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Mehr als 30 000 Menschen besuchen die Karl-May-Festtage in Radebeul

Westernsause Mehr als 30 000 Menschen besuchen die Karl-May-Festtage in Radebeul

Die Karl-May-Festtage werden 25 Jahre alt und mehr als 30.000 Besucher feiern mit. Das war vor Wochen noch nicht absehbar, als die Organisatoren im Kulturamt kritisch in den regnerischen Himmel blicken mussten. Zum Glück hatten sie mit Gojko Mitic einen Begeisterung hervorrufenden Schirmherren gewonnen.

Heath Hill und Gaehnewrawenedyaws Printup (v.l.) beim Rauchtanz. Die beiden gehören zu einer Abordnung der Oneida-Indianer, die wie in den Vorjahren auch beim Pow Wow am Hohen Stein über indianische Tänze, Bräuche und Geschichten aufklärten.

Quelle: Anja Schneider

Radebeul. Die Karl-May-Festtage werden 25 Jahre alt und mehr als 30.000 Besucher feiern mit. Das war vor Wochen noch nicht absehbar, als die Organisatoren im Kulturamt kritisch in den regnerischen Himmel blicken mussten. Zum Glück hatten sie mit Gojko Mitic einen Schirmherren gewonnen, der nicht nur bei jedem Auftauchen auf dem Festgelände für ein Jauchzen in der Menge sorgte, sondern auch „einen heißen Draht zu Manitu“ hat. Die sonnigen Stunden im Lößnitzgrund habe der frühere DEFA-Chef-Indianer auf diese Weise vereinbart.

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Am Wochenende fanden in Radebeul die 25. Karl-May-Festtage statt.

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Mitic war bei Weitem nicht die einzige gute Wahl der Festorganisatoren. Auch das Motto, „Geschichten, Märchen und Legenden“, war ein guter Griff. Nicht nur, weil es für einen Fabulierer wie Karl May sehr naheliegend ist. Auch nicht allein, weil tatsächlich Geschichten, ob nun von den Oneida-Indianern am Hohen Stein erzählt oder von Hüseyin Kücük in seinem türkischen Schattentheater aufgeführt, ein Schwerpunkt waren. Nein, es geht auch um die vielen Anekdoten, die die Besucher nach ihrem Bummel durch den Lößnitzgrund nach Hause nehmen.

Zum Beispiel die von Sophie und Henrik Fricke, die 405 Kilometer aus dem niedersächsischen Rühen auf den Rücken ihrer Pferde zurücklegten und dafür vom Landesbühnen-Winnetou Jürgen Haase mit einer Friedenspfeife ausgezeichnet wurden. Weil Henrik Fricke im entscheidenden Moment das Pferd etwas durchging, verabschiedete sich allerdings der Pfeifenkopf aufs Straßenpflaster und wurde von dem auf korrekten Programmablauf erpichten Kulturamtsleiter Alexander Lange ein zweites Mal übergeben.

Wie im Märchen dürften sich dagegen viele Mitic-Fans gefühlt haben, deren Idol bei einer Autogrammstunde sehr geduldig blieb. Dort bekam der 75-Jährige zum Beispiel Fotos von einem Jugoslawien-Urlaub präsentiert, die Mitic in der Badehose und sein Gegenüber, einen Mittdreißiger, als Knirps zeigen. Geschichten über Geschichten, darunter sicher auch ein paar Erweckungsmomente, wie ihn der Schauspieler im Karl-May-Museum hatte. Dort entdeckte er seinen Eintrag im Goldenen Buch wieder, den er vor 50 Jahren eingeschrieben hatte. „Es ist doch kaum zu glauben“, sagte Mitic.

Kaum zu glauben auch, dass diese aus dem Elan einiger Enthusiasten entstandenen Festtage 25 Jahre alt sind. Klar werden aus diesem Anlass auch die Geschichten vergangener Tage rausgekramt. Schauspiel-Urgestein Herbert Graedtke etwa, der 1984 auf der Felsenbühne Rathen „zum ersten Old Shatterhand der DDR“ wurde, erinnerte an den Ursprung des Fests, einen Sternritt der Schauspieler der westdeutschen Karl-May-Bühne Bad Segeberg und ihres Pendants in Rathen. Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) griff den Faden auf und würdigte vier „Initiatoren“ des Festivals, Festorganisatorin Cornelia Bielig, Programm-Chef Helmut Raeder, den kaufmännischen Geschäftsführer der Landesbühnen Till Wanschura und eben Graedtke. Alle vier sind immer noch für die Festtage engagiert – auch das ist eine Geschichte für sich.

Von Uwe Hofmann

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