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Luther-Kantorei Radebeul mit Konzert zu Jubiläen von Bach und Homilius

Luther-Kantorei Radebeul mit Konzert zu Jubiläen von Bach und Homilius

Bevor die Luther-Kantorei Radebeul im nächsten Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiern kann, gedachte man mit einem großen Konzert der Jubiläen von Carl Philipp Emanuel Bach und Gottfried August Homilius, beide 1714 geboren, - eine gute Gelegenheit, die große Leistungsstärke der Kantorei, die durch KMD Gottfried Trepte in seiner Amtszeit stets befördert und ausgebaut wurde, unter Beweis zu stellen.

Und da war auch diesmal sehr viel Erfreuliches zu hören. In Homilius' einziger Kantate zum Reformationsfest "Preise, Jerusalem, den Herrn" erlebte man von Pauken und Bläsern überglänzte, barocke Prachtentfaltung. Die Luther-Kantorei sang mit Leidenschaft und von Klangschönheit beseelt, auf unbedingte Ausdruckstiefe bedacht. Der Kantate folgte das 1769 beendete Oratorium "Die Israeliten in der Wüste" des Bach-Sohnes. Dieser hatte das Werk ausdrücklich zur Aufführung in und außerhalb der Kirche, also auch für den Konzertsaal, vorgesehen.

Bach bedient sich bei der Schilderung des Zuges der dürstenden und verzweifelten Israeliten durch die Wüste, die erst durch Moses und das lebensspendende Wasser wieder zu Gott finden, einer bildhaften Tonsprache. Vor allem ist diese lyrisch und empfindsam, wie es der Zeitgeschmack war. Sorgfältig spürten Chor (dessen Passagen sind fast immer homophon angelegt) und Solisten den unterschiedlichen Stimmungen des Oratoriums nach. Die - für die Länge des Werkes - zahlreichen Rezitative und Arien voller Innigkeit waren bei Teresa Suschke, Hannah Schlott, Tobias Mäthger und Gerd Wiemer in zuverlässigen Händen. Ein paar mehr dynamische und artikulatorische Kontraste hätten der Gesamtinterpretation freilich gut getan. Die Kantorei überzeugte weitestgehend durch ihre Fähigkeit des plastischen Gestaltens, wenn auch auf die Dauer stimmliche und intonatorische Verschleißerscheinungen nicht zu überhören waren.

Sehr gut, besonders feinnervig und stilsicher fügte sich ein Orchester Radebeuler und Dresdner Musiker ins Aufführungskonzept ein (wundervoll geschmeidig z.B. das Solofagott in der Moses-Arie "Gott, sieh dein Volk"). Als Höhepunkt des Konzertes möchte ich die Kantate "Verleih uns Frieden gnädiglich" nach dem alten Luther-Text, diesmal aus der Feder Felix Mendelssohn Bartholdys bezeichnen. Die Luther-Kantorei und KMD Gottfried Trepte gaben der Aufführung ein geradezu vorbildliches schlichtes und glaubenstiefes Gepräge, musikalisch ausge-zeichnet und klanglich präzise aus- balanciert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.11.2014

Mareile Hanns

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