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Mendelssohns "Elias" erklang in der Marienkirche Pirna

Mendelssohns "Elias" erklang in der Marienkirche Pirna

Felix Mendelssohn Bartholdy hob seinen "Elias" 1846 aus der Taufe und beschäftigte sich darin auf höchst kontrastreiche Weise mit dem alttestamentarischen Propheten, der sein eigenes Volk ziemlich heftig verflucht, der sich auf Wunder versteht und der auch an sich selbst zweifelt.

Pirna. Herrlich sind in dem Oratorium vor allem die großen Chöre. Und am herrlichsten sind sie dann, wenn sie nicht nur musikalisch auf hohem Niveau dargeboten werden, sondern wenn Emotion und Botschaft über allem stehen.

KMD Thomas Meyer stand mit den Kantoreien der Auferstehungskirche Dresden sowie der Pirnaer Marienkirche ein riesiges, sanges- und einsatzfreudiges Sängeraufgebot zur Verfügung. Angesichts der dramatischen Spannweite, die der Chor glanzvoll ausbreitete, der im Sinne des Werkes geballten Ausdruckskraft, kam man leicht darüber hinweg, dass intonationsmäßig nicht immer alles lupenrein gelang und es Stellen gab, wo die Textverständlichkeit hätte besser sein können. Am meisten aber beeindruckte die klangliche Differenzierungsfähigkeit des Chores - man denke an die prägnanten "Baal"-Rufe oder an den klug nuancierten Satz "Der Herr ging vorüber". Alles in allem ein vortreffliche Chorleistung. Am Ende verbeugte sich Thomas Meyer vor seinem Chor.

Häufig werden in Oratorienaufführungen mit Laienchören die kleinen Soli aus dem jeweiligen Chor heraus besetzt. Und sehr oft entpuppt sich das als Notlösung, die niemanden so richtig glücklich macht. Hier war das ganz anders! Denn die stimmliche Souveränität, die Gudrun Anacker und die junge Altistin Wiebke Kraeft an den Tag legten, war außergewöhnlich gut. Und so gab es für das Engel-Terzett "Hebe deine Augen auf" oder das große Quartett "Heilig, heilg" auch von dieser Seite her die besten Voraussetzungen.

Einen ausgesprochenen Glücksgriff taten die Veranstalter mit den Solisten. Clemens Heidrich verstand es, den Elias als jene schillernde und - bei ihm - sehr heutige Persönlichkeit zu gestalten, als die er nach Text und Musik in Erscheinung tritt. Kein überirdischer, salbadernder Prophet! Insbesondere die große fis-Moll-Arie "Es ist genug" zog wegen der berührenden Ausdruckstiefe in ihren Bann. Voller Schmelz und Innigkeit nahm sich Ute Selbig der Sopranpartie an. Die mahnende Arie "Höre Israel, höre" zu Beginn des 2. Teils (wunderbar einfühlsam von den Bläsern der Elbland Philharmonie Sachsen begleitet) geriet wegen ihrer gestalterischen wie stimmlichen Intensität zu einem Höhepunkt der Aufführung. Jana Frey mit ihrem warmen, satten Alt sowie der Tenor Timothy Oliver, ausgestattet mit hell timbrierter Stimme und markantem Ausdrucksvermögen, ergänzten das Soloquartett sehr passend.

Bei der Elbland Philharmonie waren nicht nur die tollen Bläser oder das sensible Cellosolo in der Elias-Arie zu bewundern, sondern insbesondere die in sich geschlossene, sorgfältige orchestrale Gesamtleistung.

von Mareile Hanns

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