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Meißen: Photon entwickelt Telefonstelen und Notrufsäulen

Meißen: Photon entwickelt Telefonstelen und Notrufsäulen

Meißen. „Intelligentes Blech“, so nennt Vertriebsleiter Franz Coriand, was die Hallen von Photon Meissener Technologies an der Niederauer Straße verlässt.

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(Symbolbild)

Quelle: dpa

Dazu zählen zum Beispiel die Telefon-stelen, mit denen die Telekom schon vor Jahren begonnen hat, die althergebrachten Telefonzellen abzulösen. Oder Notrufsäulen, wie sie die Hamburger Hochbahn oder die Münchner Verkehrsgesellschaft auf ihren Bahnhöfen aufgestellt haben. Auch Stromstationen für Elektroautos, Fahrgastanzeiger und Parkautomaten gehören zum Sortiment des Meißner Werks, das nach der Wende aus dem VEB Kabelwerk Meißen hervorgegangen ist.

„Auch heute noch sind wir mit unseren 10 000 Artikeln immer in der Nähe des Kabels, nur die Kabel selbst produzieren wir nicht“, sagt Coriand. Vier Standbeine hat das Unternehmen, das seit 2001 zur Photon AG gehört, aber selbstständig agiert. Neben diversen Notruf-Informationssystemen, der Elektromobilität und der Fertigung von Spezialgehäusen ist das Geschäft mit Bahnunternehmen das wichtigste. 40 bis 50 Prozent des Gesamtumsatzes von jährlich acht bis zwölf Millionen Euro mache das aus, sagt der Vertriebsleiter.

Dabei hat das Unternehmen anfangs vor allem mit der Telekom Geschäfte gemacht. Weil die Nachfrage nach Telefonanlagen mit zunehmender Mobiltelefonie aber sank, gewann das Bahngeschäft an Bedeutung. So ziemlich alles, was an Verteilertechnik neben den Gleisen zu sehen ist, haben die Meißner im Angebot: Egal ob es Sprechanlagen für Lokführer sind oder die vielgestaltigen Verteilerkästen auf der Strecke und an Bahnhöfen. Besonderheit dabei sind die teils „sehr rauen Standortbedingungen“, wie Roswitha Urner, die Vertriebsleiterin Bahntechnik, sagt.

Auf der Strecke setzen Hitze und Kälte, Schmutz und die vorbeirauschenden Züge dem Material zu, auf den Bahnhöfen zusätzlich noch Randalierer. Entsprechend widerstandsfähig sind Produkte aus dem Hause Photon Meißen. Derzeit werden Verteilerkästen für die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) aus Edelstahl gefertigt – sie sind so mit einem keramischen Material beschichtet, dass sich Graffitis leicht entfernen lassen. „Da geht man einfach mit dem Lappen drüber und es ist weg“, sagt Coriand über die Eigenentwicklung der Meißner.

Sie resultiert wie vieles andere auch aus der Entscheidung, die eigene Entwicklungsabteilung zu behalten. Derzeit ist man dort unter anderem damit beschäftigt, die Telefonstele zu einer Standardnotrufsäule umzugestalten, die je nach Bedarf modular aufgerüstet werden kann – wahlweise mit Telefontechnik, Notrufknopf und vielem mehr. Ähnliche Projekte ist man schon erfolgreich angegangen: So stehen in Hamburg und München Stelen aus Meißen für den Taxiruf. In Österreich hat die ÖBB sämtliche Hochgeschwindigkeitsstrecken in Tunneln mit Meißner Notrufanlagen ausrüsten lassen. Ein gutes Geschäft, schließlich müssen die Stelen dort alle 200 Meter stehen. „Allerdings ist der Markt endlich“, meint Coriand zu dem Marktsegment. Wer einmal ein solches System installiert hat, benötigt so schnell kein neues.

So bleibt das Bahngeschäft auch längerfristig der wichtigste Zweig des Unternehmens mit seinen 85 Beschäftigten. Dort verzeichnen auch die kleinen Entwicklungen große Erfolge. So haben die Meißner eine Schienenfußklammer erdacht, was nichts anderes als ein mehrfach gebogenes Blech ist, mit dem sich Kabel direkt an der Schiene befestigen lassen. In guten Jahren werden mehrere 100 000 Stück dieser Teile verkauft, weil sich mit ihnen das kostspielige Vergraben der Kabel erübrigt. Dennoch ist die Sache technologisch schwieriger, als sie sich anhört. „Und deshalb“ sagt Urner, „sind Projektberatung und Service vor Ort ein wesentlicher Bestandteil der Firmenphilosophie.“

Uwe Hofmann

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