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Moritzburg: Kutscher sollen Pferdeäpfel künftig eintüten

Moritzburg: Kutscher sollen Pferdeäpfel künftig eintüten

Ab 2014 sollen in Moritzburg Säcke an Kutschen Pflicht werden, die den Kot von Pferden auffangen. Dies bestätigte Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) gestern gegenüber den DNN.

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Pferdegespanne sind aus Moritzburg nicht wegzudenken. Doch der Kot der Tiere sorgt für Ärger. Eigentlich werden die Straßen zwei bis drei Mal pro Woche gereinigt. Unternehmen, Landgestüt und Gemeinde zahlen dafür. Das Prozedere steht vor dem Aus.

Quelle: Stephan Klingbeil

Damit reagiert die Gemeinde auf die seit Jahren anhaltenden Beschwerden von Einwohnern über mit Pferdeäpfeln gepflasterte Straßen. Das neue Modell soll Abhilfe schaffen.

Fix sei das Vorhaben jedoch noch nicht. "Zunächst ist auf Anregung der Kutscher ab diesem Oktober eine Testphase geplant", erklärt Hänisch. Entsorgt werden können die Säcke an den Haltepunkten am Schlossplatz und am Fasanenschlösschen. Ende November sei dann ein Treffen mit Kutschern geplant, um Bilanz zu ziehen. Bewähren sich die Kacksäcke, werden sie im Januar 2014 eingeführt. Dann bekommen nur noch diejenigen Fuhrunternehmer von der Gemeinde eine Stellplatzgenehmigung am Schlossplatz, die solche Säcke verwenden. Eine von einzelnen Kutschern angeregte Abgabe für alle Pferdebesitzer sei rechtlich nicht machbar und nicht geplant. Im Gegenzug fiele mit dem Säcke-Modell aber die bisherige Reinigungspauschale weg, so Hänisch.

Seit mehreren Jahren wird solch eine Gebühr erhoben. Mit dem Geld bezahlt die Gemeinde Reinigungskräfte, die zwei bis drei Mal pro Woche die Straßen von Pferdeäpfeln befreien - laut Hänisch reicht das aber offenbar nicht aus. Die Kosten für das bisherige Prozedere liegen laut Kämmerin Martina Klotsche bei über 13 400 Euro pro Jahr. Fuhrunternehmen, Landgestüt Moritzburg und Gemeinde übernähmen dabei jeweils ein Drittel. Die Pauschale richtet sich nach der Anzahl der Gespanne eines Fuhrunternehmens. Die monatliche Gebühr fällt außerdem auf auswärtige Kutscher, die am Schlossparkplatz stehen dürfen. Insgesamt sind dies derzeit insgesamt sechs Unternehmen.

Kurt Gürntke von Kremser und Kutschfahrten Axel Gürntke aus dem Radeburger Ortsteil Bärwalde sagt etwa, dass der Familienbetrieb derzeit 85 Euro pro Monat beisteuere. Der 85-Jährige sei der älteste Kutscher vor Ort und sieht dem angedachten Modell mit den Säcken gelassen entgegen. An die Säcke würden sich die Tiere wohl mit der Zeit gewöhnen. In anderen Städten funktioniere das Verfahren auch schon. In Salzburg und Wien etwa müssen die Pferdeäpfel aufgefangen werden, auch in Dresden gebe es so etwas. In Meißen sind Anbieter von Kutschenrundfahrten verpflichtet, die Hinterlassenschaften direkt aufzufangen und zu beseitigen.

In Moritzburg gibt es seitens einiger Kutscher aber auch Kritik am neuen Säcke-Modell. Eine Kutscherin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen mag, moniert, dass sie sich womöglich neue Pferde anschaffen müsste, wenn ihre Tiere sich nicht mit den Säcken anfreunden würden. Die Pferde könnten dann teils ihren Schweif nicht mehr benutzen, um die lästigen Fliegen und Mücken zu vertreiben, sagt sie. Ob das neue Modell taugt, werde aber die Testphase zeigen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.08.2013

Stephan Klingbeil

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