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Moritzburg hat seinen Festsaal wieder - Größter Saal im Schloss wieder Teil der Ausstellung

Moritzburg hat seinen Festsaal wieder - Größter Saal im Schloss wieder Teil der Ausstellung

Der historische Festsaal, ein Kernstück der musealen Ausstellung in Schloss Moritzburg, ist nach drei Jahren wieder zugänglich. "Seit den 1930er Jahren hat der Festsaal nicht wieder diese Pracht gehabt", zeigt sich Schlossleiterin Ingrid Möbius zufrieden mit den Sanierungsarbeiten im Saal.

Moritzburg.

Dort ist jetzt die bereits 2002 erstmals aufgebaute große Speisetafel zu sehen, auf der 24 Gedecke Meißner Porzellans mit dem Dekor Roter Drache platziert sind, das bis 1918 allein dem sächsischen Hof vorbehalten war. An den Wänden hängen 71 Geweihe, die auf geschnitzte und bemalte Hirschköpfe gesetzt sind. Zwei Mitarbeiter seien eine Woche lang nur damit beschäftigt gewesen, den Saal einzurichten, betont Möbius. Besucher sollen im Festsaal einen Eindruck von der höfischen Tafelkultur erhalten, weshalb alles so eingerichtet ist, als wollte die adelige Gesellschaft im nächsten Moment auf den Stühlen Platz nehmen. Der Raum, der der größte im ganzen Schloss ist, wurde 1727 eingerichtet und vom sächsischen Hof für Bankette sowie für Theater- und Musikaufführungen genutzt.

Generalüberholung für den Festsaal

3,5 Millionen Euro hat der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) investiert. Der Löwenanteil entfiel dabei allerdings in den Einbau einer modernen Küche für das Schlossrestaurant. Die Küche liegt genau unter dem Festsaal. Um Statik und Brandschutz gerecht zu werden, habe man die Küchendecke und den Saalboden von beiden Seiten öffnen müssen, erläutert Matthias von Rüdiger von der SIB. Da habe es nahe gelegen, den Festsaal gleich mit zu sanieren. Dort haben nicht nur die Wände einen neuen Anstrich und der Fußboden eine Generalüberholung bekommen. Auch jedes der 71 Geweihe wurde abgenommen, gereinigt, überprüft und, wenn nötig, restauriert. Auch das historische Parkett hat die Arbeiten überstanden und liegt inzwischen wieder an Ort und Stelle. Wie bei alten Gemäuern üblich habe man viel Geld in die Haustechnik und auch in eine neue Alarmanlage investieren müssen, sagt von Rüdiger. Rund 400 000 Euro stecken im Saal, auch wenn man das meiste davon gar nicht sehe.

Dafür kommt dort neben der nach historischen Kupferstichen arrangierten Speisetafel anderes zur Geltung. 52 sogenannte Spielkartengläser hat etwa der Schloss-Freundeskreis angeschafft. Es handelt sich um Kopien von Originalen, die seit dem 18. Jahrhundert zur Ausstattung des Saals gehörten, aber spätestens nach 1945 verschwanden, wie Vereinsvorstand Konrad Seidel sagt. Nur zwei Originale habe man in Pillnitz aufgestöbert, wo sie einer tschechischen Spezialfirma als Anschauungsobjekte für die Nachbildungen dienten. Die Gläser, die jeweils eine Spielkarte eines französischen Blatts zum Dekor haben, befinden sich jetzt auf zwei originalen Kabinettschränken im Saal. Was genau aus ihnen getrunken wurde, habe man nicht rekonstruieren können, sagt der Schloss-Museologe Ralf Giermann. Wahrscheinlich Wein, vielleicht auch Bier.

Tafelsilber-Ausstellung geplant

Im benachbarten Raum, dem so genannten Buffetzimmer, sind ebenso Neuanschaffungen zu sehen. Es handelt sich um Tafelsilber der Wettiner. "Viele der Stücke tragen eine Inventarnummer der Dresdner Hofsilberkammer", sagt Giermann. Mit der Anschaffung der insgesamt 21 Stücke, zu denen Teller, Platten, eine Sauciere, Leuchter und vieles mehr gehören, habe man vor etwa drei Jahren begonnen. Ein Teil der Kaufsumme von etwas mehr als 50 000 Euro stamme dabei aus Einnahmen der Aschenbrödel-Ausstellungen, die Schloss Moritzburg in den letzten Wintern einen unerwarteten Publikumsansturm beschert haben. Die letzte Schau zum deutsch-tschechischen Märchenfilm ist übrigens auch ein Grund dafür, warum der Festsaal erst jetzt wieder im alten Glanz erstrahlt. Er wurde als Ausstellungsraum benötigt.

Das Tafelsilber wird derzeit in relativ einfachen Vitrinen im noch nicht sanierten Buffetzimmer präsentiert, soll aber in fünf Jahren Teil einer großangelegten Ausstellung werden. 2019 jährt sich die mit größtem Pomp gefeierte Hochzeit des späteren Sachsen-Kurfürsten Friedrich August II., den dessen Vater August der Starke mit der Kaisertochter Maria Josepha verbandelt hatte, zum 300. Mal. Im sogenannten Backturm des Schlosses soll es aus diesem Anlass eine Schau zur Fest- und Tafelkultur des sächsischen Hofes geben. Ein Plan, den man beim SIB nach Kräften unterstützen wolle, wie von Rüdiger sagt. Nach Ansinnen des Staatsbetriebs sollen alle Bauarbeiten im Schloss bis dahin abgeschlossen sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.08.2014

Uwe Hofmann

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