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Mehr Flüchtlinge als erwartet - Stadt und Landratsamt Pirna suchen Räume

Mehr Flüchtlinge als erwartet - Stadt und Landratsamt Pirna suchen Räume

Für die Unterbringung von Asylbewerbern sucht die Stadt Pirna derzeit nach Unterkünften. Bis Ende des Jahres werden noch 65 Flüchtlinge erwartet. "Mit der dezentralen Unterbringung haben wir eine gute Lösung gefunden", sagt OB Klaus-Peter Hanke (parteilos).

Statt in einem zentralen Asylbewerberheim kommen die Schutz- und Hilfesuchenden in der Canalettostadt in Wohnungen unter. "Im Moment leben in 47 kommunalen Wohnungen der städtischen Tochtergesellschaft WGP insgesamt 201 Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge", informiert das Stadtoberhaupt.

Bislang leben sie auf dem Sonnenstein, in Copitz und in der Altstadt. "Wir wollen den Menschen in ihrer Not helfen", führt das Stadtoberhaupt weiter aus und betont: "Asyl bedeutet in erster Linie Zufluchtsort, Unterkunft, Schutz vor Verfolgung und gehört zu unserer Verantwortung gegenüber den Schwächeren." Auf der Suche nach Wohnraum für Asylsuchende stehen nicht mehr nur die großen Stadtteile im Fokus, sondern auch die ländlich geprägten Ortsteile. So haben bereits elf junge Männer ein Obdach in Rottwerndorf gefunden. Außerdem werden zwei Wohnungen in Neundorf Flüchtlingen als Wohnraum zur Verfügung gestellt. "Eine Wohnung ist bereits belegt", so Hanke.

Die Unterbringung von Asylsuchenden fällt in die Zuständigkeit des Landratsamtes Pirna. Neben den beiden zentralen Heimen in Schmiedeberg (160 Plätze) und Langburkersdorf (120) setzt auch die Kreisverwaltung auf dezentrale Unterbringung. Familien und Frauen mit Kindern werden generell in Wohnungen untergebracht, junge alleinstehende Männer in den Heimen oder in Wohngemeinschaften. Allerdings wird die Suche nach passendem Wohnraum schwieriger. Ging man am Anfang des Jahres noch von 426 Flüchtlingen aus, die dem Landkreis dieses Jahr zugewiesen werden, ist die Zahl jetzt auf 675 gestiegen. "245 Menschen sind bereits da, 430 werden noch kommen", berichtet Kerstin Körner, Leiterin des Kreisordnungsamtes. Die jetzt im Kreisgebiet lebenden Asylsuchenden stammen aus 33 Nationen. Wer über freien Wohnraum verfügt, kann sich beim Landratsamt melden.

Da Wohnungen mitunter knapp werden, sucht die Kreisverwaltung auch nach Möglichkeiten für die zentrale Unterbringung. "Wir schauen uns derzeit viele Objekte an", sagt Kati Hille (CDU), Beigeordnete für Innere Verwaltung und Ordnung. Von der Lösung einer großen zentralen Massenunterkunft hält sie allerdings Abstand. Die Überlegungen gehen eher hin zu mehreren kleinteiligen Einrichtungen für 40 bis 50 Personen. "Mehr als 80 sollten es nicht sein", meint Hille. Massenunterkünfte bergen ein gewisses Konfliktpotenzial, wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und von verschiedener Nationalität auf engstem Raum zusammenleben müssen. Durch die kleinteilige Unterbringung lässt sich dies vermeiden.

Die Idee der dezentralen Unterbringung wird auch von der Polizei mitgetragen. Seit rund einem Jahr leitet Polizeirat Mirko Göhler das Revier Pirna: "Mir ist kein strafrechtlich relevanter Fall bekannt, bei dem es Streit zwischen Asylbewerbern oder mit Deutschen gab", berichtet der Revierleiter.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.09.2014

Silvio Kuhnert

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