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Letzter Halt: Betrieb der Regionalbahn 110 endet

Landkreis Meißen Letzter Halt: Betrieb der Regionalbahn 110 endet

Heute fährt sie zum letzten Mal, die Regionalbahn 110, die Meißen über Nossen und Döbeln mit Leipzig verbindet. Zur letzten Durchfahrt soll es noch einmal Protest geben.

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Am heutigen Sonnabend fahren vorerst zum letzten Mal Regionalbahnen von
Meißen nach Leipzig.

Quelle: Lars Müller

Radebeul. Heute fährt sie zum letzten Mal, die Regionalbahn 110, die Meißen über Nossen und Döbeln mit Leipzig verbindet. Zur letzten Durchfahrt haben Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, und Wolfram Günter, Grünen-Sprecher für Landesentwicklung und Bauen, am heutigen Sonnabend, 12.15 Uhr an der Friedrich-List-Straße in der Nähe zum Nossener Markt zu einem Protest aufgerufen. In anderen politischen Kreisen hat man den Widerstand gegen die Stilllegung der traditionsreichen Bahnlinie längst aufgegeben. Im Kreistag Meißen war am Donnerstagabend jedenfalls kein Einwand zu hören, als Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO), das Ende der Bahnlinie erneut begründete. Mit 75 000 Euro Erlös aus Fahrkartenverkäufen die einem Zuschussbedarf von jährlich 1,5 Millionen Euro gegenüber stehen, war die von ihm beschriebene Faktenlage wohl auch zu eindeutig. "Fünf Prozent Kostendeckung, das ist schlicht nicht darstellbar", urteilte Ehlen. Zuletzt hätten täglich etwa 200 Passagiere, das sind rechnerisch 13 pro Zugfahrt, in der Bahn gesessen. Wegen sinkender Regionalisierungsmittel komme man um eine Stilllegung der Strecke nicht herum.

Dieses Argument hat übrigens auch in anderem Zusammenhang Bedeutung. "Wir sind nicht in der Lage, auf der S-Bahn im Viertelstundentakt zu fahren", teilte Ehlen den Kreisräten mit. Gemeint ist die S-Bahnlinie S1, die nach ihrer Sanierung 2016 im verdichteten Takt fahren soll, unter anderem um die entfallenden Regionalzughalte in Radebeul-Ost zu kompensieren. Gut möglich, dass das Thema in den nächsten Monaten noch zu hitzigen Diskussionen führt, weil es zum S-Bahn-Takt vertragliche Vereinbarungen gibt.

Für die RB 110 meint Ehlen durch ein in dem Bereich verdichtetes Busnetz einen guten Ersatz gefunden zu haben. Finanziell scheint das unbestritten: Für das dichtere Netz um Nossen gibt der VVO 800 000 Euro aus, was eine Ersparnis von 700 000 Euro gegenüber dem Bahnbetrieb bedeutet. Konkret hat man einen dichteren Takt auf den Linien 418 aus Meißen und 424 nach Dresden eingerichtet. In den Fahrplan hat man auch die Linie 750 des benachbarten Verkehrsverbunds Mittelsachsen (VMS) integriert, über die sich von Nossen aus Döbeln und Freiberg erreichen lassen. Für die direkte Verbindung von Meißen nach Döbeln werden sechs Fahrten der Linie 416, die bisher in Lommatzsch endeten, bis Döbeln verlängert. Mit dem VMS hat man sich dafür auf ein gemeinsames Ticket verständigt, um Tarifprobleme zu umgehen. Die Mehrfahrten fallen werktags auf Morgen- und Nachmittagstunden, am Wochenende gibt es einen Zwei-Stunden-Takt.

Gewinner der Bahnstilllegung ist die Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM). Die hatte 2003 mit der Etablierung der Schnellbuslinie 424 von Nossen nach Dresden nach Meinung von Verkehrsexperten den ersten Schritt in Richtung Bahn-Aus getan, weil eine günstige Alternative zur Regionalbahn entstand. Zwei Jahre zuvor hatte man bereits den Eilzugverkehr von Dresden über Meißen nach Leipzig eingestellt. Das Ende der EB 110 hat sich lange abgezeichnet.

Uwe Hofmann

uwe hofmann

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