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Mobiler Startberg mit Massage - Hermsdorfer baut komfortable Seilwinden für Gleitschirmflieger

Mobiler Startberg mit Massage - Hermsdorfer baut komfortable Seilwinden für Gleitschirmflieger

Wer hoch hinaus will, braucht einen guten Motor. Das gilt für Gleitschirmflieger, denen der 2000 Meter hohe Berg fehlt, um sich von dessen Spitze elegant ins Tal zu schwingen.

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"Felix" hat Firenc Jarnovicz den Prototypen seiner selbst konstruierten Seilwinde genannt.

Quelle: Madeleine Arndt

Ottendorf-Okrilla. Auf dem Militärflugplatz in Großenhain zog lange Zeit eine betagte Seilwinde die Hobbypiloten in die Lüfte. "Bei Flugwetter war die alte Winde oft kaputt, das war immer ärgerlich", sagt Firenc Jarnovicz.

Der Kfz-Meister aus Hermsdorf, den alle Felix rufen, hat vor sieben Jahren das Fliegen für sich entdeckt. "Einfach den Gleitschirm in den Kofferraum schmeißen und du kannst überall losmachen, wo ein Berg oder eine Motorwinde in der Nähe ist", schwärmt der Mechaniker und wird poetisch: "Eine Winde ist der mobile Startberg." Nur sehen die meisten Seilwinden auf den Flugplätzen abenteuerlich konstruiert oder historisch gewachsen aus. Bei Gewichten über 50 Kilo beginnen manche zu ruckeln. Firenc Jarnovicz wollte aber nicht nach oben gezerrt werden und deshalb entschied er vor vier Jahren, selbst eine Winde zu konstruieren.

Der gebürtige Ungar, den die Liebe vor 42 Jahren nach Deutschland führte, erntete zunächst von eben dieser Skepsis. "Meine Frau und mein Sohn glaubten nicht, dass ich das hinkriege", sagt der 59-Jährige. Doch nach einigen Fehlschlägen passierte im vergangenen Jahr tatsächlich der Prototyp den TÜV. Gebaut hat Firenc Jarnovicz eine Luxuswinde. Die Maschine, die auf einem Autoanhänger montiert ist, ist farbig in rot und schwarz durchkomponiert, voll verkleidet und hat Armaturen von einer Firma, die auch für Audi und VW pro- duziert. Die Griffe der Bedienhebel sind mit Ziegenleder ummantelt. "Das kommt handgenäht aus London", sagt Jarnovicz. Und der Sitz dürfte der Traum ei- nes jeden Windenfahrers sein. Er hat nicht nur eine Heizung für kalte Tage, sondern sogar verschiedene Massagestufen. "Es ist die erste umweltfreund- liche Seilwinde, denn sie hat einen ge- regelten Katalysator", betont der Kfz-Meister außerdem. Zusätzlich zum Gerät gibt es ein Kamerasystem, über das der Windenfahrer den Piloten im Blick hat. Denn der ist beim Start gut anderthalb Kilometer von der Maschine entfernt.

Nach dem Prototypen hatte Jarnovicz noch drei weitere Winden gefertigt und sogleich verkauft. In Leerlaufzeiten in seiner Autowerkstatt schraubt der Hermsdorfer an den nächsten Winden. Er baut auf Vorrat. Bis eine neue Zugmaschine zusammengebaut, eingestellt und getestet ist, können schon mal zwei Monate ist Land gehen, schließlich ist alles Handarbeit, wie Jarnovicz erklärt. Der Preis für die Maschine liegt dementsprechend im fünfstelligen Bereich.

Der Prototyp, der den Namen Felix trägt, steht jetzt auf dem Großenhainer Flugplatz und zieht nach Bedarf Gleitschirmflieger, Drachenflieger, Paraglider und sogar Fallschirmspringer hoch. Und natürlich Firenc Jarnovicz und zwar sanft, wie er betont.

www.felix-windenmanufaktur.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.07.2014

Madeleine Arndt

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