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Meißen und die Manufaktur arbeiten in der Tourismuswerbung zusammen

Meißen und die Manufaktur arbeiten in der Tourismuswerbung zusammen

Meißen will wieder mehr Porzellanstadt sein. Das signalisierten Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) und Porzellan-Manufaktur-Chef Tillmann Blaschke in einer gestern einberufenen Pressekonferenz.

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Meißens OB Olaf Raschke (parteilos) und Manfuaktur-Chef Tillmann Blaschke wollen gemeinsam mehr Touristen nach Meißen locken.

Quelle: Uwe Hofmann

Meißen. Nur noch gemeinsam wolle man vorgehen, insbesondere was die Werbung um Besucher und Touristen angeht. Da passt kein Blatt Papier dazwischen - diesen Eindruck erzeugten Raschke und Blaschke gestern mit ziemlichen Nachdruck.

Dabei war vor einem Jahr noch alles anders: Der Markenstreit, vom Staatsunternehmen wegen seines harten Vorgehens gegen Betriebe angestoßen, die mit der Ortsbezeichnung Meißen für sich werben, hatte seinen nächsten Höhepunkt erreicht: Die Stadträte wollten allen Ernstes gegen die Markenrechte der Manufaktur klagen und damit gegen den Kern der Unternehmensstrategie des inzwischen zu Porsche-Design gewechselten Manufaktur-Chefs Christian Kurtzke vorgehen. In dieser Situation kam Blaschke als neuer Geschäftsführer ins Unternehmen, mit der Aufgabe, sich um das Minenfeld vor der Haustür der Manufaktur zu kümmern. "Mit viel Vertrauensvorschuss" von allen Seiten habe er es geschafft, "eine komplett neue Kultur des Umgangs, weg von der Konfrontation, hin zu konstruktiver Zusammenarbeit" zu prägen, wie er sagt. Gestern nun wurden Ergebnisse präsentiert.

Da ist zum Beispiel das im Frühjahr ins Leben gerufene Kombi-Ticket, das Touristen den Eintritt sowohl in die Albrechtsburg als auch in die Manufaktur ermöglicht. Oder die 30 Veranstaltungen, vor allem Messen, auf denen die Porzellan-Manufaktur international um Besucher werbe. "Selbstverständlich machen wir dabei auch Werbung für die Stadt", sagt Blaschke. Am wichtigsten ist allerdings, dass er die meisten der großen Brandherde löschte, die ihm Kurtzke hinterließ. So konnten die Streitigkeiten mit der Winzergenossenschaft Meißen beigelegt werden. Mit der Schwerter-Brauerei sei das allerdings noch nicht gelungen, räumt Blaschke ein. Immerhin hat er glaubhaft versichern können, "dass wir niemals gegen den Meißner Bäcker vorgehen werden, wie manche das befürchtet haben". Die Verfahren gegen Meißen Keramik und die Neue Private Porzellangesellschaft Meißen blieben allerdings bestehen, schließlich handele es sich um Konkurrenten auf dem ureigenen Feld der Porzellan-Herstellung.

Sichtbares Zeichen der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Manufaktur ist der Kaendlerbrunnen an der Altstadtbrücke. Seit Anfang Oktober trägt er nach 15 Jahren Abstinenz wieder seinen Porzellan-Kasuar. Geht es nach Raschke und Blaschke ist das nur der Auftakt: So hat Meißen gerade erst am Mittwoch den dritten Preis bei der Aktion "Ab in die Mitte" mit seinem Vorschlag gewonnen, Porzellankunst stärker im Stadtbild auftreten zu lassen. Das Preisgeld von 10000 Euro sei nun Anschubfinanzierung für weitere Planungen, sagt Raschke. Blaschke hingegen wünscht sich, dass die Fußwege zwischen Manufaktur und Innenstadt für Besucher deutlich ansehnlicher gestaltet werden.

Das rührt an ein gemeinsames Problem, dass vor allem Antrieb für die Zusammenarbeit ist. Meißen und die Manufaktur wollen mehr Besucher. 210 000 Besucher seien 2014 in die Manufaktur gekommen, in diesem Jahr werden laut Blaschke noch einmal so viele erwartet. "Es hat auch schon Jahre gegeben, da waren es mehr als 300 000. Da wollen wir wieder hin", sagt er. Das hört auch Raschke gern, der 1,1 Million Tagestouristen in Meißen nicht für das Ende der Fahnenstange hält. Dabei haben beide mit dem schlechten Ruf zu kämpfen, den eine brennende Asylunterkunft und Proteste der gesamten Region und besonders Meißen eingetragen haben. Die Hälfte der Besucher in der Manufaktur seien aus dem Ausland, betont OB Raschke. Ob das schlechte Image sich negativ auswirke, könne er aber nicht sagen. "Die Dinge, die in der Region passieren, laden jedenfalls nicht ein", sagt Blaschke. Auch ein Grund, in der aktuellen Flüchtlingskrise tätig zu werden. Das Angebot, 30 bis 40 Menschen im ehemaligen Betriebskindergarten der Manufaktur unterzubringen, stehe, betont Blaschke. Die Stadt werde es wohl annehmen, sagt Raschke. Wenn dort mit einem Einzug zu rechnen ist, ist derzeit allerdings noch offen.

uwe hofmann

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