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Leppersdorf wappnet sich: Kleine Röder wird wegen Flutgefahr ausgebaut

Leppersdorf wappnet sich: Kleine Röder wird wegen Flutgefahr ausgebaut

Tief hingen die Wolken am Morgen über Leppersdorf. Aus dem Nieselregen war Regen geworden. Doch unterhalb des Dorfteiches war die Kleine Röder nur ein Rinnsal.

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Die OCS-Arbeiter baggerrn das Flussbett fluttüchtig aus.

Leppersdorf. Von Bernd Lichtenberger

Kein Wunder, der Dorfteich fungiert derzeit als Stausee. Er fängt das Wasser des Flüsschens auf, damit die Mitarbeiter der Hoyerswerdaer "OCS-Kubisch GmbH" ungestört das Flussbett vertiefen und verbreitern können. Bevor sie in die Frühstückspause gingen, öffneten sie den Schieber, so dass das im Teich gesammelte Wasser abfließen konnte. Gleichzeitig entstand so neuer Stauraum.

Die Durchlassfähigkeit der Kleinen Röder in Wachau-Leppersdorf zu erhöhen, ist ein wichtiger Schritt zum Hochwasserschutz. Die von der EU geförderte Baumaßnahme kostet 350 000 Euro und soll im Herbst abgeschlossen werden.

Hochwasserschutz ist in Leppersdorf ein Dauerbrenner. Immer wieder wird die Ortschaft an der A 4 von Überschwemmungen heimgesucht. Zuletzt im vergangenen Juli. Da hatte es vor allem die Siedlung Waldblick in der Nähe von Müllermilch getroffen. Straßen wurden überspült, Keller geflutet. "Alle Feuerwehren der Gemeinde waren in Leppersdorf im Einsatz", erinnert sich Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU). Dass die Unwetter mit Starkregen am vergangenen Dienstagnachmittag um Leppersdorf einen Bogen gemacht haben, bezeichnet er als großes Glück.

Das sehen auch die Bauarbeiter aus Hoyerswerda so. Sie hoffen auf einen trocknen und sonnigen Herbst, damit sie der Kleinen Röder auf 700 Metern Länge zwischen Dorfteich und Klärwerk termingerecht mehr Platz verschaffen können. Sie wollen dem streckenweise verbauten Fluss vor allem sein altes Bett zurückgeben. Ein Drittel davon haben sie schon geschafft, schätzt der Bürgermeister. Auch im Oberdorf soll die Kleine Röder mehr Platz bekommen. Diese Arbeiten sollen im Frühjahr starten. An den Plänen dafür wird noch gearbeitet.

Aber vor einem Hochwasser geschützt ist Leppersdorf auch nach Abschluss dieses zweiten Bauabschnitts nicht. Untersuchungen von Ingenieurbüros haben ergeben, dass der Ort zwei Rückhaltebecken braucht, in denen bei Starkregen das Wasser der Kleinen Röder aus dem Westen und vom Faulen Fließ aus dem Norden aufgefangen werden kann. Für ein Jahrhunderthochwasser müssen beide einen Stauraum von insgesamt fast 85 000 Kubikmetern haben, wurde von den Planer errechnet. Ob diese Becken in dieser Größe und wann sie gebaut werden, weiß Künzelmann nicht. Eigentlich sollen sie im Zuge des Neubaus der Staatsstraße 177 errichtet werden: das Rückhaltebecken für das Faule Fließ dort, wo die neue S 177 in die Autobahn mündet, das Becken für die Kleine Röder östlich vom neuen Kreisverkehr am Eierberg. Aber da es zu den derzeitigen S 177-Plänen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr sehr viele Widersprüche gibt, könnte es sein, dass das ganze Planungsverfahren noch einmal neu aufgerollt werden muss, befürchtet der Bürgermeister.

Außerdem warnt Künzelmann vor der Illusion, Leppersdorf sei nach dem Bau der Rückhaltebecken vor jeglichem Hochwasser gefeit. Das Dorf liegt inmitten von Feldern und Wiesen. Nach kräftigen Gewittern kann das Wasser auch von den Feldern mit ihren schweren lehmigen Böden kommen. Das hat die Erfahrung gezeigt. "Schon seit Jahren sind wir deshalb mit der Lichtenberger Agrar GmbH & Co. KG im Gespräch. Auch nach dem heftigen Regen im Juli bin ich mit dem Geschäftsführer des Unternehmens in Gummistiefeln über die Felder gestapft", sagt der Bürgermeister. Voller Verständnis versuche der Agrarbetrieb, seine Felder so zu bewirtschaften, dass möglichst wenig Wasser in die Ortslage abfließt.

"Kritische Lagen werden pfluglos bearbeitet, fast überall verzichten wir auf die Herbstfurche, haben stattdessen Zwischenfrüchte angebaut", bestätigt Klaus Hofmann, Geschäftsführer des Landwirtschaftsunternehmens. Gräben werden in Ordnung gehalten und hier und da durch neue ergänzt. "Aber einen absoluten Schutz vor Hochwasser wird es trotzdem nicht geben", sind sich Künzelmann und Hofmann einig.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.09.2012

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