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Linke wollen Sofortprogramm zur Rettung der Sachsenwinzer

Nach Giftskandal Linke wollen Sofortprogramm zur Rettung der Sachsenwinzer

Die Linken im sächsischen Landtag machen in der Affäre um Giftrückstände in Sachsenwein Druck bei der Landesregierung. Die Fraktion fordert ein Soforthilfe-Programm für die betroffenen Winzer. Es solle Winzern Umsatzverluste und Vermögensschäden unbürokratisch ausgleichen.

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Unter Sachsens Winzern herrscht Unruhe.

Quelle: Archiv/Lars Müller

Meißen/Dresden. Die Linken im sächsischen Landtag machen in der Affäre um Giftrückstände in Sachsenwein Druck bei der Landesregierung. Die Fraktion fordert ein Soforthilfe-Programm für die betroffenen Winzer. Fraktionschef Rico Gebhardt sagte, einen entsprechenden Antrag habe die Fraktion im Landtag eingebracht. Das Programm solle Winzern Umsatzverluste und Vermögensschäden unbürokratisch ausgleichen. Gebhardt räumte auf Nachfrage ein, wie dies konkret aussehen soll, sei noch zu prüfen.

Im Kern gehe es den Linken darum, dass die vielen Hobbywinzer der Genossenschaft ihr Traubengeld für angelieferte Trauben ausbezahlt bekommen. Das stehe noch aus, da der Weinskandal für die Genossenschaft durchaus existenzbedrohend sei. Gebhardt befürchtet, dass Freizeitwinzer frustriert die Bewirtschaftung der unrentablen Steillagen aufgeben könnten, die die Kulturlandschaft an der Elbe zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz prägen.

Die Genossenschaft als Sachsens größter Traubenproduzent mit 1500 Mitgliedern ist vom Gift-Skandal am schwersten getroffen. Geschäftsführer Lutz Krüger sagte wiederholt, eine Bilanz könne noch nicht gezogen werden. Der Schaden für die Genossenschaft könnte bei mehreren Millionen Euro liegen.

Tausende Liter der Jahrgänge 2014 und 2015 sind wegen Rückständen des im Weinbau verbotenen Wirkstoffs Dimethoat nicht verkehrsfähig. Sie müssen entsorgt werden. Betroffen sind auch zwei kleinere Kellereien. Mutmaßlich mindestens ein Traubenerzeuger hat ein verbotenes Pflanzenschutzmittel angewendet – ob neben oder direkt auf Rebflächen überprüft das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie. Die Untersuchungen und Anhörungen dazu dauern an.

Die Linksfraktion fordert einen Bericht, der die Affäre um die Pflanzenschutzrückstände im Wein und das Agieren der beteiligten Ämter aufklärt. Insbesondere will Gebhardt wissen, wieso die Grenzwertüberschreitung in einer Traubenprobe einer Privatkellerei den Behörden seit 21. Oktober 2015 bekannt war, die Genossenschaft und andere Winzer aber erst Ende Januar aus den Medien davon erfahren haben wollen. Gebhardt räumte zugleich ein, möglicherweise trage die Genossenschaft auch eine Mitschuld an der Misere. Im Vergleich zu Betrieben ähnlicher Größe hat die Winzergenossenschaft Meißen keinen Qualitätsmanager, der die Hobbywinzer ganzjährig betreut und deren Spritzpläne überwacht. Die Stelle eines Weinbauberaters des Landes wurde vor wenigen Jahren gestrichen. Die Linken fordern nach eigenen Angaben dessen Wiedereinführung, was das Landwirtschaftsministerium bisher aber ablehne.

Das Verbraucherschutzministerium hat nun weitere Proben bei einer Vielzahl von Betrieben angeordnet. Dabei soll auch nach anderen verbotenen Rückständen, etwa Fungiziden gesucht werden. Ministeriumssprecherin Annett Hofmann sagte, es handele sich um eins von mehreren Landesüberwachungsprogrammen, die jährlich in den verschiedensten Bereichen aufgelegt würden. Bei rund 40 Weinbau-Betrieben sollen demnach 120 Proben genommen werden. Im Gegensatz zum Bericht einer Lokalzeitung sollen auch die größeren Weingüter Schloss Proschwitz und das Staatsweingut Schloss Wackerbarth überprüft werden, stellte das zuständige Landratsamt Meißen am Wochenende klar. (mit dpa)

Von Lars Müller

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Insektizid-Rückstände im Sachsenwein

Die zuständigen Landesbehörden versuchen, die Affäre um Dimethoat-Rückstände im Sachsenwein gemeinsam lückenlos aufzuklären. Einen konkreten Zeitrahmen konnten die Fachleute jedoch nicht nennen. Die Untersuchungen der Weine aus den Jahren 2013 bis 2015 bei der Winzergenossenschaft Meißen dauerten noch an.

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