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Landkreis Meißen stockt Weinböhlaer Unterkunft am Querweg um 139 Plätze auf

"Asylbewerber suchen ihre Zukunft nicht hier" Landkreis Meißen stockt Weinböhlaer Unterkunft am Querweg um 139 Plätze auf

Seit knapp sechs Monaten ist Siegfried Zenker (CDU) Weinböhlas neuer Bürgermeister. Mit DNN-Mitarbeiter Uwe Hofmann sprach er über die schwere Aufgabe Waldhotel gleich zu Beginn seiner Amtszeit, über die Pläne für den Zentralgasthof und über das Schnapszahljubiläum der Gemeinde.

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Noch frisch im Amt:
Siegfried Zenker (CDU)
ist seit einem halben Jahr Bürgermeister von Weinböhla.

Quelle: Christin Schöne

Weinböhla. Seit knapp sechs Monaten ist Siegfried Zenker (CDU) Weinböhlas neuer Bürgermeister. Mit DNN-Mitarbeiter Uwe Hofmann sprach er über die schwere Aufgabe Waldhotel gleich zu Beginn seiner Amtszeit, über die Pläne für den Zentralgasthof und über das Schnapszahljubiläum der Gemeinde. Frage: Sie sind 2015 zum zweiten Nachwendebürgermeister Weinböhlas gewählt worden. Gibt es etwas, dass Sie gemessen an Ihren Erwartungen überrascht hat?

Siegfried Zenker: Ich wusste, dass das Bürgermeisteramt mit einer breiten Palette an Aufgaben verbunden ist, aber ich habe deutlich gespürt, dass man sehr schnell zwischen den Themen umschalten muss, vom 95. Geburtstag zum baurechtlichen Problem zum Beispiel.

Seniorenwohnanlage oder Asylunterkunft - das war beim Waldhotel die Frage. Sind Sie nun zufrieden mit der Lösung?

Natürlich bin ich aus gemeindlicher Sicht zufrieden mit dem Ergebnis, allein schon deshalb, weil es hier einen Bedarf an betreutem Wohnen gibt. Ich hatte schon im Wahlkampf mehrfach gehört, dass es ältere Herrschaften in Weinböhla gibt, die keinen Platz für betreutes oder altersgerechtes Wohnen gefunden haben. Das heißt aber nicht, dass ich die beiden alternativen Nutzungsvarianten gegeneinander ausgespielt wissen möchte. Wir sehen uns genauso verantwortlich, unseren Beitrag für die Unterbringung von Flüchtlingen zu leisten. Dazu möchte ich aber anmerken, dass Weinböhla schon seit mehr als 20 Jahren mit dem Heim am Querweg seinen Beitrag leistet, wo reichlich 100 Menschen leben. Und das wird auch die Unterkunft sein, die 2016 erweitert wird.

Was passiert da genau?

Es gibt die Vorgabe, dass Weinböhla 249 Asylbewerber aufnehmen muss, 110 sind derzeit im Heim. Also muss eine zusätzliche Kapazität von 139 Plätzen geschaffen werden.

Und die kommen alle an den Querweg?

Ja. Das Areal bietet dazu gute Möglichkeiten. Es gehört dem Landkreis und ist mehr als 15 000 Quadratmeter groß. Es gibt dort ein altes Ferienlager, dass möglicherweise ertüchtigt werden kann, derzeit stehen aber die Verhandlungen zwischen Landratsamt und Betreiber auf dem Stand, dass das Bestandsgebäude abgerissen wird und die 139 zusätzlichen Plätze in Containern geschaffen werden.

Im Waldhotel hätte es mehr Kapazitäten gegeben...

Ich will keine Spekulationen betreiben, was aus den Tennishallen geworden wäre. Das Bettenhaus an sich hat 260 Betten, die sicherlich belegt worden wären.

Also hat man sich gegen eine überproportionale Belastung gewehrt.

Ich tue mich schwer, Menschen als Belastung zu sehen. Aber Sie haben recht, es wäre rein quantitativ mehr geworden.

Die Aufstockung hat den Nachteil, dass sich alles an einem Ort konzentriert.

Das ist natürlich für die Integration nicht die beste Voraussetzung, aber wenn man es pragmatisch sieht, haben wir hier als Gemeinde eher die Aufgabe, ein wenig Alltagskompetenz und Integrationsfähigkeit zu vermitteln. Die Integration im wahren Wortsinne, also Teil eines Ganzen werden, ist für Weinböhla keine realistische Perspektive. Die Erfahrung hat eindeutig gezeigt, dass in den letzten 20 Jahren, in denen mehrere Tausend Asylbewerber das Heim durchlaufen haben, die allermeisten eben nicht ihre Zukunft in Weinböhla gesucht und gefunden haben. Es gibt einen großen Drang in Ballungszentren und große Städte.

Mit dem Waldhotel ist jetzt das zweite Hotel in Weinböhla ein Seniorenwohnheim geworden. Was bedeutet das mit Blick auf die Tourismuswirtschaft?

Die Pensionen und Ferienwohnungen werden an Bedeutung gewinnen. Und unser letztes Hotel, das Laubenschlösschen, erfährt auch eine Aufwertung.

