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Kreistag Pirna beschließt 3,8 Mio Euro mehr für Jugendhilfe

Kreistag Pirna beschließt 3,8 Mio Euro mehr für Jugendhilfe

1,12 Millionen Euro hat der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in diesem Jahr für die Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung gestellt.

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Pirna. Von Christin Grödel

Pirna. 1,12 Millionen Euro hat der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in diesem Jahr für die Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung gestellt. Zu wenig, wie sich jetzt herausstellt. 3,8 Millionen Euro fehlen im Topf. Mit dieser Summe soll jetzt im Haushalt nachgesteuert werden. Das hat der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung am Montagabend im Landratsamt Pirna einstimmig entschieden. Grund für die nötig gewordenen zusätzlichen finanziellen Ausgaben sind stetig steigende Zahlen für Betreuungsleistungen von Kindern und Jugendlichen. Seit 2009 erhöhen sich im Landkreis kontinuierlich die Fälle der Meldungen von Kindeswohlgefährdungen, die eingeleiteten Maßnahmen und insbesondere die Kosten der Hilfen zur Erziehung. Schon im vergangenen mussten die Ausgaben für die Jugendhilfe um 3,2 Millionen Euro erhöht werden.

Lag die Zahl der Kindeswohlgefährdungsmeldungen im Landkreis Ende 2011 bei 624 Fällen, wurden am 30. Juni dieses Jahres immerhin schon 320 Meldungen gezählt. Ähnlich sieht das bei den Inobhutnahmen aus. Diese zeigen mit 46 Fällen zum Halbjahr 2012 im Vergleich zu 70 Inobhutnahmen im gesamten letzten Jahr einen steigenden Trend an. Die gesamten Hilfeleistungen liegen mit einer Anzahl von 894 im Juni bereits über dem Vorjahresniveau, als es 777 Leistungen gab.

"Am kostenintensivsten ist die Heimunterbringung. Unser signifikantestes Problem ist hier, dass es uns nicht gelingt, junge Menschen, die einmal in einem Heim waren, wieder in ihre Familie oder in eine Pflegefamilie zu integrieren", erklärt der Stellvertreter des Landrats, Peter Darmstadt. Dass die betroffenen Kinder - derzeit sind es 20 - weiter in Heimen untergebracht werden müssen, habe sich 2012 kostensteigernd ausgewirkt. Hinzu käme, dass die Kinder und Jugendlichen zunehmend außerhalb des Landkreises untergebracht werden müssten, weil die Kapazitätsgrenzen erreicht seien.

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat Darmstadt umfangreiche Maßnahmen angekündigt. Zum einen soll der Pflegekinderdienst gestärkt werden, zum anderen will man die hohen Ausfallzeiten des Personals bedingt durch ständige Konfliktsituationen künftig mithilfe von sogenannten Supervisionen verhindern. Supervisionen sollen die psychische Stabilität der Mitarbeiter stärken und ihnen helfen, tagtäglich auftretende Probleme nicht mit nach Hause zu nehmen. Ein umfassende Aufstellung aller Maßnahmen soll in der nächsten Kreistagssitzung im November vorgestellt werden.

Mit den gestiegenen Ausgaben für die Jugendhilfe ist der Landkreis mittlerweile 6,1 Millionen Euro über dem ursprünglich geplanten Haushaltsansatz. "Die Planung war zu optimistisch, was die Entwicklungen betrifft. Das wird sich nicht wiederholen", räumt Landrat Michael Geisler (CDU) ein. Neben den Mehrausgaben sind es auch Personalkosten, die zu Buche schlagen. Tarifbedingt steigen diese um fast eine Million Euro, ohne eine einzige Stelle mehr zur Verfügung zu haben. Zwar könne man beispielsweise durch Abschreibungen noch bestimmte Dinge ausgleichen, die Möglichkeit, an der Bilanz noch viel zu korrigieren sieht der Landrat aber nicht mehr. Die bereits Ende Juli verhängte Haushaltssperre für die Kreisverwaltung (DNN berichteten) bleibt deshalb bis zum Ende des Jahres bestehen.

Devise: Bessere Planung!

Wie realitätsfern sind die Haushaltsplanungen des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge? Diese Frage muss sich Landrat Michael Geisler gefallen lassen. Bereits im vergangenen fehlten 3,2 Millionen Euro für die Jugendhilfe. 2012 müssen erneut 3,8 Millionen Euro mehr zur Verfügung gestellt werden, als vorher angenommen. Dass die Zahlen für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen steigen, ist kein neues Phänomen, sondern seit Jahren bekannt. Statt ständig Geld nachzubuttern, ist es wohl eher an der Zeit, die Strukturen im Jugendhilfeausschuss zu überdenken. Der Erfolg wird trotz des finanziellen Aufwands gering ausfallen. "Die Probleme werden nicht weniger, das Geld nicht mehr", kommentierte CDU-Kreistagsmitglied Holger Brandstäter treffend. Jetzt ist der Kreistag gefragt, das Problem anzupacken und entsprechende Strukturen zu schaffen, damit steigende Zahlen verhindert werden.

c.grödel@dnn.de

Von Christin Grödel

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.09.2012

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