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Kostenzwist um Radebeuler Friedhofsmauer: Sanierung könnte über eine Million Euro kosten

Kostenzwist um Radebeuler Friedhofsmauer: Sanierung könnte über eine Million Euro kosten

Ist die Friedhofsmauer an der Kötzschenbrodaer Straße in Radebeul komplett einsturzgefährdet oder nicht? Ein Antwort auf diese Frage steht weiterhin aus.

Radebeul.

Solange die Mauer nicht gesichert oder sogar saniert wird, bleibt die viel befahrene Straße in Höhe des Friedhofs halbseitig gesperrt. Die Stadt bestätigt dies auf Anfrage der DNN. Für Autofahrer heißt das weiterhin warten. Fußgänger und Radfahrer müssen sich wohl noch einige Wochen und Monate andere Routen suchen. Denn der einzige Gehweg an der Straße darf nicht passiert werden. Bauzäune verhindern den Durchgang. Nicht ohne Grund, wie Stadt und Kirchgemeinde sagen.

Die Mauer des denkmalgeschützten Hauptfriedhofs drohe auf einer Länge von etwa 160 Metern einzustürzen. Das Hochwasser hatte im Juni auf den instabilen, nicht mit einem Fundament versehenen alten Wall gedrückt, sodass Steine herausfielen (DNN berichteten). Die mehr als hundert Jahre alte Mauer weist Brüche und Risse auf. Mehrere Grabplatten, die sich an ihrer Innenseite befinden, mussten gesichert werden.

Die denkmalgeschützte Mauer muss erneuert werden, da sind sich Friedenskirchgemeinde, Stadt, Landeskirchenamt und Landesdenkmalpflege einig. Doch die Geister scheiden sich daran, in welchem Umfang dies geschehen soll. Offenbar ist keineswegs eindeutig, dass das flutgeschädigte Bauwerk vollständig saniert werden muss. "Es gibt bauliche Schäden, das steht fest", heißt es von Seiten der Landesdenkmalpflege. "Vor allem in Eckbereichen der Mauer sind Teile einsturzgefährdet." Doch, ob dies auf den ganzen Wall zutrifft, sei fraglich. Eine Bewertung seitens der Landesdenkmalpflege soll im September folgen. Die Sanierung sei wichtig, aber die abschließende Bewertung der Schäden stehe noch aus.

Dabei liegt ein Gutachten vom Landeskirchenamt vor. Darin bestätigt Baureferentin Katrin Tauber, dass es bei der Mauer ein statisches Problem gibt und dass all das instandgesetzt werden soll, was dort "technisch notwendig ist". Die Finanzierung stehe jedoch derzeit ebenso wenig fest wie die zu erwartenden Kosten für die Instandsetzung der Friedhofseinfassung. Aus der Friedenskirchgemeinde ist zu hören, dass für die Sanierung von Mauer und historischen Grabplatten über eine Million Euro nötig wären. Das Landeskirchenamt spricht von etwaigen Kosten im sechs- bis siebenstelligen Bereich. Die Landesdenkmalpflege will sich dazu noch nicht äußern. Dort verweist man auf die noch nicht abgeschlossene Schadensschätzung.

Nicht wenige in der Kirchgemeinde, die für die Sicherheit auf und an ihrem Gelände verantwortlich ist, machen sich Sorgen. Sie fürchten, dass die Mauer spätestens mit den ab 2014 geplanten Ausbauarbeiten der Stadt auf der Kötzschenbrodaer Straße einstürzen wird. Daher dränge die Zeit. Vor allem müssten Kosten und Finanzierung rasch geklärt werden. Alleine könnte die Kirchgemeinde die Sa- nierung keinesfalls stemmen, betont Antje Pech.

Das Landeskirchenamt hat bereits Fluthilfen aus dem Wiederaufbautopf des Freistaats beantragt, hofft darauf, 80 bis 100 Prozent der Kosten gefördert zu bekommen. Wie hoch die Bausumme ist, steht aber bekanntlich noch nicht fest. Spätestens, wenn die Bagger für den Straßenausbau anrücken, muss klar sein, ob die Mauer komplett saniert wird oder nur in Teilen. Davon hängt auch ab, wann die Grabanlagen verlegt werden. So sei das Gemeinschaftsgrab betroffen. Angehörige würden dazu per Post informiert, wenn klar ist, ob und wann die Mauer in Ordnung gebracht werden kann.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.08.2013

Stephan Klingbeil

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