Thema Bahnlärm: In Coswig hat man es wohl geschafft, die lang ersehnte Schallschutzwand zu bekommen. Gibt es in Weinböhla ähnliche Entwicklungen?

Wir sehen es als Aufgabe, auf der Prioritätenliste für freiwillige Lärmsanierungsvorhaben nach oben zu rutschen. Da gab es bis Mitte Dezember wieder eine Fragerunde des Eisenbahnbundesamtes, bei der wir uns als Kommune beteiligt haben. Die andere Schiene ist der gesetzliche Lärmschutz. Das ist eines der Projekte, derer ich mich jetzt annehmen werde.

Wie muss man sich den freiwilligen Lärmschutz vorstellen?

Je nachdem, mit welcher Vehemenz sich die Bürger und Kommunen melden, rutscht man auf der Prioritätenliste nach oben. Dort stehen Projekte, die das Eisenbahnbundesamt über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus realisiert.

Also dort wo am lautesten geschrien wird, wird am ehesten geholfen?

Das ist auch ein demokratisches Prinzip.

Und was meint Ihr Einsatz für gesetzlichen Lärmschutz?

Das heißt, dass man an den Entscheidungsträgern dran sein muss. Der Petitionsausschuss des Bundestags hat sich bereits die Situation hier vor Ort angesehen. Da dranzubleiben und sich Gehör zu verschaffen, ist etwas, was sich die Bürgerinitiative im gesamten Elbtal auf die Fahnen geschrieben hat.

Im Zentralgasthof wird wieder gebaut. Was passiert genau?

Wir wollen ja zunächst nur im ersten Obergeschoss eine Erweiterung mit dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) angehen. Dort hat man vom Internisten bis zum Chirurgen eine gute ärztliche Versorgung, vermutlich wird durch die Erweiterung eine Schmerztherapie hinzukommen. Das zweite und dritte Obergeschoss sind eher für gemeindliche Zwecke gedacht. Dort soll einerseits die Bibliothek Einzug erhalten, im dritten Obergeschoss soll es einen Vereinsbereich mit Kleinbühne geben, damit beispielsweise unser Karnevalsverein ein festes Domizil bekommt.

Das alles wird jetzt konkret?

Die Erweiterung des MVZ ist derzeit in der Planung und wird bald umgesetzt. Im zweiten und dritten Obergeschoss wird wahrscheinlich 2017 gebaut.

Zur Bibliothek gab es eine lange Diskussion. Ihr Vorgänger sprach dann ein Machtwort und sagte: Sie bleibt am alten Ort. Warum jetzt der Umzug?

Das hat seinen Hintergrund im Sanierungsgebiet Ortsmitte, dass bis 2017 abgerechnet werden muss. Das bedeutet, dass die Grundstückseigentümer Ausgleichsbeiträge zahlen müssen. Wir haben entschieden, dass es eine dritte Korrekturrunde zur Berechnung der Bodenwerte gibt.

Was hat das mit dem Zentralgasthof zu tun?

Wenn die Eigentümer eine sofortige Ablösung mit 20-prozentigem Abschlag zahlen, kann das Geld für Maßnahmen im Gebiet verwendet werden. Wir planen, damit den Ausbau des zweiten und dritten Obergeschosses im Zentralgasthof zu bezahlen.

Und die alte Stadtbücherei?

Die soll dem Kinderzentrum überlassen werden, das ist derzeit sehr beengt untergebracht.

Gibt es sonst noch etwas, das Sie in der Ortsmitte bewegen wollen?

Der letzte Makel im Ortszentrum ist ja unser Durchgang, der eine Verbindung zwischen Zentrum und Straßenbahnendhaltestelle darstellt. Dort haben wir einen Partner für die Sanierung gefunden, der dort Wohnungen und zwei kleine Ladengeschäfte bauen will. Wir als Gemeinde werden die Außenflächen gestalten, so dass ein schönes Flanierareal entstehen kann. Allerdings wird das Jahr 2016 noch für Planungen benötigt, gebaut wird wohl erst 2017.

Was ist Ihrer Meinung nach 2016 noch wichtig?

Weinböhla hat Geburtstag, wird 666 Jahre alt. Das ist nach der 650-Jahrfeier im Jahr 2000 der nächste Grund zu feiern. Wir wollen eine kleine Festschrift auflegen und regelmäßig in unserer Weinböhla-Info kleine Beiträge dazu haben. Außerdem werden wir unser Winzerstraßenfest bereits am Donnerstag, den 1. September, beginnen lassen und diesen Tag dann dem Geburtstag Weinböhlas widmen. Was genau passiert, wollen wir aber noch nicht verraten.

Außerdem möchte ich an alle Grundstücksbesitzer im Sanierungsgebiet appellieren. Jeder von ihnen hat die Gelegenheit, ein persönliches Gespräch mit dem Gutachter zu führen. Dabei sollten alle wertmindernden Umstände angeführt werden. Das sollten die Eigentümer unbedingt wahrnehmen. Wir als Gemeinde wollen, dass die finanziellen Belastungen so gering wie möglich bleiben.

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