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Landratsamt Pirna sucht weitere Pflegeeltern

Landratsamt Pirna sucht weitere Pflegeeltern

Auf die Hilfe engagierter Eltern ist zunehmend der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge angewiesen. Das Landratsamt in Pirna sucht erneut Paare, die Kinder aus schwierigen Lebenssituationen zeitlich befristet oder auf Dauer in ihre Familien aufnehmen.

Ein Rückgang der Zahl der Inobhutnahmen ist derzeit nicht in Sicht.

Im vergangenen Jahr gab es kreisweit 133 Pflegefamilien. "Sie haben 182 Pflegekinder betreut", berichtet Jugendamtsleiter Dietmar Schneider. Im Vergleich zu 2012 kamen insgesamt 33 neue Betreuungsverhältnisse hinzu. "Zum 31. Oktober dieses Jahres hat sich die Anzahl der Betreuungsverhältnisse um zwei weitere Pflegestellen erhöht", informiert Schneider. Fortlaufend werden neue Pflegeeltern gesucht.

Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Kindeswohlgefährdungen zu. Immer häufiger muss das Jugendamt Kinder aus Familien nehmen und in Obhut geben. "Im Durchschnitt der letzten drei Jahre betrugen die Steigerungen jeweils mehr als zehn Prozent", teilt der Jugendamtsleiter mit. Die mit Abstand häufigsten Gründe von Maßnahmen zum Kinderschutz sind Vernachlässigung, Mangelversorgung sowie psychische und körperliche Misshandlungen. "Zunehmend sind auch latente Erziehungsuntüchtigkeit, ständig wechselnde Bezugspersonen, Unberechenbarkeit und Unzuverlässigkeit in Folge von Drogenkonsum der Eltern", ergänzt Schneider die Liste von Problemen, die die Mitarbeiter des Jugendamtes zum Eingreifen zwingen.

Als Pflegeeltern können sich Familien melden, die entweder selbst schon Kinder haben oder in dem Alter sind, in welchem sie auch natürlicherweise Eltern sein können. Erfahrung in der Erziehung sind von Vorteil. Auf jeden Fall muss die Bereitschaft da sein, sich in pädagogischen Fragen Wissen und Können anzueignen. "Sie sollen in stabiler eigener Lebenssituation belastbar sein und auch mit Benachteiligungen und Beeinträchtigungen von Kindern umgehen können", nennt Schneider weitere Voraussetzungen, die eine Pflegemutti und ein Pflegepapa mitbringen sollten.

Neben der liebevollen Zuwendung zu den Pflegekindern zählt auch die Kooperation und Zusammenarbeit mit den leiblichen Eltern und den Erziehungspartnern auf Behördenseite zu den Aufgaben.

Auf der einen Seite gibt es die sogenannte familiäre Bereitschaftspflege. Sie kommt bei Familienkrisen und unmittelbaren Notlagen zum Einsatz. Die Kinder verbleiben dann nur wenige Wochen bei den "Ersatzeltern". In Pflegefamilien verbleiben die Pflegekinder andererseits im Schnitt länger als zwei Jahre, manchmal sogar bis zur Volljährigkeit. Dies ist laut Schneider in der Regel "eine sehr dankbare Aufgabe", die oft auch sehr lange persönliche Bezugspunkte schaffen kann. "Pflegeeltern sind die wichtigsten Bezugspersonen für ihre Pflegekinder. Sie sollen unter Umständen durchaus auch mit eigenen Kindern leben wie eine 'normale Familie'", so der Chef des Jugendamtes.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben werden Pflegeeltern nicht sich selbst überlassen. Sie können auf Hilfe bauen. "Das Landratsamt bietet gemeinsam mit freien Trägern umfassende Beratung und Schulung sowie fortdauernde Prozessbegleitung und eine Übernahme von Pflegegeld und Unterhaltsleistungen", informiert Schneider. Der Pflegekinderdienst des Landkreises besteht derzeit aus fünf sozialpädagogischen Fachkräften an den Standorten Pirna, Freital und Dippoldiswalde.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.11.2014

Silvio Kuhnert

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