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Maskottchen aus Leidenschaft: 25-Jähriger Radebeuler steckt seit zehn Jahren im Lößnitzdackel-Kostüm

Maskottchen aus Leidenschaft: 25-Jähriger Radebeuler steckt seit zehn Jahren im Lößnitzdackel-Kostüm

Es gehört zur Lößnitzgrundbahn einfach dazu: das Maskottchen des Lößnitzdackels. Bei größeren Veranstaltung an der Schmalspurbahnstrecke Radebeul-Ost - Radeburg unterhält der zottelige Geselle die Besucher, ist auf den Züge unterwegs und auf den Bahnhöfen anzutreffen.

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Seit zehn Jahren ist Martin Bruch als Lößnitzdackel das tierisch-kuschlige Aushängeschild der Radebeuler Traditionsbahn und macht vor allem die kleinen Passagiere glücklich.

Quelle: Lars Müller

Längst hat der Lößnitzdackel eine feste Fangemeinde. Wer unter dem Kostüm steckt, wissen hingegen nur Eingeweihte. Seit zehn Jahren erledigt der Radebeuler Martin Bruch den Job. Am Wochenende zum Schmalspurbahnfestival feiert der junge Mann ein kleines Jubiläum. Der 25-Jährige wollte seinerzeit eigentlich Zughelfer werden, als er beim Radebeuler Traditionsbahn-Verein anheuerte. Gesucht hatten die "Tradibahner" damals aber einen Kollegen, der ins Maskottchen-Kostüm steigt. Eine schicke Schaffneruniform wäre ihm lieber gewesen, als ein zauseliger Kunstpelz. "Eigentlich war das überhaupt nicht mein Traumjob", erinnert sich Martin Bruch. Schnell hat er allerdings gemerkt, dass ihm die Rolle als Lößnitzdackel durchaus liegt. Es habe immer mehr Spaß gemacht. "Vor allem mit den Kindern zu scherzen sei immer wieder eine neue Herausforderung", sagt der gelernte Gärtner. Die kleinen Besucher wollen kein Maskottchen, das langweilig auf dem Bahnsteig herumsteht. Dabei ist es mitunter schwierig, mit eingeschränkter Sicht und den großen Tatzen an den Füßen halbwegs sicher vom Fleck zu kommen. Die Stufen der historischen Bahnwaggons sind schmal und die Türen ebenso.

"Mit der Übung wurde es im Laufe der Zeit immer besser", sagt Bruch. Wenn mal viel Gedränge herrsche, fänden sich auch stets hilfsbereite Bahnfans, die dem behäbigen Dackel den richtigen Weg weisen. Als Lößnitzdackel wird man hart im Nehmen, gibt der junge Mann zu. Im Winter zieht eisige Luft ins Genick, während im Sommer die Temperaturen unter dem dunkelbraunen Fell ziemlich schnell auf Sauna-Niveau klettern. Ans Aufhören denkt Martin Bruch aber noch lange nicht, um Nachwuchs wirbt er allerdings ständig. "Wir freuen uns über jeden Jugendlichen, der im Verein mithilft", sagt er. Geld gibt es für den Job im Dackel-Kostüm jedoch keines. "Es ist ein Ehrenamt, aber es macht Spaß."

Bruch ist seit seiner Kindheit ein Fan von großen und kleinen Zügen. Daheim wurde ständig an der Modelleisenbahn gebastelt. Inzwischen baut der junge Mann mit Hingabe an einer Gartenbahn im elterlichen Schrebergarten. Und dann hat Martin Bruch noch immer einen Traum: Beruflich möchte er noch einmal neu durchstarten und bei einem Eisenbahnunternehmen als Azubi beginnen. Fürs nächste Jahr hat er sich das fest vorgenommen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.09.2013

Lars Müller

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