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Meißner Hahnemannzentrum sammelt Schwarmgeld für Veranstaltungshaus

Crowdfunding bei Startnext Meißner Hahnemannzentrum sammelt Schwarmgeld für Veranstaltungshaus

Das Meißner Hahnemannzentrum will bis zum 5. Mai 25 000 Euro über eine Internetkampagne einwerben. „Wir beabsichtigen ein Seminar- und Veranstaltungshaus zu errichten“, sagt Helge Landmann vom Verein. Der Neubau soll direkt in der vom Hahnemannzentrum gepflegten Klosterruine Heilig Kreuz vor den Toren Meißens entstehen. Den Plan dazu gibt es schon länger, weil die Finanzierung bisher schwierig gewesen sei, wolle man es nun über die Schwarmfinanzierung versuchen.

Links neben der Propstei ist der Neubau geplant, der die Zukunft des Hahnemannzentrums sichern soll.

Quelle: Uwe Hofmann

Meissen. Den Himmelfahrtstag hat sich Helge Landmann vom Hahnemannzentrum Meißen dick im Kalender markiert. Schließlich will das Hahnemannzentrum bis zum 5. Mai 25 000 Euro über eine Internetkampagne einwerben. „Wir beabsichtigen ein Seminar- und Veranstaltungshaus zu errichten“, sagt Landmann. Der Neubau soll direkt in der vom Hahnemannzentrum gepflegten Klosterruine Heilig Kreuz vor den Toren Meißens entstehen. Den Plan dazu gibt es schon länger, nur mit der Finanzierung sei das eben immer so eine Sache gewesen. Christiane Bense, Geschäftsführerin des Hahnemannzentrums, hatte schließlich die Idee, es mit einer Schwarmfinanzierung zu probieren, bei der viele Geldgeber mit kleinen und großen Beträgen im Internet Geld für Projekte spenden. Mehr als ein Jahr hat man an der Idee gefeilt, nun läuft seit 10. Februar die Kampagne auf dem Dresdner Crowdfunding-Portal Startnext.

Zwar können Geldgeber damit potentiell aus jeder Weltgegend kommen, Landmann setzt dennoch auf Unterstützer aus der Region. „Hier ist man direkt und nimmt lieber das Geld in die Hand, als es im Internet einzuzahlen“, weiß er. Bar übergebene Spenden werde man selbst auf das Startnext-Konto einzahlen. „Jetzt können wir alle nur gemeinsam bibbern, ob wir es schaffen“, meint Landmann. Denn nur wenn die Summe von 25 000 Euro auch wirklich zusammenkommt, wird das Geld auch ausgezahlt. Andernfalls fließt es an die Zahlungswilligen zurück und das Hahnemannzentrum geht leer aus - so wollen es die Spielregeln der Schwarmfinanzierung. Das ist wohl auch ein Grund dafür, warum man die erwünschte Spendensumme gemessen am Projekt relativ niedrig gewählt hat. Die Gesamtkosten des Projekts kann Landmann zwar noch nicht beziffern, klar ist aber schon jetzt, dass 25 000 Euro nicht einmal ein Zehntel der Baukosten abdecken werden.

Dabei hat man das Vorhaben so vorausschauend geplant, dass es sich sehr kostensparend verwirklichen lässt. So hat man Natursteine aus einem Abrisshaus geborgen und sorgfältig abgeklopft, so dass sie jetzt wiederverwendet werden können. Mehrere Lkw-Ladungen Lehm hat man sich gesichert, als das Siedlungsgebiet an der alten Ziegelei erschlossen hat. Auch das benötigte Bauholz soll zumeist nicht neu gekauft sondern wieder verwendet werden, sagt Bense. Damit ist ein Bau auf 200 Quadratmeter Grundfläche geplant, der sich unmittelbar an die 2011 sanierte alte Propstei anschließen soll. Dort hat man mit den fünf in der Klosterwerkstatt beschäftigten Mitarbeitern eine auf gestampften Lehm basierende Bauweise zum ersten Mal versucht, die in ähnlicher Form nun auch beim Veranstaltungshaus zur Anwendung kommen soll. So sieht der Bauplan derzeit vor – immer vorausgesetzt, die Internetkampagne wird ein Erfolg –, dass im Sommer die Gründung der Baufläche erledigt und ein Skelettbau aus Holz errichtet wird. Zwischen den Holzteilen soll der Lehm verbaut werden. Als günstige Dachdeckung ist eine Begrünung mit Soden geplant, die seit mehr als fünf Jahren auf dem Klostergelände erprobt werden. Anschließen könnte im Herbst Richtfest gefeiert werden, ehe dann im nächsten Jahr, in dem das Kloster 800-jähriges Bestehen feiert, alles im Großen und Ganzen fertig sein soll. „Das ist sportlich“, sagt Landmann.

