Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Google+
Mario Lehwald, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Pirna: Uhrenindustrie schafft Jobs

Mario Lehwald, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Pirna: Uhrenindustrie schafft Jobs

Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge weiter gesunken. Bei exakt acht Prozent lag die Quote im Juli. Agenturchef Mario Lehwald erwartet im Herbst einen neuen Tiefststand.

Voriger Artikel
Pirnaer Hofnacht: Zu Gast im Privatrefugium
Nächster Artikel
Spenden für Coswig gehen nach Dresden

Mario Lehwald, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Pirna

Quelle: Agentur für Arbeit Pirna

Wie sich das Juni-Hochwasser auf den Arbeitsmarkt auswirkt und ob bereits alle Schulabgänger eine Ausbildungsstelle haben berichtet er im Interview mit DNN-Mitarbeiter Silvio Kuhnert. Frage: Herr Lehwald, bundesweit ist ein leichter Sommeranstieg bei den Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen, weil zum einen Azubis ihre Lehrausbildung beendet haben und auf den Arbeitsmarkt drängen, zum anderen Schulabgänger noch eine Lehrstelle suchen. Ist die Zahl der Arbeitslosen auch im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gestiegen?

Mario Lehwald: Im Agenturbezirk blieb der "Sommeranstieg" aus. Die Zahl der Arbeitslosen ist sogar gesunken. Derzeit suchen rund 260 Frauen und Männer weniger im Vergleich zum Juni einen Job. Bei uns sind gegenwärtig 10 260 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Quote liegt bei acht Prozent. Das ist der zweitniedrigste Wert in unserem Agenturbezirk seit der Wiedervereinigung. Nur im Oktober vergangenen Jahres war die Arbeitslosenquote mit 7,9 Prozent niedriger. Die momentane Situation am Arbeitsmarkt lässt für den Herbst einen neuen Tiefststand erwarten.

Was stimmt Sie so optimistisch?

Arbeitgeber meldeten im aktuellen Monat 480 neue Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt, 40 mehr als im Vormonat und 78 mehr als im Juli 2012. Ein enormer Stellenzuwachs ist in der Uhrenindustrie zu beobachten. Insgesamt stieg die Zahl der offenen Stellen im verarbeitenden Gewerbe auf 203 an. Allein im Juli kamen aus diesem Wirtschaftsbereich 177 neue Stellen hinzu. Auch im Baugewerbe werden Arbeitskräfte vor allem wegen des Hochwassers gesucht. Hier sind 119 Stellen unbesetzt, 57 neue Stellen gingen im Juli ein. Insgesamt gibt es derzeit 856 gemeldete freie Arbeitsstellen.

Sie sprachen die Elbeflut an. Hatte das Hochwasser keine gravierenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt?

Über 400 Unternehmen mit mehr als 2300 betroffenen Personen haben Kurzarbeitergeld infolge des Juni-Hochwassers angezeigt. Das ist im sachsenweiten Vergleich ein hoher Wert. Natürlich leidet die Wirtschaft in den betroffenen Gebieten. Zum Beispiel gibt es weniger offene Stellen in der Gastronomie als im Vergleichszeitraum vergangener Jahre. Auf der anderen Seite bewirkt das Hochwasser eine stärkere Nachfrage nach Arbeitskräften im Ausbaugewerbe. Obwohl die Hochwasserkatastrophe vorbei ist und sich die Lage in den meisten Regionen deutlich entspannt hat, gibt es noch einiges zu tun. Gerade entlang der Elbe sind noch immer zahlreiche Kommunen mit den Aufräumarbeiten und der Entsorgung beschäftigt. Über das Jobcenter besteht für Kommunen und Vereine weiterhin die Möglichkeit, zusätzliche Unterstützung, beispielsweise für laufende Aufräumarbeiten, zu erhalten. Bislang kommen über das Jobcenter rund 130 Arbeitskräfte in zehn Städten und Kommunen zum Einsatz. Es können durchaus mehr sein. Uns steht dafür ein Budget von rund 514 000 Euro zur Verfügung. Gemeinden und Vereine die noch Bedarf haben, sollten sich schnell beim Jobcenter melden.

Am heutigen 1. August startet das neue Ausbildungsjahr. Sind alle Schulabgänger bereits versorgt?

498 Bewerber haben noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. Das sind mehr als im vergangenen Jahr. Die meisten unversorgten Bewerber leben in Pirna und Freital.

Gibt es denn keine freien Stellen mehr?

420 Berufsausbildungsstellen in rund 100 verschiedenen Berufen stehen noch zur Verfügung. Gesucht werden vor allem Köche (37 offene Lehrstellen), Restaurantfachmänner und -frauen (31), Hotel-Azubis (29), Zerspanungsmechaniker (19), Elektroniker (14), Anlagenmechaniker (13), Kaufmänner und -frauen im Einzelhandel (13) sowie Metallbauer, Fleischer und Verkäufer (jeweils zehn). Am 15. August bieten wir ab 13 Uhr einen 2. Aktionstag "Ausbildung" in Pirna und Freital an. Jugendliche, die für dieses Jahr noch eine Ausbildung suchen, sollten unbedingt vorbeikommen und sich über die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten informieren.

Zu den Berufswünschen der Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, gehören Verkäufer, Einzelhandelskaufmann, Zerspanungsmechaniker und Koch. Können Sie die Diskrepanz zwischen den offenen Stellen und den noch unversorgten Bewerbern in diesen Bereichen erklären?

Hier spielt die Frage der Mobilität hinein. Schulabgänger verfügen in der Regel noch nicht über ein eigenes Fahrzeug. Sie sind auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen. Wenn der Ausbildungsbetrieb nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, ist dies ein Problem. Abgelegene Betriebe sollten über Unterkunftsmöglichkeiten für ihre Azubis vor Ort nachdenken. Andererseits decken sich nicht immer die Vorstellungen und Wünsche eines Arbeitgebers hinsichtlich der Anforderungen an einen Bewerber mit den schulischen Leistungen, die dieser mitbringt. Hier können wir aber ausbildungsbegleitende Hilfen anbieten. Außerdem möchte ich an alle Schulabgänger appellieren, die eine Ausbildungsstelle gefunden haben, sich bei den Berufsberatern wieder abzumelden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.08.2013

Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

21.11.2017 - 17:46 Uhr

Bis der Platz tatsächlich steht, werden aber noch einige Jahre ins Land gehen. Radebeuls Bürgermeister rechnet in etwa fünf Jahren mit dem Baubeginn.

mehr