Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Mittel gegen Motorradlärm im Müglitztal gesucht

Mittel gegen Motorradlärm im Müglitztal gesucht

Aus viel Lärm wird durch Rüttelstreifen noch viel mehr Lärm. Daran gebe es nichts zu deuteln, befand Landrat Michael Geisler (CDU). Die Querstreifen, die - auf Straßen aufgebracht - Auto- und Motorradfahrer zu vorsichtiger Fahrt animieren können, sind für das Müglitztal kein Thema.

Sie dürften in Sachsen nur im Rahmen von Pilotprojekten getestet werden, sagte Heiko Weigel, Beigeordneter für Bau und Umwelt im Pirnaer Landratsamt. Und die Zahl der Pilotprojekte sei ausgereizt. Außerdem würden sie nicht helfen, Verkehrslärm zu mindern, wie sich das die Interessengemeinschaft (IG) gegen Motorradlärm im Müglitztal vorstellt, zitierte Peer Barthel, Chef der Verkehrspolizei aus Dresden, entsprechende Untersuchungen. Höchstens die gefahrenen Geschwindigkeiten könnten mittels der Streifen reduziert werden. Aber Raser seien auf der Staatsstraße von Dohna nach Geising kein Thema. Auch nicht unter Motorradfahrern. Geisler hatte am Mittwochabend ins Landratsamt geladen. Anlass war die schon seit wenigstens 2010 laufende Diskussion über nervigen Lärm im Müglitztal, der aus Sicht der IG vor allem von Motorradfahrern herrührt. Die IG-Mitglieder hätten dabei vor allem die Müglitztalstraße selbst und den so genannten "Brenner" angesprochen, die Staatsstraße von Lauenstein hinauf auf die Höhe neben der Müglitz-Talsperre und weiter nach Liebenau. Der IG schweben unter anderem Straßensperrungen zur Lösung des Problems vor. Aus Sicht des Landratsamtes sind die aber kein Thema. Dabei verweisen die Verantwortlichen u.a. auf die Tourismuswirtschaft.

"Es muss etwas passieren", ist der Landrat überzeugt, der selbst Motorradfahrer ist. Und die Vertreter mehrerer Motorradfahrer-Clubs, die er zum Gespräch geladen hatte, stimmten ihm zu. Denn sie lehnen Straßensperrungen für Biker rundweg ab, wissen aber, dass es schwarze Schafe gibt. Ruhestörer, die keine Rücksicht auf Anwohner nehmen. Allerdings hänge die Lautstärke eines Motorrads nicht nur von der Fahrgeschwindigkeit ab, gab Gerd Schneider zu bedenken, einer der von Geisler geladenen Vertreter der Motorradfahrergemeinschaft. Wieder stimmte Barthel zu. "Das individuelle Fahrverhalten ist entscheidend", sagte der Verkehrspolizei-Chef. Fährt ein Motorrad mit hoher Motordrehzahl, kann es trotz gesetzeskonformer Auspuffanlage so laut sein, dass Unbeteiligte dies als Lärm empfinden.

Obwohl es auf der insgesamt schon 38,2 Kilometer langen Müglitztalstraße schon "sagenhafte" 27 Geschwindigkeitsbeschränkungen gibt, wie Weigel sagte, sollen nun weitere Tempolimits geprüft werden. Demnach könnte eine 70er-Zone bei Mühlbach künftig verlängert werden, um Raser zu bremsen. Doch auch Weigel räumte ein: Tempolimits helfen nur bedingt gegen Lärm, auf die Fahrweise kommt es an. Und mit Rasern gebe es im Müglitztal ohnehin keine Probleme. Mit Ausnahme von Schlottwitz. Dort fahren 77 Prozent aller Nutzer der S178 zu schnell. Dass in Schlottwitz nicht mehr passiert, sei auf die große Übersichtlichkeit der dort schnurgerade verlaufenden Müglitztalstraße und die breiten Fußwege zurückzuführen, sagte der Beigeordnete.

Auch Unfallschwerpunkte gibt es nicht auf der Müglitztalstraße. Die bundesweit gültige Definition dafür lautet: Es müssen sich dort entweder fünf Unfälle gleichen Typs in einem Jahr ereignet haben, also etwa fünf Karambolagen, die auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen sind. Oder es gab fünf schwere Unfälle mit Verletzten binnen drei Jahren. Nichts davon gilt derzeit für die Müglitztalstraße, auch wenn es dort in den zurückliegenden Jahren "einzelne, teilweise schwere Motorradunfälle" gab, sagte Weigel. Neben neuen Tempolimits sollen nun Möglichkeiten gesucht werden, um für mehr Toleranz für die Biker zu werben. Parallel dazu sollen künftig mehr Geschwindigkeitskontrollen stattfinden, kündigte Barthel an. Außerdem hofft Geisler auf die hiesigen Motorradclubs. Sie könnten helfen, mäßigend auf Krachmacher einzuwirken und die Sinne der Biker für die Belange der Anwohner zu schärfen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.10.2014

Springer, Christoph

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr