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Mann aus Coswig wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen verurteilt

Mann aus Coswig wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen verurteilt

"Ich hoffe, dass das alles bald ein Ende hat", sagte Michael U. nach den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Der 33-jährige Coswiger musste sich wegen des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen verantworten, davon zweimal in Tateinheit mit Vergewaltigung.

Er soll, so die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, zwischen 2008 und 2010 drei Jugendliche in 123 Fällen in Radebeul und Nachbarorten sexuell missbraucht haben. In einem Fall habe er seine Stellung als Vormund ausgenutzt. Die beiden anderen Jugendlichen soll er damit unter Druck gesetzt haben, sie als Mopeddiebe oder Brandstifter anzuzeigen. Der Mann war damals in Kindereinrichtungen tätig und ehrenamtlicher Polizist der Sicherheitswacht. Er soll den Jungen angeboten haben, die Straftaten gegen Sex-Leistungen zu vertuschen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine mehrjährige Haftstrafe, die Verteidigung Freispruch gefordert. Verteidiger Hollstein vermutete ein Komplott der Jungen, die dem Angeklagten eins auswischen wollten. Zudem sei schon bei den polizeilichen Ermittlungen einiges schief und seltsam gelaufen.

Während der Verhandlung relativierten sich die Vorwürfe. Einige Aussagen der Opfer waren einfach nicht glaubhaft. Ein Opfer gab vor Gericht an, einvernehmlichen Sex mit dem Angeklagten gehabt zu haben. Vorher war von einer Vergewaltigung die Rede. Das andere Opfer blieb bei seiner Aussage zur Vergewaltigung, aber die war sehr widersprüchlich. Er machte im Gericht andere Angaben als bei der Vernehmung durch die Polizei und bei seinem Gespräch mit der Gutachterin. Da passte vieles nicht zusammen.

Nur die Aussage des Mündels von Michael U. war hieb- und stichfest. "Der Zeuge hat glaubhafte Angaben gemacht, nichts dramatisiert, sondern eher versucht die Sache runterzuspielen", sagte Richterin Michaela Kessler. Es habe oft stattgefunden, aber er habe nicht mitgezählt, hatte der Junge vor Gericht ausgesagt. In vier Fällen konnte er sich an Details erinnern, für die wurde der Angeklagte bestraft und wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Die Strafe wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Die Kammer sah es zwar als erwiesen an, dass der Angeklagte den Jugendlichen angeboten hatte, gegen "Sex-Leistungen", kriminelle Vorfälle zu vertuschen - dies sei aber eine moralische Frage und keine Straftat. Der Vorwurf der Vergewaltigung wurde fallengelassen. Brutal zum Sex gezwungen habe der Angeklagte keinen, aber das Vertrauen der Jugendlichen böse missbraucht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.12.2012

ml

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