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Lange Haftstrafen für explosive Familie

Lange Haftstrafen für explosive Familie

Viel gesagt haben Sieglinde K., ihr Sohn Hendrik und Tochter Henrike bei ihrer Verhandlung vor dem Dresdner Landgericht nicht - aber wenn sie etwas erzählten, wurde es sehr abenteuerlich und fast unglaublich.

Da wurden andere Leute, ja selbst die Stadtverwaltung Sebnitz beschuldigt. "Es ist so was von dreist, Dinge zu behaupten, die so erstunken und erlogen sind", brachte es Richter Herbert Pröls gestern bei der Urteilsverkündung auf den Punkt.

Auch wenn die Angeklagten aussehen, als könnten sie kein Wässerchen trüben, haben sie es offenbar faustdick hinter den Ohren und viel kriminelle Energie. Dafür sprechen auch ihre Vorstrafen. Diesmal mussten sie sich wegen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, versuchten Betruges und gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr verantworten. Das Trio soll für ein altes Haus am Bahnhof Sebnitz eine extrem hohe Versicherungssumme abgeschlossen und das Gebäude am 12. Juni 2006 in die Luft gesprengt haben. In dem Haus waren alle Gasleitungen, auch das Hauptanschlussventil, geöffnet und dann eine brennende Kerze aufgestellt worden. Das Nebengebäude wurde ebenfalls stark beschädigt und auch in weiteren Nachbarhäusern zersplitterten die Fensterscheiben. Zum Glück passierte die Explosion, als der Zug den Bahnhof gerade verlassen hatte und wenig Leute vor Ort waren. Das Stellwerkgebäude und die Gleise wurden durch die Explosion allerdings stark beschädigt. Der Zugverkehr musste für Stunden eingestellt werden.

Mutter und Sohn wurden zudem weitere Betrügereien vorgeworfen. So soll Sieglinde K. mehrere Autos, darunter einen Mercedes Benz für 120 000 Euro geleast, aber keine Raten gezahlt und die Wagen auch nicht zurückgegeben haben. Henrik K. habe für angemietete Büroräume nicht gezahlt und zudem dubiose Geschäfte im Holzhandel getätigt. Er soll bei einer Schweizer Firma 300 000 Euro Vorkasse kassiert, aber nicht geliefert haben.

Das Gericht sah die Vorwürfe nach der Beweisaufnahme als bestätigt an und verurteilte das Trio zu hohen Haftstrafen. Die 61-jährige Sieglinde K. erhielt eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. In das Urteil floss noch eine andere Gerichtsentscheidung ein. Tochter Henrike muss vier Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Hendrik K. bekam für die Explosion und den versuchten Versicherungsbetrug fünf Jahre und sechs Monate. Für den Betrug mit dem Holzhandel kassierte er weitere zwei Jahre und zehn Monate Haftstrafe.

Die Angeklagten hätten die Explosion herbeigeführt, um die Versicherungssumme zu kassieren, erklärte Pröls. Sie hätten billigend in Kauf genommen, dass dabei Menschen zu Schaden kommen könnten. Denn nachdem die Leitungen geöffnet und die Kerze aufgestellt waren, seien weder Zeitpunkt noch Stärke der Explosion vorhersehbar gewesen, hatte ein Gutachter erklärt. Wäre der Regionalzug noch im Bahnhof gewesen, hätte es Verletzte und Tote geben können. Die Angeklagten verwischten zwar ihre Spuren und verschwanden zeitweise völlig von der Bildfläche, konnten aber doch gestellt werden. Mutter und Sohn sitzen schon eine Weile in Haft. Tochter Henrike, die bisher auf freiem Fuß war, wird nun bald folgen müssen. ml

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.07.2013

M. Löffler

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