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Meißen will künftig bei Aktiv- und Einkaufstouristen stärker punkten

Neuer Ostermarkt in der Porzellanstadt Meißen will künftig bei Aktiv- und Einkaufstouristen stärker punkten

Auf dem Meißner Markt herrscht Osterstimmung. Zwölf Buden mit Leckereien und Kunsthandwerk, ein kleines Kinderkarussell und ein reich verzierter Osterbrunnen sind die Kulisse für den ersten Meißner Ostermarkt. Für Stadtmarketing-Chef Christian Friedel ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Er will Meißen für Einkaufstouristen attraktiver machen.

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Osterbrunnen, Kinderkarussell und zwölf Stände: Christian Friedel, Amtsleiter für Stadtmarketing, ist mit der Premiere des Meißner Ostermarktes zufrieden.
 

Quelle: Lars Müller

Meißen.  Auf dem Meißner Markt herrscht bereits seit dem Wochenende Osterstimmung. Zwölf Buden mit Leckereien und Kunsthandwerk, ein kleines Kinderkarussell und ein reich verzierter Osterbrunnen sind die Kulisse für den ersten Meißner Ostermarkt. Selbst bei trübem Wetter bummelten in den ersten Tagen schon Touristen und Einheimische über den Markt. „Wir sind mit dem Auftakt zufrieden“, sagte denn auch Uwe Reichel, der Vorstandschef des Meißner Gewerbevereins.

Der Gewerbeverein will mit dem Ostermarkt an den traditionellen Weihnachtsmarkt in der Meißner Altstadt anknüpfen, der alljährlich Gäste aus nah und auch fern in die Porzellanstadt lockt. Allerdings soll der Ostermarkt, der zugleich den Start in die Ausflugssaison markiert, absichtlich deutlich kleiner gehalten werden, sagt Reichel. Man wolle den Freiterrassen der Gaststätten rund um den Marktplatz keine Konkurrenz machen und die Ausblicke nicht zustellen.

Christian Friedel, Leiter des neuen Amts für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur, findet die Idee eines Ostermarktes gut. Das Konzept passe zu Meißen. Friedel, der erst vergangenen Sommer in die Stadt kam, sprüht vor Ideen, wie die Altstadt dauerhaft belebt werden könne. Fakt ist: Von Mitte Oktober bis Ende November sowie von Januar bis Mitte März wirken die romantischen Gassen und Plätze oftmals wie ausgestorben. Dann fehlen Ausflügler und Urlauber in der Weinregion. Gastronomen und Geschäftsinhaber machen wochenlange Durststrecken durch.

Meißen ist weltberühmt für sein Porzellan. Allerdings ist von Staatlichen Manufaktur in der Altstadt kaum etwas zu merken. Das will Friedel ändern und zumindest die Manufaktur visuell an verschiedenen Punkten sichtbar machen. Natürlich weiß der Rathausangestellte, dass er selbst keinen „Meissen Store“ in der Innenstadt etablieren kann. „Schön wäre das aber schon“, gibt er auf Nachfrage zu. Und geeignete Ladenflächen gebe es auch. Immerhin klappe nach dem jahrelangen Markenstreit die Zusammenarbeit zwischen dem Staatsbetrieb und dem Rathaus sowie Gewerbetreibenden wieder.

Friedel erklärte, die Stadt Meißen künftig verstärkt als Einkaufs-, Aktiv- und Hahnemann-Stadt vermarkten zu wollen. Die vielen inhabergeführten Geschäfte verliehen Meißen ein besonderes Flair. Beim Thema „aktiv“ will der Stadtmarketingchef auf noch mehr Radler setzen. Hier gebe es noch ungenutzte Potenziale. Und mit dem in Meißen geboren Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann (1755-1843), könne die sächsische Stadt auch überregional neue Zielgruppen für Besuche erschließen. Das Kunst-, Literatur- oder Weinfest, den Grafikmarkt, die Burgfestspiele oder die Museumsnacht könnten nach Friedels Einschätzung noch besser beworben werden. Viele dieser etablierten Veranstaltungen würden ehrenamtlich organisiert, betonte Friedel. Das bürgerschaftliche Engagement in der Stadt sei vorbildlich.

Der Stadtmarketingchef verwies darauf, dass jährlich gut eine Millionen Tagesgäste die einstige sächsische Residenzstadt mit mehr als 1000-jähriger Geschichte besuchten. Für Gäste, die in der Hauptsaison mit dem Ausflugsdampfer kommen, sollen neue Ausflugsprogramme aufgelegt werden. „Die Gäste haben nur drei Stunden Zeit, die sollen sie optimal nutzen und wiederkommen“, sagte Friedel. Im Sommer wird die Tourist-Information, bisher vom Tourismusverein betrieben, in sein städtisches Amt integriert. Das Jahresbudget für Stadtmarketing liegt derzeit bei 80 000 Euro. Doch auch für die Bewohner der Stadt selbst und die Elbländer soll Meißen attraktiver werden. Hierzu hat Friedel einen sogenannten Grünen Markt alle zwei Wochen sonnabends auf dem Kleinmarkt ins Leben gerufen. Die erste Auflage habe viele Käufer angelockt.

Dass die einstige Industriestadt Meißen unter mangelnder Kaufkraft leide, lässt Friedel nicht gelten. Wäre das so, würden sich die Feinkost- und Bio-Märkte in der Stadt nicht halten können, sagt er. Nachteilig für die Vermarktung von Meißen wirke sich aktuell der asylkritische Heimatschutz und der mit Rückständen unerlaubter Pflanzenschutzmittel belastete Wein aus, räumte Friedel ein. Allerdings seien das keine Gründe, sich entmutigen zu lassen. Das Weinproblem müsse von den Winzern zügig und transparent gelöst werden. Der Heimatschutz verkörpere keineswegs die gesamte Meißner Bevölkerung, wie dies gelegentlich überregional in der Berichterstattung vermittelt worden sei.

Ob sich trotz der moderaten Standgebühren der neue Ostermarkt rechnet, will Händler Michael Hofmann noch nicht sagen. Der Chemnitzer verkauft süße und herzhafte Crepés sowie Kartoffelpuffer. Mit der Nachfrage am ersten Wochenende sei er zwar zufrieden, aber „abgerechnet wird am Ostermontag“, erklärte er. Auf dem Ostermarkt engagieren sich auch regionale Unternehmen. So bietet das Weinhaus Schuh direkt vor seiner Vinothek in einer Marktbude neben gutseigenen Jungweinen auch hausgemachte Köstlichkeiten, wie Pasta oder Gebäck. An einem weiteren Stand wird Meißner Wein vom Rothen Gut ausgeschenkt. Es sei genau diese Mischung, die den regionaltypischen Reiz des Ostermarktes ausmache, sagte Stadtmarketing-Chef Friedel. Der Ostermarkt ist noch bis Ostermontag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Wegen des Feiertagsgesetzes bleiben die Buden am Karfreitag aber geschlossen.

www.meissner-bauernmarkt.de

Von Lars Müller

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