Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Kurtaxe beschlossene Sache - Meißen hofft durch Einführung der Abgabe auf 180000 Euro Einnahmen

Kurtaxe beschlossene Sache - Meißen hofft durch Einführung der Abgabe auf 180000 Euro Einnahmen

Meißen. Meißens Hoteliers und Pensionsbetreiber fügen sich in die Kurtaxe, wenn auch nicht ohne Murren. So wird der Sinn der neuen Abgabe, die ab nächstem Jahr 180 000 Euro in die Stadtkasse spülen soll, durchaus hinterfragt.

Voriger Artikel
Weingut Matyas aus Coswig holt sich sechs Medaillen bei Weinprämierung
Nächster Artikel
1000 Anwohner protestierten am Samstag gegen die Abladung von AKW-Schutt in ihrer Gemeinde

Meißen ist nicht nur wegen der Albrechtsburg und dem Dom eine Reise wert. Wer über Nacht bleibt, zahlt ab nächstem Jahr 1,30 Euro Kurtaxe.

Quelle: Martin Förster

"Wie sieht denn die Kosten-Nutzen-Berechnung aus?", wollte etwa Henrik Böhnstedt, Betreiber des Welcome Parkhotels, bei einem Info-Abend zur Kurtaxe wissen. Er befürchtet, dass die Einnahmen vom Verwaltungsaufwand aufgefressen werden. "Wir wollen den Aufwand so gering wie möglich halten", entgegnete Bürgermeister Hartmut Grunert (parteilos), ohne genaue Zahlen vorzulegen. Klar ist deshalb nur soviel: Ab nächstem Jahr zahlt jeder Gast definitiv 1,30 Euro pro Übernachtung. Alle Einnahmen sollen komplett in die Tourismusförderung fließen. Das hat gesetzliche Gründe: Weil die Abgabe zweckgebunden ist, muss die Stadtkasse den Verwaltungsaufwand tragen. Entsprechend gewillt ist man im Rathaus, das Versprechen von einer schlanken Bürokratie einzuhalten.

Die Kurtaxe sei eine Möglichkeit für Kommunen, auch in schlechten Jahren etwas für die Tourismusförderung zu tun, sagt Marleen Seifert, die den Tourismusverband Sächsisches Elbland führt. Sie hält die Einführung schlicht für zwingend logisch. Das hat mit der Förderpraxis im Freistaat zu tun. So bekommen nur die Regionen die höchste Förderquote für Investitionen im Tourismusbereich, die auch entsprechend hohe Einnahmen aus dem Fremdenverkehr vorweisen können. Der Freistaat will auf diese Weise dafür sorgen, dass nur die Regionen Geld bekommen, in denen Tourismus auch eine wirtschaftliche Rolle spielt. Das Sächsische Elbland gerät in diesem Vergleich gegenüber anderen Regionen wie Dresden oder der Sächsischen Schweiz ins Hintertreffen. Deshalb sollen die Kommunen wie Meißen, das in gewisser Weise eine Vorreiterrolle spielt, mehr Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft herausholen.

Dabei ist umstritten, ob wirklich 180 000 Euro zusammenkommen. Schließlich gibt es eine Reihe von Ausnahmen: Geschäftsreisende sollen keine Kurtaxe zahlen, Behinderte, Jugendliche bis 25 Jahre, Erkrankte und Berufsschüler auch nicht. Die jeweiligen Gastgeber müssen bei ihren Gästen erfragen, ob sie von der Abgabe befreit sind oder nicht. Nachweise müssen sie nicht sammeln, dürfen sie aus Datenschutzgründen auch gar nicht, wie Anne-Kathrin Liebthal vom Stadtmarketing sagt. Die Stadt könnte "theoretisch Stichproben bei den Gästen machen", sagt Liebthal. In der Praxis wird man aber wohl eher auf die Ehrlichkeit der Meißen-Touristen und ihrer Gastgeber setzen. Allzuviel Kontrolle verträgt sich schließlich schlecht mit einer schlanken Bürokratie.

Dennoch vertraut die Stadt darauf, dass bei 101 000 gewerblichen Übernachtungen und 21 000 in Pensionen genügend Einnahmen zusammenkommen. Wobei auch noch eine Fremdenverkehrsabgabe hinzukommt, an der die Verwaltung gerade tüftelt. Die bittet dann Gastwirte zur Kasse - es wird wohl vom Erfolg der Kurtaxe abhängen, ob mit mehr Widerstand aus der Beherbergungsbranche gerechnet werden darf.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.09.2014

Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

23.10.2017 - 09:49 Uhr

Die Dresdner unterliegen beim 1. FC Nürnberg. Peniel Mlapa sorgt für das einzige Tor der Schwarz-Gelben und ist im Anschluss ordentlich angefressen.

mehr