilkas. Im 19. Jahrhundert verlor die Mühle ihre wirtschaftliche Bedeutung. 1875 wurde erst die Mahlmüllerei stillgelegt, 1881 folgte die Bäckerei. "Es ist die einzige Quellwassermühle", berichtet Hitzer. Die Illmenquelle treibt das Wasserrad und damit das Mühlwerk an. "Hier ist alles 100 Prozent Bio", fährt Bäcker Deußing fort. Die Mühlsteine zermahlen Dinkel zu Mehl für seine Backstube.

Ruhig ist es derzeit nur in den Morgenstunden, wenn er den Teig knetet. Denn in und rings um die Mühle wird überall malocht. Die Mühlenbäckerei ist erst der Anfang. Rumpelstilzchen hat die Losung im Märchen quasi schon vorweggenommen: "Heute back ich, morgen brau ich." In den alten Gemäuern entsteht, wie Hitzer beschreibt, eine "Getreideerlebniswelt". Bald können Besucher auch einem Bierbrauer über die Schulter schauen. Hitzer baut in der Mühle eine "Biermanufaktur". Neben einem süffigen Bergsteigerbier soll sich sein Haus auf Premiumbiere für die gehobene Gastronomie spezialisieren. "30 bis 40 verschiedene Hopfen werden wir hier verarbeiten", berichtet Hitzer.

Bis der erste naturtrübe und obergärige Gerstensaft aus dem Hahn läuft, steht aber noch viel Arbeit an. Bauleute dichten derzeit das Mauerwerk für den Raum mit den Gärkesseln ab. Der fast fertig restaurierte Mühlensaal wartet auch noch auf sein Herzstück. "Im September kommt das Sudwerk. Es steht mitten im Saal", so Hitzer. Drumherum können die Besucher der Brauereigaststätte Platz nehmen. Auf dem Mühlengrundstück entsteht außerdem ein Badehaus.

Die Mühle ist nicht die einzige Baustelle von Hitzer. An der Verengung an der Bundesstraße saniert er das Zollhaus mit dem ehemaligen Café Richter. Hier soll ein Bioladen mit Bistro entstehen. Insgesamt investiert er 2,5 Millionen Euro, reichlich 1,8 Millionen steckt er allein in die Mühle. Mitte 2014 soll das Bio-Resort in Schmilka fertig sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.07.2013

Silvio Kuhnert

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