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Mit eigenen Gesicht - Isa Brützke, Heike Dittrich, Katrin Jähne stellen in Pulsnitz aus

Mit eigenen Gesicht - Isa Brützke, Heike Dittrich, Katrin Jähne stellen in Pulsnitz aus

Drei Künstlerinnen, geboren 1963. Die Thüringerin Isa Brützke ging die ersten Schritte zur Kunst in Weimar und in einer Förderklasse an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst.

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Isa Brützke: Tansania, Aquarell.

Quelle: Galerie

Heike Dittrich aus Bautzen absolvierte die einst von Hans Kutschke geleitete Außenstelle der Abendschule der Hochschule für Bildende Künste Dresden in Nadelwitz und Katrin Jähne, gebürtige Dresdnerin, machte zunächst eine Ausbildung zur Retuscheurin an der Porzellanmanufaktur Meissen. Es folgte das Studium an einer der Kunsthochschulen der DDR, für alle drei mehr oder weniger geprägt von den Umbrüchen des Jahres 1989. Gleichwohl sind die derzeit in der Galerie des Pulsnitzer Ernst-Rietschel-Hauses ausstellenden Künstlerinnen ihren Weg zielstrebig weiter gegangen, wenn auch vom Kunstmarkt nicht mit offenen Armen aufgenommen.

Brützke, Diplom als Gebrauchsgrafikerin 1991 in Halle/Burg Giebichenstein, ist seit 2002 Buchgestalterin des Domowina Verlags. Schon immer sah sie ihr künstlerisches Feld vor allem im angewandten Bereich. Anders ist das bei Dittrich, die zunächst in Berlin-Weissensee (1982-86) studierte, wobei ihr allerdings die Beziehungen zu den Künstlern Christa und Lothar Böhme wichtiger waren. Nach einem Wechsel nach Dresden 1989 zu Johannes Heisig ging sie dennoch ohne Diplom, holte es dann 1996 bei Claus Weidensdorfer nach. Ein Jahr zuvor hatte sie den Bautzener Kunstpreis erhalten. Der Bautzener Herbstsalon sah sie als regelmäßige Teilnehmerin. Und 2007 eröffnete sie eine eigene Malschule. Jähne wiederum studierte zwischen 1987 und 1992 in Dresden. Ihre Lehrer Helmut Heinze und Gerd Jaeger waren von der klassischen Bildhauerei des 20. Jahrhunderts geprägt, schätzten aber Lehmbruck, Moore und Marini nicht weniger. Betrachtet man verschiedene Terrakottaarbeiten, so spürt man Affinitäten zu Moore, aber auch zu archaischen Formen.

In Pulsnitz nun zeigt jede der Künstlerinnen ihr eigenes Gesicht. Von Isa Brützke fallen zuerst die mit scheinbar leichter Hand hingeworfenen Afrikaaquarelle ins Auge, die mit großer Unmittelbarkeit die unglaublichen Farben Namibias und so auf wunderbare Weise das Atmosphärische des Landes einfangen. Ganz dem Schwarz-Weiß verpflichtet ist dagegen eine mit feinen Federstrichen gearbeitete Serie, deren einzelne Motive wohl, wie die Gedichte, zu denen sie entstanden, zwischen Realität und Traum schweben, eine surreale Wirkung entfalten. Sie zeigen eine ganz eigene illustratorische Handschrift, die gleichermaßen dem jeweiligen Autor entspricht, aber auch unabhängig davon ihre Wirkung entfaltet. Wieder finden kann man die Zeichnungen in einem Gedichtband sorbischer und tschechischer Autoren aus dem Domowina Verlag.

Die Tierzeichnungen von Heike Dittrich, vor allem mit Pinsel und schwarzer Tusche ausgeführt, teilweise mit weißer Acrylfarbe gehöht, stellen einen ganz besonderen Höhepunkt dar. Es ist bemerkenswert, wie die Künstlerin mit wenigen Pinselstrichen einen Tiercharakter sichtbar macht. Damit reiht sie sich durchaus in die große qualitätvolle Reihe der Künstler gerade aus dem Dresdner Raum ein, zu deren bedeutendsten im 20. Jahrhundert zweifellos Josef Hegenbarth, Wilhelm Rudolph, ebenso Erich Fraass oder Etha Richter gehörten. Ungemein berührend ist zudem Dittrichs "Harlekin". Auch hier gelingt mit einfachen malerischen Mitteln, charakteristischen Linien und zurückhaltenden Farben eine Figur, die Sinnbild für Melancholie und Besinnung ist. Ein wenig erinnert diese an eine vergleichbare Darstellung des Dresdners Frank Voigt aus der DDR-Endzeit (heute Galerie Neue Meister).

Diese existenzielle Ausrichtung verbindet sie mit Katrin Jähne, in deren Werken es etwa um Gebundensein und sich Erheben, um Zwänge und Freisein geht. "Im Kreis", "Eingespanntsein" oder "Im Wind" sind zu nennen. Der Wind (des Lebens) hinterlässt sichtbare Spuren. Sie zeigen sich im zerfledderten Gewand und auch in der Haltung einer kleinen Figur. Und was würde den Drang, sich frei zu machen, besser ausdrücken als "Davonfliegen"? Zugleich gelingt es Jähne, ein sich Besinnen auszudrücken, diesem eine wunderbare Innerlichkeit zu verleihen. Dies gilt gleichermaßen für einen kleinen liegenden Torso wie eine große "Gewandfigur", die ein wenig den Charakter einer Altarfigur gewinnt, geht von ihr doch etwas unbestimmt Spirituelles aus. Zu verweisen ist noch auf das hauptsächlich verwendete, wirkungsvolle Material: Papiermaché, das an der Oberfläche einen metallischen Glanz hat.

Gewiss: eine Dreierausstellung überfordert räumlich fast das Ernst-Rietschel-Haus. Gleichwohl - so ist es ja häufig an diesem Ort - findet der Besucher eine würdige Ausstellung dieser Künstlerinnen.

ibis 11. August, Do, Fr, So 14 bis 17 Uhr, Kontakt: 035955-44246

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.08.2013

Lisa Werner-Art

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