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Massive Ausschreitungen in Heidenau: Rechte blockieren Straße vor Asylunterkunft

Massive Ausschreitungen in Heidenau: Rechte blockieren Straße vor Asylunterkunft

Sachsen bereitet sich auf die Aufnahme weiterer Flüchtlinge vor. In einem früheren Baumarkt in Heidenau bei Dresden sollen in der Nacht zum Samstag etwa 250 Neuankömmlinge untergebracht werden, teilte die Landesdirektion Sachsen am Freitag mit.

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Ausschreitungen vor der Flüchtlingsunterkunft in Heidenau am Freitagabend.

Quelle: dpa

Sie ist für die Erstaufnahme der Asylbewerber zuständig und Betreiber der entsprechenden Unterkünfte. Auf den beiden jeweils knapp 3000 Quadratmeter großen Etagen des früheren Baumarktes sollen künftig bis zu 600 Menschen unterkommen.

Am Abend protestierten in Heidenau hunderte Menschen gegen die Aufnahme von Asylbewerbern. Dazu aufgerufen hatte die rechtsextreme NPD. Im Anschluss daran blockierten Dutzende Demonstranten am Freitagabend die Bundesstraße 172 vor einem früheren Baumarkt. Vereinzelt krachten Böller. Die Polizei leitete den Verkehr um. Das teilte Polizeidirektion Dresden mit.

„Nach Ausschreitungen in der Nacht ist die Lage jetzt ruhig“, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen.

Am späten Abend errichteten die Rechten erneut Barrikaden aus Bauzäunen. Den Protestieren aus dem NPD-Umfeld stellten sich etwa 20 Gegendemonstranten entgegen. Ein Bus mit Flüchtlingen konnte wegen der angespannten Sicherheitslage nicht bis zum Baumarkt fahren. Die Polizei sperrte die Straßen in beide Richtungen ab, berichtetetn Zeugen vor Ort. Es kam zu Handgreiflichkeiten. Mehrere Beamte und Störer seien verletzt worden. Die Sicherheitskräfte setzten Reizgas ein. Ein Teil der Protestierer wurde von der Polizei eingekesselt, einige wurden festgenommen. Wie es von Teilnehmern der Gegendemonstrationen hieß, sei ein Auto des MDR von den Randalierern beschädigt worden. Erst gegen 0.45 Uhr konnte der erste Bus mit Flüchtlingen zu der Unterkunft gelangen.

Schon an den vorangegangenen Abenden hatte es in dem Ort Demonstrationen gegen die Unterbringung der Flüchtlinge gegeben. Nach Angaben der Landespolizei soll auf dem Gelände der Unterkunft ein Wachdienst für Ordnung und Sicherheit sorgen. Außerhalb werde das Terrain von der Polizei überwacht.

Das Gebäude, das von einem Zaun umgeben ist, liegt in einem Gewerbegebiet an der Bundesstraße 172 und stand seit 2013 leer. An den vorangegangenen Abenden hatte es dort Demonstrationen gegen die Unterbringung der Asylbewerber gegeben. Auch für Freitagabend war ein Protestmarsch geplant. Nach Aussagen der Landespolizei soll auf dem Gelände des Baumarktes ein Wachdienst für Ordnung und Sicherheit sorgen. Außerhalb werde das Terrain von der Polizei überwacht. Bei der Eröffnung des Dresdner Zeltlagers für Flüchtlinge war es am 24. Juli bei einer Kundgebung der rechtsextremen NPD zu Ausschreitungen gekommen. Neonazis und Hooligans gingen auf Demonstranten los, die die Flüchtlinge begrüßen wollten. Sie bewarfen sie mit Flaschen und anderen Gegenständen, drei Menschen wurden verletzt.

Nach Auskunft der Landesdirektion ist der Baumarkt in Heidenau bereits die 20. Außenstelle der Erstaufnahme in Sachsen. Die Behörde sucht nach weiteren Standorten, weil bis Ende des Jahre noch etwa 25 000 Flüchtlinge aus Kriegsgebieten und Asylbewerber aus anderen Staaten erwartet werden. Bis Ende Juli waren bereits 15 000 Betroffene registriert und damit mehr als im gesamten Jahr 2014. Auch auf dem Gelände der Landesdirektion soll bis Anfang kommenden Jahres ein Containerdorf entstehen. Man prüfe laufend Objekte, sagte Behördensprecher Holm Felber. Infrage kämen aber nur Standorte, an denen mindestens 250 Menschen Platz fänden.

Die Asylbewerber, die in Heidenau unterkommen, müssen in der nächsten Woche noch ein- oder zweimal nach Chemnitz fahren. In der dortigen zentralen Erstaufnahme findet die medizinische Erstuntersuchung statt. Außerdem hat dort das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seine sächsische Niederlassung, die die Asylanträge entgegennimmt. Ab September soll dies auch im Dresdner Zeltlager möglich sein. Vertreter von Firmen in der Nachbarschaft des Heidenauer Baumarkts sorgten sich am Freitag um die Sicherheitslage. Nach den Worten von Helmut Koller, Abteilungsleiter in der Landesdirektion, gab es im Umfeld der bisherigen Erstaufnahme-Einrichtungen keine Zunahme der Kriminalität.

dpa/jv

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