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Lehrer: Eltern an Problemen der Schüler oft schuld

Lehrer: Eltern an Problemen der Schüler oft schuld

Landkreis Meißen. Aus Sicht der Lehrer liegen die Ursachen für soziale Probleme bei Schülern im Landkreis Meißen bei den Eltern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung, die die Koordinierungsstelle Kompetenzentwicklung an 22 Mittelschulen, acht Förderschulen, vier Berufsschulzentren und fünf Gymnasien durchgeführt hat.

Nach Angaben der jeweiligen Schulleiter sind es vor allem mangelnde  Erziehungskompetenz  der Eltern, dasNichtvorhandensein von positiven Rollenvorbildern oder Alkoholmissbrauch der Eltern, die zu Problemen bei den Schülern führen. Auch zerrüttete Familien, alleinerziehende Elternteile oder Trennung beziehungsweise Scheidung

werden als Ursachen angegeben.

Ursachen, die bei den Schülern selbst liegen – etwa Aggression, Drogenmissbrauch oder psychische Erkrankungen – nannten die Schulleiter erst an zweiter Stelle. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Frage nach den Gründen für  chulverweigerung.  Auch hier werden mehrheitlichUrsachen genannt, die bei den Eltern zu finden sind, zum Beispiel eine mangelnde Schulpflichtdurchsetzung oder erneut schlechte elterliche Rollenvorbilder.

„Wenn Eltern früh nicht aufstehen müssen, weil sie nicht arbeiten gehen, werden auch die Kinder damit Probleme haben,“ erklärt Ulrika David, die die Befragung durchgeführt hat. Für sie ergeben sich aus der Analyse zwei Dinge. Zum einen, dass die Interaktion mit dem Eltern gestärkt werden müsse. Einen richtigen Schritt in diese Richtung hat der Landkreis schon getan: Zum Schuljahresbeginn wurden in 21 Schulen, etwa in der Oberschule Radebeul-Mitte, der   Pestalozzi-Oberschule  Meißen oder der Oberschule Coswig-Kötitz, so genannte Kompetenzentwickler eingestellt. „Im Idealfall ergänzen sie die Arbeit eines Schulsozialarbeiters, falls vorhanden. Sie bieten intensive Einzelfallhilfe für eine gezielte Schülerauswahl an“, beschreibt

David. Das Problem: Ein Kompetenzentwickler darf zwar Kontakt zu den Eltern aufnehmen, konkrete Elternarbeit kann er aber nicht leisten.  rund dafür ist die Förderrichtlinie. Die Kompetenzentwickler werden vom Europäischen Sozialfonds finanziert, konkrete Elternarbeit ist dabei aber nicht vorgesehen. Hier sieht David Nachholbedarf.

Die zweite Erkenntnis der Befragung ist, dass Schüler auch Probleme bekommen, wenn ihre Eltern nicht genügend  Geld haben. Diese externen Ursachenwurden zwar nicht am häufigsten genannt, spielten in der Auflistung aber durchaus eine Rolle. Auch dagegen möchte der Landkreis vorgehen. „Wir planen, an einigen Schulen ein kostenloses oder zumindest ein preiswertes Frühstück zu verteilen“, so David.„Man sollte aber nicht vergessen, dass die Ergebnisse lediglich die Sicht der Schule widerspiegeln“, betont sie. Deshalb möchte sie zeitnah eine ähnliche Befragung unter Schülern und Eltern durchführen. Dafür fehle es  omentan aber noch an Resonanz.

Christin Grödel

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