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Markenstreit um "Meissen": Stadträte wollen Freistaat an den Verhandlungstisch zwingen

Markenstreit um "Meissen": Stadträte wollen Freistaat an den Verhandlungstisch zwingen

Meißen. Der dünne Gesprächsfaden zwischen dem Meißner Stadtrat und der Porzellan-Manufaktur Meissen scheint endgültig zerrissen. Gestern haben die Fraktionschefs des Meißner Stadtrats ein mit Manufaktur-Chef Christian Kurtzke vereinbartes Treffen kurzerhand platzen lassen.

Die Gespräche über eine Öffnung der Marke Meissen seien festgefahren, begründet Stadtrat Wolfgang Tücks (Unabhängige Liste Meißen) schlicht. Konkret geht es in der Auseinandersetzung um die Wortmarke Meißen in diversen Schreibweisen, welche die Porzellanmanufaktur für eine Vielzahl von Waren und Dienstleistungen angemeldet hat. Die Stadträte sehen in dieser Marke eine Gefährdung für andere Meißner Unternehmen und wollen ihre Löschung beantragen, weil die Manufaktur trotz mehrmaliger Aufforderung ihre Markenstrategie nicht änderte. Ein Kompromiss scheine nur unter Einbeziehung des Gesellschafters möglich, meint Tücks über die deswegen angelaufenen Gespräche, die nach wenigen Wochen schon wieder ruhen.

Die Stadträte fordern als den Gesellschafter der Manufaktur zum wiederholten Male den Freistaat Sachsen an den Verhandlungstisch, der dazu allerdings nach wie vor keine Veranlassung sieht. "Der Gesprächsfaden zwischen den verschiedenen Personenkreisen sollte wieder aufgenommen werden, um einen vertretbaren Interessenausgleich - gegebenenfalls auch unter Zuhilfenahme eines Mediators - zu finden", antwortet Alwin-Rainer Zipfl, vom zuständigen Finanzministerium auf DNN-Anfrage. Bedeutet: Der Markenstreit ist Meißner Sache und soll dort gelöst werden.

Frühestens Anfang Dezember werden die Stadträte beraten, ob sie die angedrohte Markenlöschung auch wahr machen wollen. Manufaktur-Chef Kurtzke zeigte sich in einer ersten Reaktion wenig begeistert vom Abbruch der Gespräche. Man bleibe gesprächsbereit, sagte er. Immerhin hat er in den letzten Wochen deutlich mehr Initiative im seit Jahren schwelenden Streit an den Tag gelegt. Zuletzt ging er per Postwurfsendung in die Charmeoffensive und lies ein "Meissen"-Magazin in den Meißner Haushalten verteilen. Zudem gibt es im Stadtrat auch Gegner der derzeit harten Linie gegen die Manufaktur. "Ich wurde leider überstimmt", sagt CDU-Fraktions-Chef Falk Werner Orgus zum Abbruch der Gespräche: "Ich bin der Meinung, es gibt in Meißen genug Gesprächsbedarf mit der Manufaktur."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.10.2014

Uwe Hofmann / dpa

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