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Landgericht: 64-jähriger Coswiger attackierte Nachbarn mit Messer und Hammer

Versuchter Mord mit vielen Rätseln Landgericht: 64-jähriger Coswiger attackierte Nachbarn mit Messer und Hammer

Am 24. Januar dieses Jahres ging bei der Polizei ein seltsamer Anruf ein. Ein Mann meldete sich, nannte seinen Namen und sagte dann: „Ich habe gerade versucht, meinen Nachbarn umzubringen, aber es hat leider nicht geklappt“. Als die Beamten am Tatort in Coswig eintrafen, fanden sie zwei verletzte Männer und den Anrufer vor.

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Dietmar H. beim Prozessauftakt im Landgericht.

Quelle: M. Löffler

Coswig/Dresden. Am 24. Januar dieses Jahres ging bei der Polizei ein seltsamer Anruf ein. Ein Mann meldete sich, nannte seinen Namen und sagte dann: „Ich habe gerade versucht, meinen Nachbarn umzubringen, aber es hat leider nicht geklappt“. Als die Beamten am Tatort in Coswig eintrafen, fanden sie zwei verletzte Männer und den Anrufer vor. Wegen versuchten Mordes und versuchten Totschlags muss sich Dietmar H. jetzt vor dem Dresdner Landgericht verantworten.

Der 64-Jährige soll an jenem Tag an der Tür von Otto W. geklingelt und versucht haben, dem 77-Jährigen mit einem Zimmermannshammer auf den Kopf zu schlagen. Der konnte die Schläge abwehren, fiel hin und wurde vom Angeklagten mit einem Messer angegriffen. Als ein weiterer Nachbar die Hilferufe hörte und eingriff, wurde auch er mit dem Messer bedroht und stürzte dann bei einer Rangelei die Treppe hinunter. Die Verletzungen hielten sich in Grenzen, Otto W. erlitt Schnittwunden an der Hand und im Gesicht, Norman G. eine Schnittwunde an der Hand. Das hätte aber auch anders ausgehen können. Der Angeklagte kam in Untersuchungshaft.

Der Fall ist wirklich sehr ungewöhnlich. Genau wie Dietmar H. Man erlebt als Gerichtsreporter einiges, aber ein Angeklagter, der regelrecht darum bettelt, eine hohe Strafe zu bekommen, ist doch selten. Einen Verteidiger hatte er abgelehnt: „Brauche ich nicht, ich weiß, was ich getan habe.“ Bereut habe er die Tat nicht, dagegen betonte der 64-Jährige immer wieder, wie leid es ihm tue, dass es nicht geklappt habe und er gern eine zweite Chance hätte.

Dietmar H. hat fast immer allein gelebt und meidet bewusst Kontakte mit anderen. „Ich kann mit Tieren besser, als mit Menschen“, sagte der gelernte Schäfer. Der 64-Jährige hat ein blütenweises Strafregister, keine Schulden, trinkt nicht und schmeißt seinen Haushalt tadellos. Der Aufenthalt im Gefängnis störe ihn keinesfalls, erklärte er am Mittwoch. „Ich bin gewohnt, allein zu sein. Es hat sich nicht viel geändert, nur die Zelle ist etwas kleiner geworden.“

Entspannt, ruhig, gelassen, mitunter sogar regelrecht witzig erzählte er aus seinem Leben. Kritischer wurde er, wenn es um seine Nachbarn ging, die er irgendwie nicht leiden konnte. „Ich gebe mich mit solchen Menschen nicht ab.“ Gelegentlich gab es Zank mit einem Nachbarn um eine Wäscheleine oder Schuhe vor der Wohnungstür, nur eben nicht mit dem 77-Jährigen, den er dann umbringen wollte. Nur warum, will er nicht sagen.

„Der Tattag sei spontan, die Tat aber schon lange geplant gewesen“, hatte er bei der Polizei erklärt. Eine Tasche mit den nötigen Utensilien für die Haft, wie Kleidung, Zahnbürste und Rasierzeug, hatte er schon lange vorher gepackt. Es scheint so, als wolle er ins Gefängnis. Zu allen Dingen, die ihn irgendwie entlasten könnten, schweigt er. Auch die Opfer können sich die Attacke nicht erklären. Kein leichter Fall für die Kammer. Der Prozess wird fortgesetzt.

Monika Löffler

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