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Minimalismus triumphiert - 28-jähriger erhält Moritz-Ziller-Preis in Radebeuls

Minimalismus triumphiert - 28-jähriger erhält Moritz-Ziller-Preis in Radebeuls

Falko Kubiziel heißt der neue Moritz-Ziller-Preisträger Radebeuls. Der 28-jährige Student der TU Dresden wurde gestern bei einer hochklassigen Veranstaltung in der Bahnhofshalle Radebeul-Ost gekürt, bei der krankheitsbedingt zwar nicht wie angekündigt der namhafte Architekt Volkwin Marg, wohl aber mit Hubert Nienhoff ein wichtiger Vertreter des Hamburger Büros gmp Architekten sprach, das beispielsweise für den Berliner Flughafen BER und drei WM-Stadien in Brasilien verantwortlich zeichnet.

Radebeul.

Das ein so bekanntes Büro einen Vertreter für einen Festvortrag entsende, sei auch ein Zeichen dafür, wie wichtig die Branche Wettbewerbe für den Nachwuchs ansieht, meint Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Bei dem zum zweiten Mal ausgelobten Moritz-Ziller-Preis beschäftigen sich angehende Architekten mit städtebaulichen Problemen in Radebeul. Ihre Ergebnisse sollen Anstoß für die Stadtentwicklung geben. Das Versprechen, sie in jedem Fall zu verwirklichen, geht mit der Prämierung nicht einher.

Der aus Zittau stammende Student der Landschaftsarchitektur Kubiziel setzte sich im Wettbewerb gegen 17 weitere Bewerber durch. Einsendungen kamen aus Koblenz, Kaiserslautern, Berlin und Dresden, wie Wettbewerbs-Organisator Marcus Hesse aus dem Stadtplanungsamt sagt. Er hat sich ein besonders schwieriges Thema ausgedacht: Unter dem Motto "Das Dorf in der Stadt" sollten sich die Nachwuchs-Architekten mit Zitzschewig auseinandersetzen. Dort gebe es neben dem historischen Kern, dem Rundling Altziztschewig und dem Gassendorf entlang der Meißner Straße eine Vielzahl von Siedlungsgebieten, die nicht wirklich als zusammenhängendes Ganzes angesehen werden können, wie Hesse sagt. Die am Wettbewerb beteiligten Studenten sollten unter anderem die Frage klären, wie mit der Meißner Straße umgegangen werden soll, die Zitzschewig zerschneidet, und wie mit den Randzonen des Ortsteils an den Lößnitzhängen, wo Rebflächen und Wohnhäuser aufeinandertreffen.

Überraschend ist, was Kubiziel aus dieser Aufgabenstellung gemacht hat. In seinen Plänen greift er kaum ein, sieht hier und dort Aufwertungen vor, will durch einfache Gestaltungsideen Verbindendes schaffen. Er hebe sich damit deutlich von seinen Konkurrenten ab, die auf Freiflächen neue Siedlungsgebiete vorschlagen, damit der Ort als zusammenhängende Wohngegend erscheint, sagt Müller. "Ich möchte wenig bis gar nicht eingreifen, weil ich die historisch gewachsene Struktur als ganz einzigartig und erhaltenswert empfinde", begründet Kubiziel seine minimalistische Variante. Was er dabei vorschlägt, hat Hand und Fuß. So will er die Straßenbahn-Haltestelle an der Richard-Hauptmann-Straße als Zentrum des Orts freundlicher gestalten. Die Brachfläche am Eingang von Altzitzschewig soll mit einem Mehrgenerationenhaus samt Restaurant-Terrasse bebaut werden. Durch kleine Höhepunkte im Ort, etwa eine Aussichtsplattform am Zechsteinweg will er Anreize für Besucher schaffen, Zitzschewig zu erkunden und als Ganzes zu begreifen.

Ihm sei der Entwurf ganz sympathisch, meint Müller. Er betont aber auch, dass die Entscheidung eine dreiköpfige Jury getroffen habe, in der er keine Stimme gehabt habe. Dennoch lässt sich das Votum durchaus als städtebauliches Statement begreifen, nämlich als Entscheidung gegen neue Siedlungsgebiete. Die Stadt hat sich darüber hinaus selbst Aufgaben gegeben, wie sie mit kleinen Eingriffen etwas in Zitzschewig bewegen kann. Denn egal ob Brachfläche, Straßenbahnhaltestelle oder Aussichtspunkt - Kubiziel hat sich genau die Bereiche ausgesucht, die im Besitz der Stadt selbst sind.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.06.2014

Uwe HOfmann

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