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Landkreis Meißen: Beschaffungskriminalität im Visier

Landkreis Meißen: Beschaffungskriminalität im Visier

Meißen. Anfang Juni trifft sich in Meißen der neue Präventionsrat gegen Drogenkriminalität zum ersten Mal. Aus jeder Stadtratsfraktion soll ein Vertreter dafür benannt werden.

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Quelle: Polizei

Beteiligt werden auch Polizei, Amtsgericht, Jugendamt, Jobcenter, Beratungsstellen, Schulen. Über das Gremium sollen Maßnahmen gegen Suchtgefahren und Strategien gegen Beschaffungskriminalität entwickelt werden.

Denn Meißen hat ein Drogenproblem. Die Porzellanstadt hat im Landkreis mit Abstand die meisten Drogendelikte zu verzeichnen. Im Vorjahr waren es 162 angezeigte Fälle, 2011 waren es 160. Dabei nahm der Anteil der synthetischen Droge Crystal zuletzt zu (DNN berichteten). Laut Meißner Revierleiter Hanjo Protze kommt sie am häufigsten vor. Es gebe in Meißen jedoch keine Drogenszene. Um das Geld für Drogen zu beschaffen, begehen Süchtige weitere Straftaten – in der Region.

Da ist sich nicht nur Stadtrat Wolfgang Tücks (Unabhängige Bürgerliste UBL) sicher. „Es gibt einen Zusammenhang zwischen Beschaffung von Drogen und Buntmetall-Diebstahl oder auch bezüglich  Ladendiebstählen“, erklärt der Meißner Anwalt. Die Polizei schließt das nicht aus, beweisen lasse es sich schwer. „Die meisten schweigen sich über ihre Motive aus“, sagt Protze. Die Beschaffungskriminalität schadet

Meißen, das Drogenproblem koste alle Geld, sagt Tücks. Daher sollen über den Präventionsrat auch Wege gefunden werden, wie man gegen die Abnehmer von mutmaßlicher Hehlerware vorgehen könnte. „Es muss doch bei den Käufern auffallen, wenn jemand jeden Tag mit hochwertigem Schrott auftaucht und ihn verkaufen will“, so Tücks. Hier könnten ordnungsrechtliche Sanktionen helfen.

Eine Videoüberwachung öffentlicher Plätze wird in Meißen aber mehrheitlich abgelehnt. „Derzeit ist dieses Mittel zur Kriminalitätsprävention für uns kein Thema, da die Straßenkriminalität nicht signifikant hoch ist“, so Stadtsprecherin Katharina Reso. Die Stadt betreibe keine Videoüberwachung auf Straßen und Wegen, sondern „nur in eigenen Gebäuden wie im Rathaus“. Außerdem unterliege die Überwachung öffentlicher Räume strengen Datenschutzvorgaben und sei nicht ohne weiteres umsetzbar. Die Polizei betont, dass sie im ganzen Landkreis keine Kameras betreibt. Bei Bedarf greift sie jedoch auf Aufnahmen zum Beispiel von Tankstellen, Banken oder Spielhallen zurück.

 „Was nutzt uns aber Videoüberwachung, wenn die Polizei nicht sofort vor Ort ist, um Straftaten zu unterbinden“, fragt Tücks. „Es gibt hier zu wenig Polizisten“, sagt Autohändler und UBL-Stadtrat Frank Lassotta. „Wir brauchen mehr.“ In anderen Meißner Fraktionen sieht man dies ähnlich. Die Stadt betont, Meißen sei kein Zentrum erhöhter Kriminalität. „Die Personaldecke bei der Polizei ist sehr dünn und weniger sollten es nicht werden“, so der Landtagsabgeordnete Geert Mackenroth (CDU) aus Radebeul. Mit „intelligentem Einsatzmanagement“ der Polizeikräfte in Verbindung mit der nötigen technischen Ausrüstung reiche sie aber aus, sagt Mackenroth. Dabei spricht er sich zudem für mobile Geräte zur Videoüberwachung an Schwerpunkten von Kriminalität aus – und nur dort. Ihr gezielter Einsatz könne Sinn machen und Kriminelle abschrecken, hebt er hervor.

Stephan Klingbeil

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