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Landwirte aus Ockrilla haben sich traditioneller Rasse verschrieben und ernten jetzt den Erfolg

Landwirte aus Ockrilla haben sich traditioneller Rasse verschrieben und ernten jetzt den Erfolg

Meißen. Ehrung für traditionelle Tierzucht bei Meißen: Andrea und Gunter Ilschner erhielten aus den Händen von Gerald Thalheim, Bereichsleiter im Genossenschaftsverband, eine Anerkennung für die tiergerechte und umweltverträgliche Haltung.

Die Landwirte im Nebenerwerb hatten sich am vom Landwirtschaftsministerium ausgeschriebenen Landeswettbewerb beteiligt. Im Kreise ihrer Mitstreiter von der Zucht- und Vermarktungsgemeinschaft Meißner Schwein Sachsen nahmen sie die Ehrung als Betrieb der ausgezeichneten Tierhaltung am Dienstagabend beim Vereinsstammtisch in der "Goldenen Kuh" entgegen. Mit dieser Auszeichnung, so erläuterte es Thalheim, solle auch das "Engagement des Vereines um den Erhalt der seltenen Schweinerasse mit ihren besonderen Qualitätseigenschaften" gewürdigt werden.

"Wir wohnen in Ockrilla auf einem Dreiseitenhof, den wir erhalten wollen", berichtet Andrea Ilschner. Zum Erhalten gehört für sie, dass der Komplex landwirtschaftlich genutzt wird. Dass sei heute nicht mehr selbstverständlich. Ilschners führen dabei nicht einfach die landwirtschaftliche Tradition des Hofes weiter. Sie haben sich auch einer alten Rasse verschrieben. Durch Familie Merzdorf aus Mettelwitz, die sich auch nach 1990 dem zuvor weit verbreiteten Meißner Schwein widmete und es züchtete, sind die Ilschners auf diese Rasse gestoßen. Andrea Ilschner, Zootechnikerin und Agraringenieurin, jedoch seit 1990 in der Altenpflege tätig, lernte die Mettelwitzer durch ihren neuen Beruf kennen. Sie habe Hof und Ställe besichtigt und 2009 die ersten fünf Läufer (Jungtiere) gekauft. Noch im gleichen Jahr sei sie der Zuchtgemeinschaft beigetreten.

"Inzwischen sind rund 150 Meißner Schweine über unseren Hof gegangen", berichtete sie zum Vereinsstammtisch. Das Zuchtziel von mindestens zwölf Ferkeln pro Wurf habe sie erreicht, im Schnitt seien es zuletzt 17 gewesen. Ilschners betreiben die Zucht im Nebenerwerb, vor dem größeren Schritt in den Haupterwerb habe man sich gescheut.

Sollte zunächst nur für den eigenen Bedarf produziert werden, gäbe man nun längst Läufer an Mastbetriebe weiter. Außerdem plant Andrea Ilschner,, noch in diesem Jahr zu den zwei auf dem Hof stehenden Muttersauen zwei weitere Zuchttiere zu kaufen.

Die Qualität des Fleisches der Meißner Schweine könne der Verbraucher erleben. Bei einem Büfett, das sie kürzlich mit den Produkten des Hofes bestückt hat, habe sie den Satz gehört: "Das schmeckt wie früher."

Die Kosten für die Mast eines Meißner Schweines seien höher, da das Fleisch "langsamer wächst", also länger gefüttert werden müsse. Deshalb müsse dieses Fleisch auch mehr kosten als jenes im Supermarkt. Durch die Kennzeichnung im Fachgeschäft sei für den Verbraucher erkennbar, welche Produkte tatsächlich aus der Region kommen. Er habe es damit in der Hand, Qualität aus der Heimat zu honorieren.

"Derzeit stehen auf drei Höfen insgesamt 15 Muttersauen", schildert Vereinsvorsitzender Hartmut Tischer, in welcher Nische sich die Zuchtgemeinschaft derzeit bewegt. Drei weitere Betriebe mästen Meißner Schweine. Besonders froh ist Tischer aber darüber, einen Landwirt gefunden zu haben, der seinen Melkstall zur Abferkelstation umbauen und dort in großem Stil die alte Rasse züchten möchte. Immerhin ist Rolf Merzdorf fast 80 Jahre alt-

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.10.2014

Axel Kaminski

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