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Meissen will mit Porzellankunst auf dem US-Markt punkten

Meissen will mit Porzellankunst auf dem US-Markt punkten

Meißen. Strukturen aufbrechen, Altes mit Neuem kombinieren und innovative Porzellankunst kreieren: Die Staatliche Porzellanmanufaktur geht unter der Führung von Christian Kurtzke weiter neue Wege.

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Die US-Künstlerin Chris Antemann lebt und arbeitet in Meißen im "Art Campus" der Manufaktur. Innerhalb von rund fünf Monaten hat sie diesen Porzellanleuchter aus 54 Teilen geschaffen. Er soll im Herbst in Korea bei einer bedeutenden Messe ausgestellt werden.

Quelle: Stephan Klingbeil

Nach Neuausrichtung der Marke und Ausbau des Vertriebs soll die Produktion in Meißen laut Kurtzke variabler und breiter aufgestellt werden.

Dazu hat er sich "Künstler von außerhalb" geholt. Zusammen mit ihren deutschen Mitstreitern sollen sie im "Art Campus" der Manufaktur "viel mehr Ideen und Varianten entwickeln", als vor seinem Antritt im Jahr 2008. Der Bezug zur über 300-jährigen Manufaktur-Geschichte soll dabei nicht verloren gehen. Ziel des Prozesses "mit Tabubrüchen" bei der Gestaltung sei es, neue Zielgruppen zu erschließen.

Kurtzke spricht dabei von einer anderen Art von Sammlern, als jenen des klassischen Meissner Porzellans. Auch Museen würden dazu zählen. Sie sollen moderne Stücke der Manufaktur kaufen. "Das hat es aus Meissner Sicht seit über hundert Jahren nicht mehr gegeben", so Kurtzke. "Klappt das, wären wir einen großen Schritt weiter." "Widerstand und die Starrheit" der Kritiker dieses Wegs, die es auch innerhalb der Meißner Mitarbeiterschaft mit 640 Beschäftigten gibt, sieht er sogar als Beleg dafür, dass er mit seiner Strategie nicht falsch liege.

Mit seinem Kurs will Kurtzke nun auch auf dem US-Markt auftrumpfen. In den ersten Monaten bei der Manufaktur hatte Kurtzke Meissens erfolglose US-Gesellschaft abgewickelt. Kampfpreise und Sondergrößen machten das Tisch- und Tafelgeschäft im Hinblick auf die Herstellungskosten dort schwieriger als es ohnehin sei. Meissen wolle zwar in Übersee weiter auf dieses Geschäftsfeld setzen und von bestehenden Vertriebs-strukturen profitieren. Aber nicht nur.

Neben Waren zur Inneneinrichtung will die Manufaktur dort künftig verstärkt Schmuck und Uhren verkaufen. Dass es dafür eine Nachfrage gibt, hätte zuletzt die Messe Basel World im März/April gezeigt. Auch wurde Meissen Ende Mai zur wichtigsten US-Schmuckmesse, der "Couture" in Las Vegas eingeladen.

Darüber hinaus sollen die Innovationen aus dem "Art Campus" dort für Absätze sorgen - Einzelstücke und Kleinstserien aus Porzellan. Künstlerinnen wie Chris Antemann würden dabei helfen. Die 43-Jährige aus dem US-Staat New York lebt seit 2011 in Meißen. Kurtzke sagt, er habe sie via Internet entdeckt. "Ich kann hier meine Fähigkeiten ausbauen und komplexe Kunstwerke gestalten", sagt die studierte Keramikerin. Ferner hat sie Kontakte zu mehreren Museen geknüpft - drei davon in den USA. Dort solle moderne Meissner Porzellankunst mit klassischen Werken gezeigt werden.

Eines ihrer Werke wird im Herbst in Südkorea bei der International Ceramic Biennale zu sehen sein. Chris Antemann wurde von einer Fachjury ausgewählt. Sie ist eine von 27 Künstlern dort. Mit ihrem Werk "Paradise Chandelier" hat Antemann einen Porzellanleuchter von Johann Joachim Kaendler neu interpretiert und sich dabei am biblischen "Garten Eden" orientiert. Für das Einzelstück müssten Käufer 125000 Euro zahlen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.05.2013

Stephan Klingbeil

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