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Kreativität und Präzision: Dresdens Palucca Schule hat sich das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte für bewegte Erkundungen auserkoren

Kreativität und Präzision: Dresdens Palucca Schule hat sich das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte für bewegte Erkundungen auserkoren

Der Besuch vom Deutschen Uhrenmuseum in Glashütte dürfte stets ein verlockendes Ziel sein, doch derzeit lohnt sich der winterliche Ausflug noch einmal mehr. Justament in diesem repräsentativen Hause hat die Palucca Hochschule für Tanz Dresden ein Projekt in Gang gebracht, das zu vielfältigen Entdeckungen einlädt.

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Körper als Projektionsfläche im "Glossar der Zeitmessung".

Quelle: Gabriele Gorgas

Sowohl, was die wunderbaren Schätze der Sammlung mit über 400 einmaligen Exponaten anbelangt als auch in Hinblick auf die Chance, junge Tänzer ganz aus der Nähe zu erleben. Und dieses miteinander verquickte, geballte Potenzial an Kreativität und Präzision bringt deutlich eine ganz eigene Qualität hervor.

Wer sich also dafür entscheidet, zu einer der beiden nächsten Aufführungen am 16. 12., Beginn 18 Uhr, oder am 19. 12., Beginn 19 Uhr, zu kommen, kann (obwohl das Museum bereits 17 Uhr schließt) durchaus auch schon eine Stunde früher da sein, um sich mit der Sammlung vertraut zu machen. Und wird den Auftakt gewiss nicht verpassen, denn die Auftritte starten an mehreren Orten, und das verlangt Bewegung auch von den Besuchern. "Gehen Sie nur schon in die Ausstellungsräume - der Tanz wird sie einholen", so die Auskunft zur Frage, wo es denn beginnt. Und beim letztlich vereinten Abschluss der Aufführung im Foyer erkennt man reichlich erstaunt, wie viele Gäste sich da überhaupt eingefunden haben.

Während des individuell gewählten Rundganges über zwei Etagen, verbunden durch markant ausgeleuchtete Treppenaufgänge, kann es also durchaus geschehen, dass man plötzlich in einem Raum ganz allein ist mit einem Tänzer. Der sich mit den Museumsvitrinen und Einbauten geschickt zu arrangieren weiß, ein historisches Herrenbildnis der Glashütter Uhrengeschichte wie einen nahen Verwandten "umfängt" oder im Nachsinnen, Umkreisen, Unterwandern die Aufmerksamkeit auf eines der Ausstellungsobjekte lenkt. Dazu gehören Glashütter Taschen-, Armband- und Pendeluhren verschiedener Epochen, Marinechronometer und Gangmodelle, historische Urkunden, Patente, Werkzeuge, Werkbänke sowie astronomische Modelle und Metronome.

In einem speziellen Raum, wo man per Knopfdruck und Projektion das "Glossar der Zeitmessung" erfährt, "unterlaufen" die Tänzer quasi permanent diesen wechselnden, von anderen ausgelösten Informationsschub. Und rücken dicht aneinander zur Körperprojektionsfläche oder finden bewegte Entsprechungen für Zeit und Raum. Um "Lebens-ZEIT-lebens" geht es auch im Aufeinandertreffen von zwei Männern und einer Frau, die sich in wechselnden Phasen finden, trennen, in die Quere kommen. Und mit dem Anschub der rotierenden Scheibe dafür sorgen, dass die "Dinge" ihren Lauf nehmen.

In der magisch ausgeleuchteten "Schatzkammer" ist überhaupt nur einer zu Gange, durchlebt auf besondere Weise die Suggestion des Schönen und kann sich dieser in keiner Weise entziehen. Was der faszinierte junge Mann in kurioser Freibeuter-Ausstattung (Kostüme: Martina Drieschner) schließlich in der Hand hält, wenn er mit dem glänzenden Objekt der Begierde das Weite sucht, ist ganz gewiss zu erahnen.

Die sehr unterschiedlichen Choreografien von José Biondi, Christian Canciani und Matthias Markstein lassen erkennen, wie jeder auf seine Weise mit dem Thema Zeit sowie diesem Ort umgeht, der für Tanz nun mal nicht geschaffen ist. Aber mit Fantasie lässt sich daraus etwas machen. Zudem bringen die 15 Tänzer - es sind Studierende des 3. Studienjahres im Bachelor-Studiengang Tanz der Palucca Hochschule - ihre Eigenheiten in das Geschehen ein. Und diese Individualität macht es überhaupt erst möglich, dass Tanz zum intensiven Erleben wird. Zudem gibt es da keine getrennten Zeit-Lebens-Räume, und das macht die Begegnung auf besondere Weise spannend. Weil die Annäherung ohne große Distanz stattfindet. Eine Erfahrung, die sowohl für die Studierenden wie auch für das Publikum nicht eben selbstverständlich ist. Gabriele Gorgas

"Lebens-ZEIT-lebens", Deutsches Uhrenmuseum Glashütte, Schillerstraße 3a, Tickets: 10 Euro (ermäßigt 6 Euro), Vorbestellung unter Tel.: 035053/4 62 84

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.12.2012

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