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Meißen wird Versuchsareal für Hybridtechnik

Meißen wird Versuchsareal für Hybridtechnik

Meißen. Zwei Hybridbusse hat die Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) gestern in ihre Busflotte aufgenommen. Sie nimmt damit an einer Langzeiterprobung der Hybridtechnik teil, die von Bund und Land gefördert und vom Dresdner Fraunhofer Institut wissenschaftlich begleitet wird, wie VGM-Geschäftsführer Rolf Baum mitteilt.

Von Uwe Hofmann

Insgesamt haben gestern zehn sächsische Busunternehmen die Schlüssel zu ihren neuen Gefährten erhalten. Während 13 Hybrid-Busse schon seit Mitte des Jahres in Dresden und Leipzig fahren, werden sie nun u.a. auch in Freiberg, Döbeln oder eben Meißen erprobt.

Die Technik kommt dabei ohne eine extra-Batterie aus. Vielmehr geht es darum, bei Bremsmanövern kurzzeitig Energie zu gewinnen, die in Kondensatoren unterm Dach gespeichert wird. Diese "Ultra-" oder "SuperCaps" sollen die in den Bussen eingebauten Elektromotoren bei der Anfahrt mit der gewonnenen Energie versorgen, so dass die Busse einige hundert Meter allein mit den Elektromotoren fahren können. Dass soll Lärm und die obligatorische Abgaswolke gerade an Haltestellen vermeiden. Außerdem versprechen die Bushersteller "MAN" und "Hess/Vossloh" bis zu 30 Prozent Ersparnis an Dieselkraftstoff. Ob sich dieses Ergebnis wirklich so einstellt und was sich an der Technik verbessern kann, soll nun in dem großangelegten Versuch herausgefunden werden. Der sei zunächst auf vier Jahre angelegt, sagt VGM-Chef Baum, werde aber sicher auch länger laufen.

Im öffentlichen Nahverkehr lasse sich die Hybridtechnik viel besser erproben als durch Privatnutzer, begründet Baum, warum die Nahverkehrsunternehmen für den Versuch ausgesucht wurden. Insgesamt sind jetzt in Sachsen etwas mehr als 30 Hybridbusse unterwegs - gegenüber den gewöhnlichen Diesel-Bussen immer noch ein verschwindend geringer Anteil. Die VGM hat insgesamt etwa 100 Busse, weitere 70 haben ihre Partner im Einsatz, mit denen sie die gemeinsame Betriebsführung vereinbart hat. Da machen sich die zwei neuen Modelle eher gering aus. Vor allem die Meißner haben die Chance, ihnen zu begegnen. Die Hybridbusse werden künftig auf der Stadtbuslinie C eingesetzt, wo derzeit insgesamt fünf Busse unterwegs sind. Die teils stark abschüssige Strecke sei ideal, um die Bremskraftrückgewinnung auszutesten, sagt Baum.

Stehen im Versuch vor allem Umweltschutz und Energiesparsamkeit im Vordergrund, hat sich die VGM auch aus rein pragmatischen Gründen für die Teilnahme entschieden. Ohne das Programm wäre es der Gesellschaft in diesem Jahr schlicht unmöglich gewesen, Fördermittel für neue Busse einzuwerben. "Früher haben wir im Jahr acht Fahrzeuge ausgetauscht, heute ist die Förderung dafür zu stark heruntergefahren", sagt VGM-Chef Baum. Schon im Vorjahr habe man eine Nullrunde schieben müssen, genauso wie dieses Jahr. Ausweg ist das Elektrohybrid-Programm. Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesumweltministeriums und des sächsischen Verkehrsministeriums gefördert. Während der Bund die Mehrkosten für den Hybridantrieb bezahlt, übernimmt der Freistaat noch einmal etwas mehr als 40 Prozent. Von den jeweils 370 000 Euro Anschaffungskosten zahlen daher der Bund 170 000 Euro und der Freistaat rund 70 000 Euro.

Ende der Stinkerei

Die Idee ist schlicht und einfach. Warum nutzt man nicht die Energie, die beim Bremsen verloren geht, um ein Fahrzeug bei der Wiederanfahrt auf Touren zu bringen. Es gibt wohl niemanden, der sich auch angesichts der versprochenen Kraftstoffersparnis nicht fragt: "Warum wird das nicht schon längst gemacht?" Auch darauf gibt es eine recht einfach klingende Antwort: Die Technik hat so ihre Tücken. Die Anschaffungskosten sind hoch, weshalb es einstweilen ohne Förderung nicht geht. Und nach wie vor ist die Speicherung von Strom ein Problem. Deshalb ist es gut, dass es jetzt geförderte Verkehrsversuche gibt, bei denen noch dazu die Nahverkehrsunternehmen im Vordergrund stehen. Gerade eng bebaute Städte wie Meißen könnten profitieren, wenn die Stadtbusse weitestgehend ohne Krach und Dieselstinkerei auskommen.

u.hofmann@dnn.de

Von Uwe Hofmann

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.11.2011

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