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Kreis Meißen hat Unterkünfte für alle Asylbewerber

Kreis Meißen hat Unterkünfte für alle Asylbewerber

Entwarnung im Landkreis Meißen: In diesem Jahr werde man alle Asylbewerber in Unterkünften unterbringen können, sagt Ulrich Zimmermann, der als Zweiter Beigeordneter im Landratsamt zuständig ist.

Aktuell leben rund 630 Asylbewerber im Gebiet des Landkreises, bis Jahresende werden noch 300 weitere erwartet. "Hierfür haben wir bereits 70 Wohnungen vertraglich gebunden", sagt Zimmermann. Diese befinden sich in Großenhain, Riesa, Zeithain und im Nossener Ortsteil Perba. In Wohnungen bringt der Landkreis bevorzugt Familien unter, während alleinstehende Männer zumeist in Asylbewerberheimen einquartiert werden, die es zum Beispiel in Radebeul und Weinböhla gibt. Deshalb kommen in einer Wohnung zumeist mehrere Asylbewerber auf einmal unter, in aller Regel vier.

Weitere Entwicklung völlig offen

Damit scheinen die Kapazitätsprobleme in diesem Jahr zu den Akten gelegt, was aber im nächsten Jahr schon wieder ganz anders aussehen kann. Schließlich sei kaum abzusehen, wie sich die Asylbewerberzahlen in den nächsten Jahren entwickeln, wie es aus dem Landratsamt heißt. Das werde letztlich auf EU- und Bundesebene, sowie durch die allgemeine weltpolitische Lage entschieden.

Das ist einer der Gründe, warum der Landkreis aus dem ehemaligen Verwaltungsstandort am Remonteplatz 10 in Großenhain ein Asylbewerberheim machen will. Für 650 000 Euro sollen dort 150 Plätze für Asylbewerber entstehen. Das Vermessungsamt, das eigentlich dort untergebracht ist, zieht dafür in das Gebäude am Remonteplatz 8/9. Mit dieser Lösung soll eine Alternative für das Großenhainer Hotel "Stadt Dresden" geschaffen werden, wo derzeit 36 Asylbewerber untergebracht sind. Platz ist dort für insgesamt 50 Menschen. Der Mietvertrag mit dem Hotelbesitzer läuft im Oktober 2016 aus. Der Landkreis plant, diesen Standort dann aufzugeben, allerdings nur, wenn der Bedarf gänzlich durch das neue Heim am Remonteplatz abgedeckt werden kann.

Gut möglich, dass in der landkreiseigenen Immobilie eine Lösung geschaffen wird, die von Dauer sein wird. Eigentlich wollte das Landratsamt das Gebäude für eine Verwaltungsnutzung sanieren, wobei die nötigen Mittel dafür nicht vor 2018 verfügbar wären. Nun schlägt das Amt drei Fliegen mit einer Klappe: Ein Leerstand wird vermieden, der Landkreis spart sich Mietkosten für ein Heim an anderer Stelle und verschafft sich Luft bei der stetigen Suche nach Unterbringungskapazitäten. Außerdem wird dem Dezernenten Zimmermann künftig die Überzeugungsarbeit bei den Bürgermeistern im Kreis leichter fallen, wenn er auf die Bemühungen des Landkreises verweisen kann, zuerst alle eigenen Möglichkeiten ausgereizt zu haben. Denn auch mit dem neuen Heim bleiben "alle Städte und Gemeinden des Landkreises Meißen aufgefordert, geeignete Unterkünfte für die Asyl suchenden Menschen zur Verfügung zu stellen", erklärt das Landratsamt.

Dabei lässt sich an der Aufteilung der bisher im Landkreis lebenden 630 Asylbewerber ablesen, wie aufwendig die Suche nach Unterkünften ist. Derzeit gibt es sogenannte zentrale Einrichtungen, also Heime, in Weinböhla (112 Menschen), Radebeul (113), Großenhain (36), Riesa (42), Meißen (19) und Gröditz (75). In sogenannten Gewährswohnungen, also in an bestimmten Standorten gebündelten Wohnungen, leben 63 Menschen in Coswig, 89 in Meißen, zwei in Kmehlen, sechs in Radeburg, acht in Riesa und drei in Radebeul. Daneben sind dezentral über den ganzen Landkreis verteilt 54 Asylbewerber untergebracht. Acht weitere befinden sich in Abschiebe- oder Untersuchungshaft.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.11.2014

UWe Hofmann

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