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Meißen - eine vom Hochwasser geteilte Stadt

Meißen - eine vom Hochwasser geteilte Stadt

Meißen. Es ist doch passiert. In der Nacht zum Donnerstag strömte trotz aller Bemühungen Elbwasser in das Mundloch zum Schottenbergtunnel in Meißen. Tunnel und die Elbtalbrücke sind seither gesperrt, Meißen eine zweigeteilte Stadt: links der breit fließenden braunen Elbfluten eine kleine Altstadtinsel rings um den Domberg, rechts davon die trocken gebliebenen Areale Meißens, wo das Leben von der Flut kaum gestört weitergeht.

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Mit der Elbtalbrücke ist die zweite Meißner Autobrücke ausgefallen. Dort haben jetzt Einsatzkräfte ein Lager eingerichtet.

Quelle: Martin Förster

Einzig auf den Straßen herrscht kaum Verkehr, weil der spätestens an den Meißner Brücken in eine Sackgasse gelangt.

Wesentlich besser als 2002 sei die Situation bis zuletzt am Schottenbergtunnel gewesen, meint Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos). Das Pumpensystem habe viel länger gehalten. Aber die Wasserlasten eben nicht solange bannen können, bis der Hochwasserscheitel sich durch das Elbtal gewälzt hatte. Jetzt überlegt man im Rathaus, wie man die neuralgische Stelle im Meißner Verkehrsnetz künftig besser schützen kann. Vielleicht durch die Anschaffung eines mobilen Dammsystems, überlegt Raschke.

Immerhin an einer Stelle schaffen es die Pumpen bisher, wichtige Verbindungen frei zu halten: Die Fabrikstraße lässt sich weiter befahren. Im übrigen Teil des Verkehrsnetzes sieht die Lage jedoch ernüchternd aus: Bundesstraße 6 und Staatsstraße 82, die beide längs der Elbe nach Dresden verlaufen, sind überflutet, beide Straßenbrücken gesperrt. Einzig die Eisenbahnbrücke lässt sich noch nutzen, steht Fußgängern und Radlern offen. Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss für die nächste offene Brücke weite Wege in Kauf nehmen: Weil auch die Niederwarthaer Straße wegen versunkener Straßenanbindungen gesperrt ist, lassen sich derzeit erst auf der Autobahnbrücke die Elbseiten wechseln.

Die Stadt arrangiert sich mit ihrer Teilung so gut es geht. So hat sich die Feuerwehr auf beide Elbseiten verteilt. In den schwer zugänglichen Altstadtteilen, die nicht versunken sind, steht eine mobile Polizeieinheit bereit, heißt es aus dem Rathaus. Beim Landesgymnasium St. Afra haben Technisches Hilfswerk und Rettungsdienst einen Stand eingerichtet. Kranke werden von der linkselbischen Seite jetzt ins Krankenhaus Riesa gefahren, das einfacher zu erreichen ist als das Meißner. Das Abwassernetz funktioniere weiterhin, ebenso das Stromnetz außerhalb der überfluteten Gebiete, informiert die Verwaltung. Um es den Betroffenen vor Ort zu erleichtern, sich mit Nahrungsmitteln zu versorgen, dürfen Lebensmittelmärkte im Stadtgebiet auch am Sonntag von 9 bis 16 Uhr öffnen. Die Evakuierung gefluteter Altstadtbereiche hält weiter an. Acht Boote hat die Deutsche-Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) mit ihrer Basis auf der Altstadtbrücke im Einsatz. Weil der Ladestand vieler Handy-Akkus mittlerweile zu gering für einen Notruf sein dürfte, werden diejenigen, die gerettet werden wollen, dazu aufgefordert, ein weißes Tuch aus ihrer Wohnung zu hängen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.06.2013

Uwe Hofmann

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