Nichtsdestotrotz nötig. Schließlich soll der Neubau, der sich im übrigen architektonisch in die denkmalgeschützten Gemäuer aus der ausgehenden romanischen und der beginnenden gotischen Zeit einfügen soll, mehrere Defizite beheben. So stieg in den letzten Jahren die Nachfrage nach Feiern im Klostergelände. „Im Sommer ist kaum noch ein Wochenende frei“, sagt Landmann. Da aber Räume fehlen, muss man sich bisher bei schlechtem Wetter mit Schirmen und Zelten behelfen. Im Neubau ist im Erdgeschoss ein größerer Raum geplant, der Gesellschaften um die 80 Personen beherbergen kann.Man wolle es mit den Feiern im Gelände nicht übertreiben, gleichwohl seien sie eine wichtige Einnahmequelle, die für den Erhalt der Anlagen dringend benötigt werde, sagt Landmann. „Irgendwann werden wir hier nicht einmal sein, und für diese Zeit muss der wirtschaftliche Bestand gesichert sein“, sagt er. Es werde sich wohl nur einer finden, der Verein und Anlage weiter betreibt wenn es für deren Bestand ein gesichertes Konzept geben kann.

Das gleiche gilt für das zweite wichtige Standbein des Vereins, die homöopathischen Seminare im Geiste des Meißner Arztes Samuel Hahnemann, der als Erfinder der Homöopathie gilt. Die finden meist im kleinen Rahmen mit bis zu zwölf Personen in den Räumlichkeiten des derzeit als Verwaltungsgebäude genutzten Hauses statt, das früher wohl mal als Gästehaus des Klosters gedient habe, wie Landmann sagt. Einträglicher wäre es, wenn man auch einen Raum hätte, in dem Seminare mit bis zu 30 Personen möglich sind. Außerdem fehle es derzeit am Spaßfaktor, der inzwischen bei Seminaren üblich sei. „Da will man nicht nur acht Stunden pauken, sondern auch etwas erleben“, sagt Landmann. Deshalb sollen im Obergeschoss des Neubaus neue Seminarräume entstehen, von denen sich in Pausenzeiten ein terrassenartiger Rundgang ums Haus betreten lässt, von dem aus sich die Klosteranlage erfahren lässt. Im Gegenzug ließe sich das derzeitige Seminarhaus sanieren und zum Gästehaus umbauen, was neue Möglichkeiten eröffnen würde.

So ehrgeizig diese Pläne für den gemeinnützigen Verein sind, geht doch kein Weg am Veranstaltungshaus vorbei, wie Landmann klar macht. Auch wenn die Crowdfunding-Kampagne keinen Erfolg hat, werde man nicht locker lassen. „Wir haben bis jetzt alle Möglichkeiten genutzt, Dinge, die verraten waren, wieder hochzubringen“, sagt er. Es werde dann nur viel Zeit kosten. Entsprechend sucht er anderweitige Finanzierungsquellen, die aber eher als Ergänzung zum Schwarmgeld gedacht sind, nicht als Ersatz. Derzeit weist Startnext 40 Euro Guthaben aus, die Kampagne läuft aber noch 77 Tage. „Wir hoffen, dass schnell eine ordentliche Summe zusammenkommt, so dass andere sich zum Mitmachen aufgemuntert fühlen“, sagt Landmann. Bei Erfolg könne er sich eventuell auch einen neuen Werbeversuch im Internet vorstellen, bei dem auch Beteiligungen möglich sein sollen. Der Verein mit derzeit 50 Mitgliedern könne schließlich nur erfolgreich arbeiten, wenn sich genügend Menschen einbringen. Bei der derzeitigen Kampagne werden Spender mit Geschenken belohnt. So gibt es für 50 Euro Wein vom ältesten Traminer-Rebstock Sachsens, wer 1500 Euro spendet, kann eine große Familien- oder Firmenfeier im Klostergelände feiern. Andere Preise beinhalten Einladungen zu Feiern als Ehrengast, Schriften und die Mitwirkung im Projektchor, der eine tragende Rolle bei der 800-Jahrfeier im Kloster spielen soll.

www.ausdernothelferhaus.de

Von Uwe Hofmann

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