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Meißner Straße in Radebeul wird ab dem Sommer zur Baustelle

Vollsperrung auf Hauptverkehrsader Meißner Straße in Radebeul wird ab dem Sommer zur Baustelle

Die Meißner Straße wird zur Baustelle. Im Sommer, voraussichtlich ab August, soll Radebeuls Hauptverkehrsader kurz vor dem Ortsausgang nach Coswig in einem etwa 350 Meter langen Abschnitt grundhaft erneuert werden. Die Arbeiten, bei denen es zwischenzeitlich zu einer mehrere Wochen langen Vollsperrung kommen wird, werden bis Jahresende dauern.

Unübersichtlich, eng und für Fußgänger schlicht gefährlich: Die Meißner Straße wird in einem Abschnitt saniert.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Die Meißner Straße wird zur Baustelle. Im Sommer, voraussichtlich ab August, soll Radebeuls Hauptverkehrsader kurz vor dem Ortsausgang nach Coswig in einem etwa 350 Meter langen Abschnitt zwischen der Gerhart-Hauptmann-Straße und der Spitzgrundstraße grundhaft erneuert werden. Die Arbeiten, bei denen es zwischenzeitlich zu einer mehrere Wochen langen Vollsperrung kommen wird, werden sich nach derzeitiger Planung bis zum November oder Dezember hinziehen.

„Im Windschatten zu Diskussionen über andere Abschnitte wird an der Meißner Straße auch tatsächlich gebaut“, sagt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) zum Vorhaben. Man kann es auch weniger vornehm ausdrücken: Stadträte und Verwaltung können nicht nur über die in vielen Abschnitten dringend nötige Modernisierung der Straße streiten, sondern auch tatsächlich mal einen in Angriff nehmen. Dabei helfe, das beim nun beschlossenen Ausbaustück keine Straßenbahngleise in der Straße liegen. „Das macht die Diskussion wesentlich entspannter“, sagt SPD-Fraktions-Chef Thomas Gey. Zwei eigentlich in diesem Jahr geplante Abschnitte mit Straßenbahngleis mussten auf das nächste Jahr verschoben werden, weil die Stadträte die Verwaltung noch mit einer Reihe von Prüfaufträgen beschäftigten, um eine unterstellte Bevorzugung der Straßenbahn doch noch zu vermeiden. Der nach monatelanger Diskussion gefasste endgültige Beschluss, der dem ursprünglichen Beschlussvorschlag entsprach, kam dann so spät, dass nun vermutlich auch der Bautermin 2017 nicht mehr zu halten ist, wie Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) bereits gegen den DNN andeutete. Hinter der Hand machte während der langen Diskussionsphase immer wieder mal der Vergleich mit Dresdens Königsbrücker Straße die Runde, ein ähnlich gelagertes Sanierungsprojekt, das wegen andauernden Streits derzeit kaum Realisierungschancen hat. Entsprechend hat der nun beschlossene Bau auch Signalwirkung: Die „Meißner“ ist keine „Königsbrücker“.

Dennoch ist der Abschnitt nicht unumstritten. Die Gründe dafür liegen vor allem in der Bebauung, die nahe an den Straßenrand heranreicht. „Die Häuser stehen dort praktisch auf der Straße“, sagt FDP-Stradtrat Frank Sparbert. Deshalb bleibt bei einem Ausbau der Fahrbahnen auf insgesamt sieben Meter nur wenig Platz für Fußgänger. Immerhin wird auf der Südseite ein durchgehender Fußweg gebaut, der bis auf eine Engstelle wenigstens 2,50 Meter breit ist. An der nördlichen Straßenseite schrumpft die Fußwegbreite jedoch mancherorts auf etwa einen Meter. Gleichwohl stellt auch das schon eine Verbesserung dar: Derzeit kann an der Stelle von einem Fußweg keine Rede sein. Mit rot-weißen Pfosten ist ein Teil der Fahrbahn für Fußgänger abgegrenzt. An anderer Stelle gibt es für Fußgänger fast gar keinen Schutz. An der Stelle gilt deshalb derzeit Tempo 30. Das Tempolimit soll wegen der nach der Sanierung immer noch dicht gedrängten Lage nach Willen der Verwaltung bestehen bleiben.

Mit größeren Problemen behaftet sieht Stadträtin Eva Oehmichen (Bürgerforum/Grüne) die Situation für Radler. Die bekommen aus Richtung Coswig kommend zwar einen Schutzstreifen auf die Fahrbahn gemalt. Dieser endet allerdings an der Einfahrt ins Einkaufszentrum Löma, wo Radler sich in den Verkehr auf der Fahrbahn einfädeln müssen. Damit schaffe man genau die Situation, die an der Bautzner Straße in Dresden erst kürzlich zu einem tödlichen Unfall geführt habe, kritisiert Oehmichen.

Wesentliche Verbesserungen bringt vor allem eine Fußgängerinsel, die in etwa auf Höhe Spitzgrundstraße und damit zwischen Löma und Straßenbahnhaltestelle eingerichtet wird. Außerdem werden es Autofahrer künftig deutlich einfacher haben, vor allem, weil der Abschnitt übersichtlicher wird. Dazu gehört, dass auch die laut Linkestadtrat Michael Röhner „katastrophale“ Einfahrt ins Einkaufszentrum Löma überarbeitet wird.

Bevor es besser wird, wird es für die Autofahrer aber schlechter. Gebaut wird die meiste Zeit bei einer einseitigen Fahrbahnsperrung mit Bauampel. Für ein paar Wochen werde eine Vollsperrung aber unumgänglich sein, sagt Ordnungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU). Es werden dann für den Durchgangsverkehr sehr weiträumige Umleitungen angeordnet, etwa aus Coswig kommend über das Gewerbegebiet an Grenz- und Friedrich-List-Straße, in der Gegenrichtung über Gerhart-Hauptmann-Straße, Mittlere Bergstraße und Salzstraße oder gar über Moritzburger Straße und den Auer nach Coswig. Für die Obi-Kreuzung werde diese Zeit eine Belastungsprobe, sagt OB Wendsche. Dennoch sei die Vollsperrung unumgänglich, weil sich der Abwasserkanal technologisch nicht anders einbauen lasse.

Immerhin wirkt sich die Zusammenarbeit mit der WSR auf die Kosten günstig aus. Die Gesamtkosten werden mit rund 700 000 Euro angegeben, von denen 500 000 Euro Fördermittel sein sollen.

Von Uwe Hofmann

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