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Lagerschuppen der Sächsischen Porzellan-Manufaktur Dresden eingestürzt

Freitaler Porzelline verliert wertvolle Formen Lagerschuppen der Sächsischen Porzellan-Manufaktur Dresden eingestürzt

Die Sächsische Porzellan-Manufaktur Dresden GmbH muss einen unschätzbaren Verlust verkraften. Am Montagmorgen sind Teile des Formenlagers eingestürzt. Wie ein Mitarbeiter bestätigte, seien eine Wand und das Dach zusammengebrochen. Das Lager mit Gipsformen befand sich in einem alten Schuppen.

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Gärtnerfiguren auf klassizistischem Rundholzsockel aus der Porzellan-Manufaktur Dresden. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Freital. Die Sächsische Porzellan-Manufaktur Dresden GmbH muss einen unschätzbaren Verlust verkraften. Am Montagmorgen sind Teile des Formenlagers eingestürzt. Wie ein Mitarbeiter bestätigte, seien eine Wand und das Dach zusammengebrochen. Das Lager mit Gipsformen befand sich in einem alten Schuppen, an der Ecke Carl-Thieme-Straße/Wilsdruffer Straße. Schon seit Monaten stand das Gebäude wegen seiner Baufälligkeit in der Kritik.

Wie viele der Formen zerstört wurden, konnte das Unternehmen am Montag nicht beziffern. Es sei von großer Bedeutung, wie ein Mitarbeiter berichtete. Man kann es als das Gedächtnis der Manufaktur bezeichnen, die am 17. September 1872 von Carl Gottlieb Thieme in Potschappel gegründet wurde, um Zier- und Kunstporzellan herzustellen. Zu den größten Schätzen gehören über 12500 Modelle, die den Fundus des Unternehmens ausmachen. Sie werden aus einzelnen Porzellanteilen zusammengesetzt, für die wiederum die Gipsformen Pate stehen. Mehrere Tausende dieser Formen für Pokale, Vasen, Figuren und Leuchter – die Rede ist von einer sechsstelligen Zahl – sollen in dem Lagerschuppen aufbewahrt worden sein.

Die Aufbewahrung der Formen in dem Nebengebäude stand bereits seit Monaten in der Kritik. Denn der Schuppen war alt. Berichten zufolge drang Feuchtigkeit und Nässe durch das marode Dach in den Lagerraum ein. Dort war es sehr muffig. Das feuchte Raumklima setzte den Gipsformen zu, von welchen bereits etliche auseinanderfielen. So galten bereits im Jahr 2014 über 60 Prozent des Modellfundus als unwiederbringlich verloren. Nach DNN-Informationen soll die Manufaktur in den vergangenen Monaten bereits etliche der Formen an andere Orte umgelagert haben.

Die in Freital-Potschappel ansässige Sächsische Porzellanmanufaktur besteht nunmehr fast 144 Jahren. Seit der Gründung hat sie eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Sie überstand zwei Weltkriege und eine Enteignung, ehe die zu DDR-Zeiten in Vergessenheit geratenen ineinander verschlungenen Initialen „S“ und „P“ Dresden, die für die Sächsische Porzellan-Manufaktur stehen, nach der Reprivatisierung 1991 wieder an Bedeutung gewinnen konnten. Es folgten Insolvenzen und Besitzerwechsel. Seit 2005 gehört das Unternehmen dem russischen Geschäftsmann Armenak Agababyan.

Bei den Aufträgen für die unter anderem reich mit Blüten belegten oder bemalte Vasen, Dosen, Körben und aufwendig gestalteten Figuren sowie Tee- und Kaffeeservice handelt es sich vorzugsweise um Einzelstücke. Rund 80 Prozent der Erzeugnisse gehen in den Export. Zu den wichtigsten Märkten zählen Russland, Kasachstan, Aserbaidschan sowie Großbritannien, die USA, Japan und die arabischen Staaten.

Die Formensammlung ist dem Landesamt für Denkmalpflege zufolge für die Produktionsgeschichte sowie als Dokument der Designgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung. Sie steht daher unter Denkmalschutz.

Von Silvio Kuhnert

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