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Markenstreit von Meißen: Ultimatum ist aufgeschoben

Markenstreit von Meißen: Ultimatum ist aufgeschoben

Meißen. Mit viel Brimborium war sie angekündigt: Die große Aussprache, die eine weitere Eskalation des Markenstreits in Meißen verhindern sollte (DNN berichteten).

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Christian Kurtzke hat aus der Porzellanmanufaktur die Luxusmarke "MEISSEN" gemacht.

Quelle: Matthias Hiekel/dpa

Nach dem gestrigen Treff von Porzellanmanufaktur-Chef Christian Kurtzke und den vier Stadtrats-Fraktionsvorsitzenden hat man sich auf genau vier Worte geeinigt: "Wir sind im Gespräch", verlautete Kurtzke anschließend, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Das ist kein Paukenschlag, verschafft der Manufaktur aber etwas Luft. Schließlich läuft am Dienstag ein Ultimatum aus, mit dem Meißen die Manufaktur dazu zwingen will, sämtliche Markenrechts-Klagen gegen andere Unternehmen der Stadt fallen zu lassen. Andernfalls droht man dem Staatsunternehmen, alle beim Patentamt angemeldeten Marken mit dem Schriftzug "Meißen" in diversen Schreibweisen anzugreifen - und damit einen Punkt, in dem Kurtzkes Unternehmensstrategie der Luxuswarenproduktion besonders verwundbar ist.

Das ist nun zwar nicht vom Tisch, aber aufgeschoben. Denn man hat einen weiteren Gesprächstermin vereinbart, der nach DNN-Informationen Mitte Oktober liegen soll - Wochen nach Ablauf des Ultimatums also. Den genauen Termin wollen die Stadträte aber noch bei der nächsten Sitzung des Ältestenrates abstimmen. "Wir müssen jetzt erst einmal in der Fraktion alles weitere beraten", sagte CDU-Fraktions-Chef Falk Werner Orgus nach dem Treff. Er habe im Gespräch die neue Erkenntnis gewonnen, dass es die von der Manufaktur angestrengte Klagewelle gegen Meißner Unternehmen gar nicht gebe. "Dr. Kurtzke sprach von zehn Klagen", sagte Orgus. "Das müssen wir jetzt neu bewerten." Schließlich habe Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) seinen Austritt aus dem Aufsichtsrat der Porzellanmanufaktur damit begründet, dass es dutzende Klagen seien. "Da wurden wir augenscheinlich falsch informiert", spart Orgus nicht mit Kritik an der Rathausspitze. Er begrüße es dementsprechend, dass nach "Monaten der Funkstille jetzt der Gesprächsfaden wieder aufgenommen ist". Wie sich OB Raschke dazu positioniert und was er zur Kritik zu sagen hat, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Er schweigt sich weiterhin zu den Gesprächen zwischen Manufaktur und Stadtrat aus.

Auch sonst ist nicht viel in Erfahrung zu bringen. "Ich persönlich möchte mich sehr zurückhalten", sagt etwa Helge Landmann, der für die Fraktion Freie Bürger/Grüne/SPD am Gespräch teilgenommen hat. Nur in einem Punkt wird er deutlich: "Ich sehe es nicht so, dass das Ultimatum vom Tisch ist." Die grimmige Entschlossenheit, die zum Ultimatum führte, ist der Vorsicht gewichen, die nun auf allen Seiten herrscht.

Das bedeutet auch weiterhin viel Überzeugungsarbeit für Kurtzke, der nach seinem Antritt als Geschäftsführer im Jahr 2008 die Porzellanmanufaktur komplett umgekrempelt hat. Weg vom reinen Geschirrproduzenten, hin zur Luxus- und Lifestyle-Marke. Heute prangen die gekreuzten Schwerter auch auf Kleidern, Möbeln, Uhren, Schmuck und Wohnaccessoires. Das Porzellan scheint in den Hintergrund gerückt. Über die neuen Produkte will Kurtzke es mitnehmen in die neue Luxuswelt. Vermarktet wird alles unter der Dachmarke "Meissen Couture". Diese Strategie brachte Kurztke auch im Landtag gehörig Kritik ein, schließlich wird die Umstrukturierung mit Steuergeld bezahlt. Laut Finanzministerium hat der Freistaat bereits 17,1 Millionen Euro in den Wachstumskurs gesteckt, erst kürzlich 2,3 Millionen Euro. Damit das nicht ewig so bleibt, sollen externe Prüfer die Plausibilität des Kurses checken. Alle weiteren Finanzierungen hingen vom Ergebnis ab, heißt es im Ministerium. Das hielt sich in der Auseinandersetzung zwischen Meißen und Manufaktur sehr bedeckt verhalten. Der Markenstreit sei Sache der Geschäftsführung, hieß es auf DNN-Anfrage. Kurtzke bleibt weiter am Zug. mit dpa

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.09.2014

Uwe Hofmann/Barbara Stock

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