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Ministerium prüft Säbel-Zerstörung: Historische Waffen aus Oberauer Schlossteich eingeschmolzen

Ministerium prüft Säbel-Zerstörung: Historische Waffen aus Oberauer Schlossteich eingeschmolzen

Der Skandal um zerstörte historische Säbel aus dem Schlossteich Oberau in der Gemeinde Niederau beschäftigt derzeit das Sächsische Innenministerium.

Niederau.

Mehrere alte Waffen, die vermutlich aus dem 19. Jahrhundert und aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammten, waren kurz vor Ostern vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Polizeiverwaltungsamts im Schlamm des trockengelegten Teichs aufgespürt, abtransportiert und später auf Grund einer Vorschrift "aus Platzgründen" von den Behörden eingeschmolzen worden.

"Warum in diesem Fall nicht wie sonst üblich mit einem Museum zusammengearbeitet wurde, ist jetzt Gegenstand einer Untersuchung", sagte Ministeriumssprecher Frank Wend. "Der ganze Vorgang ist sehr bedauerlich und eventuell auch Anlass für eine eingehendere Prüfung der Vorschriften." Untersucht würde ebenfalls, wie der Kampfmittelbeseitigungsdienst in solch sensiblen Fällen vorgeht. Was mit den Funden aus Oberau passiert ist, sei laut Wend "ein bedauerlicher Einzelfall".

Niederaus Bürgermeister Steffen Sang (Unabhängige Wählervereinigung) ist noch immer angefressen. "So etwas darf einfach nicht passieren", klagt er. "Es konnte doch keiner erwarten, dass diese historischen Sachen vernichtet werden."

Im März ließ die Gemeinde mit Hilfe der Polizei den nördlichen Teil des Teiches auf Munition und andere gefährliche Gegenstände prüfen, die im Schlamm vermutet wurden. Das Areal war laut Sang nach dem Zweiten Weltkriegs nicht kontrolliert worden. Ex-perten der Sächsischen Kampfmittel Beseitigungs GmbH Dresden fanden dann 2,5 Kubikmeter Schrott, aber auch einen aufgebrochenen Tresor, ein historisches Bügeleisen und eine Wasser-leitung, die sich in aufgebohrten Holzstämmen befand. Laut Experten waren die Gegenstände so gut erhalten, weil sie luftdicht abgeschlossen waren.

Diese Funde durften die Niederauer behalten. Anders verhielt es sich bei den Waffen in anderthalb Metern Tiefe, bei denen die Metalldetektoren anschlugen. Die Kampfmittelexperten spürten zwei Säbel aus der Sächsischen Königszeit, ein Bajonett aus dem Zweiten Weltkrieg und zwei Panzerfaustrohre auf.

Da es sich um "Waffen" nach dem Kriegswaffengesetz handelt, wurden die Stücke sofort der Polizei übergeben und sollten auf Alter und Herkunft analysiert werden. Die Niederauer hofften darauf, dass ihnen die Funde zurückgegeben werden. Sang schrieb an die Polizei. Doch es tat sich wochenlang nichts.

"Dann bekam ich einen Brief von der Polizei, in dem stand, dass Waffen nicht Dritten überlassen würden und man die Säbel vernichtet hat", sagt der Bürgermeister. Aus Platzmangel hätten sie zerstört werden müssen, hieß es. Sang fragt sich, warum die Säbel unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fielen. Im Förderverein Wasserschloss Oberau hofft man nun, dass bei der geplanten Fortsetzung der Entschlammung weitere historisch bedeutende Funde entdeckt werden. "Womöglich ist der ganze Teich voll", sagt der Bürgermeister. Die Denkmalexperten würden dann sicher "noch genauer hinschauen" als sonst.

Mögliche historische Funde würde die Gemeinde in der neuen Heimatstube ausstellen. Sie soll in etwa zwei Jahren öffnen. Das marode Oberauer Wasserschloss werde bis dahin aber noch nicht in neuem Glanz strahlen. Es gehört zu den ältesten Anwesen dieser Bauart in Deutschland. Der Bau geht auf eine wehrhafte Wasserburganlage zurück, die erstmals 1276 erwähnt worden ist.

Zu DDR-Zeiten wurde das Schloss als Wohnhaus genutzt. In den 90er-Jahren zog der letzte Mieter aus. Seit 13 Jahren laufen Sanierungsarbeiten und Instandsetzungen. Doch um dem Schloss eine umfassende Schönheitskur zu verpassen, benötigt Niederau noch rund drei Millionen Euro - zu viel für die Gemeinde. Wer sich ein Bild von Teich und Schloss machen will, kann an Führungen am 26. Mai teilnehmen. In Oberau und 17 weiteren Garten- und Parkanlagen der Region Dresden findet dann der Tag der Parks und Gärten statt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.05.2013

Stephan Klingbeil

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