Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Landesbühnen-Streik abgewendet

Landesbühnen-Streik abgewendet

Hinter den Kulissen der Landesbühnen Radebeul brodelt es weiter. Seit mehr als einem Jahr befindet sich die Geschäftsführung der Theater-GmbH mit der Gewerkschaft Verdi in Verhandlungen über einen Tarif für etwa 70 Mitarbeiter der nichtkünstlerischen Bereiche, also Bühnenarbeiter, Beleuchter, Tontechniker, Fahrer und viele mehr. Nach einem Warnstreik im Oktober (DNN berichteten) scheint nun Bewegung in die zäh verlaufenden Tarif-Gespräche gekommen zu sein.

Voriger Artikel
Gröditz: Radfahrer mit 2,4 Promille gestoppt
Nächster Artikel
Probestau in der Talsperre Nauleis

Die Tarif-Verhandlungen in den Landesbühnen dauern an. Ende Januar ist die nächste Runde geplant. Es geht dabei vor allem ums Geld.

Quelle: Uwe Hofmann

"Wir sind optimistisch, dass es zu einer Lösung kommt, ohne es auf den ganz großen Konflikt ankommen zu lassen", sagt Michael Kopp, der als Verdi-Fachbereichsleiter die Verhandlungen für die Gewerkschaft führt. Das hat sich auch schon ganz anders angehört. Im Herbst noch sprach er davon, dass es ohne Streiks, selbst bei Premieren, wohl nicht gehen werde. Für den Theaterbetrieb vor den Kulissen scheint damit das schlimmste abgewendet.

Nichtsdestotrotz bleibt bei Kopp ein Rest Skepsis. Man könne nicht wissen, ob Arbeitskampfmaßnahmen nicht doch noch nötig werden, sagt er. Das hänge auch vom Verlauf der nächsten Verhandlungsrunde ab, die Ende Januar ansteht. Die Gewerkschaft drückt dabei auf einen raschen Abschluss noch im Winter. Schließlich stehen im Frühjahr wieder Verhandlungen in der Tarifgruppe des öffentlichen Dienstes TV-L an, aus der die Landesbühnen-Mitarbeiter gerutscht sind, als die Theater-GmbH 2012 gegründet wurde. Gewerkschaftsintern gibt es das Ziel, die Mitarbeiter des Radebeuler Theaters wieder halbwegs auf den Stand des aktuellen TV-L zu bringen, um den Kontakt zur allgemeinen Tarif-Entwicklung nicht zu verlieren. Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel, der sich sonst sehr schmallippig zu den Verhandlungen äußert, legt seine Zeitpläne nicht offen. Eine zeitliche Prognose sei sehr schwer, antwortet er auf DNN-Anfrage. Immerhin geht er ähnlich positiv wie Kopp in die Gespräche. "Beide Seiten wollen eine Einigung erreichen, also sind die Chancen gut", sagt er.

Knackpunkt der Verhandlungen ist nur noch das Geld. Mit dem vorgelegten Haustarif wolle man im Prinzip den TV-L übernehmen, es gebe nur noch um die Gehaltstabelle und die Ausgleichszahlungen für entgangene Tarifsteigerungen Diskussionen, sagt Verdi-Fachbereichsleiter Kopp. Das ist für die Landesbühnen-Mitarbeiter eine gute Nachricht, hatten sie doch eingangs der Verhandlungen angesichts der Vorschläge ihrer Chefs Schöbel und Till Wanschura schwer zu schlucken. Von einer regulären Sechs-Tage-Arbeitswoche war die Rede, außerdem von Verschlechterungen bei Dienstreisen und Reisekosten, einer Verkürzung der bisherigen Ruhezeiten, Urlaubskürzungen und vieles andere mehr. Alles Dinge, die für ein Reisetheater von enormer Bedeutung sind. Bisher arbeiten die Landesbühnen-Mitarbeiter zwar oft genug sechs Tage in der Woche. Sie bekommen dafür aber auch einen Ausgleich, der im ursprünglichen Vorschlag der Theater-Geschäftsführung weggefallen wäre. All das ist nun vom Tisch.

Was aber auch nicht heißen muss, dass es nun tatsächlich so schnell gehen kann wie von Verdi erwünscht. Schließlich ist die Gehalts-Lücke seit Gründung der Theater-GmbH auf 5,6 Prozent angewachsen. Unklar ist, ob die Landesbühnen-Chefs sie überhaupt schließen können. Man habe mehrfach versucht, den Schwarzen Peter an den Gesellschafter des Theaters, also den Freistaat, weiterzuschieben, heißt es aus den Tarif-Verhandlungen. Der wünsche keine Tarifbindung an den TV-L, wie es ja auch die Gründung der Theater-GmbH vermuten lässt. Die Gründe bleiben offen, vermutlich geht es dabei vor allem darum, Geld bei den Mitarbeitern des Landestheaters zu sparen. Intendant Schöbel will sich in diesen Zusammenhang nicht äußern. "Über den Inhalt der Gespräche redet man sinnvoller Weise nicht neben den Verhandlungen", antwortet er auf eine DNN-Anfrage.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.01.2015

Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

21.10.2017 - 19:39 Uhr

Die Schwarz-Gelben sind bei den Franken in der Außenseiterrolle und müssen zudem zwei Stammkräfte ersetzen. Alle Infos und Tore gibt's im Liveticker.

mehr