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Meißner Waffennarr wegen Brandstiftung vor Gericht

Feuerteufel im Wettiner Wald Meißner Waffennarr wegen Brandstiftung vor Gericht

Dirk P. hat einige Hobbys: er fotografiert gern und viel, war Mitglied im Schützenverein und bei der Freiwilligen Feuerwehr. Doch der Meißner hat offenbar nicht nur Brände gelöscht, sondern auch gelegt. Deshalb muss er sich jetzt vor dem Dresdner Landgericht verantworten.

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Symbolfoto

Quelle: dpa

Meißen/Dresden. Dirk P. hat einige Hobbys: er fotografiert gern und viel, war Mitglied im Schützenverein und bei der Freiwilligen Feuerwehr. Doch der Meißner hat offenbar nicht nur Brände gelöscht, sondern auch gelegt. Deshalb muss er sich jetzt vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Der Prozess war schon einmal begonnen worden, musste aber wegen Krankheit der Richterin ausgesetzt werden. Am Donnerstag startete die Neuauflage.

Ab 2005 häuften sich Brandstiftungen rund um Moritzburg. „Zwischen 2007 und 2011 gab es dort jährlich rund 40 Brände. Den größten Teil im Wettiner Wald“, erzählte der ermittelnde Kriminalbeamte Attila Branzceisz. Die Beamten trugen alle Fälle zusammen, verglichen die Vorgehensweise, überprüften Verdächtige und stießen so auf Dirk P. „Wir haben uns intensiv mit ihm und seinen Aktivitäten beschäftigt und seine Dienst- und Urlaubspläne überprüft. Er hatte immer die Möglichkeit.“ Ob Dirk P. dort wirklich Brände gelegt hat, konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, wenn vielleicht auch viel dafür spricht. Drei Brände, da ist die Staatsanwaltschaft sicher, hat er gelegt und dafür wurde er jetzt angeklagt.

Im August 2011 soll er auf dem Boden eines Mehrfamilienhauses auf der Neugasse in Meißen gezündelt haben. Das Dach des Gebäudes brannte komplett aus. Der Angeklagte war zur Tatzeit im Haus – er hatte dort einen Bekannten besucht – benahm sich aber sonderbar. Wochen später soll er eine Gartenlaube und Holzstapel angezündet haben. Dirk P. wurde überwacht. Die Auswertung der Daten ergab: zur Tatzeit war er immer in der Nähe.

Als die Beamten seine Wohnung durchsuchten, stolperten sie in ein Waffenlager. Als Sportschütze durfte er gewisse Waffen haben, aber er hatte dort viel mehr gebunkert: Brandbeschleuniger, Gewehre, Patronen, Sprengstoff, Schwarzpulver. „Der Waffenschrank war offen, überall lagen Munition und Waffen rum“, sagte der Ermittler. Unter dem Ehebett lag eine Kalaschnikow mit Munition. Auf zahlreichen Fotos posierte der Waffennarr, zum Teil in historischen Uniformen, oft aus der NS-Zeit, mit Waffen in der Hand – auf einem Bild auch als Anders Breivik, der Mann, der in Norwegen 77 Menschen getötet hat. Auch seine Frau und sein Sohn wurden bewaffnet abgelichtet.

Und es fanden sich Fotos von Bränden, auch mit ihm selbst auf dem Bild. „Da sieht man, wie er im Wald an einem Feuer hockt und sich freut wie ein Schnitzel“, so der Beamte. Brandversuche nennt es der Angeklagte, der die Vorwürfe der Brandstiftung entschieden zurückweist. „Hier sitzt der Falsche auf der Anklagebank.“ Ende 2011 wanderte Dirk P. in U-Haft. „Die Brände hörten schlagartig auf, seitdem ist Ruhe“, sagte der Ermittler.

Von Monika Löffler

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