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Königsbrücker Grünmetzwehr ist verschwunden

Massive Proteste waren vergeblich Königsbrücker Grünmetzwehr ist verschwunden

Das Königsbrücker Grünmetzwehr ist verschwunden. Vier Monate nach dem Beginn der Umbauarbeiten an der „Wehranlage Stenz“ erinnert kaum noch etwas an die beeindruckende Anlage. Dabei hat es selten so heftigen Widerstand gegen eine Baumaßnahme in einem Fluss gegeben wie gerade hier am Tor zum Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide.

Durch zwei Rohre zwängt sich zurzeit das Wasser der Pulsnitz, während das Flussbett zur Sohlgleite umgebaut wird.

Quelle: Uwe Menschner

Königsbrück. Das Königsbrücker Grünmetzwehr ist verschwunden. Vier Monate nach dem Beginn der Umbauarbeiten an der „Wehranlage Stenz“, wie die Landestalsperrenverwaltung das frühere Wasserbauwerk bezeichnete, erinnert kaum noch etwas an die beeindruckende Anlage.

Britta Andreas, Pressesprecherin der Landestalsperrenverwaltung Sachsen, kann die Bauarbeiten an der früheren Wehranlage an der Pulsnitz in nur wenigen dürren Sätzen zusammenfassen: „Mittlerweile ist das Wehr abgebrochen, die abgelagerten Sedimente wurden entsorgt und Rohrleitungen sowie Schächte neu verlegt. Erdarbeiten, Steinsatz- und Sohlsicherungsarbeiten befinden sich aktuell in Arbeit. Außerdem stehen noch Wasserbauarbeiten aus. Diese Hauptbauleistungen sollen bis Ende September 2016 abgeschlossen sein. Im Anschluss werden die Landschaftsbaumaßnahmen durchgeführt.“

Dabei hat es selten so heftigen Widerstand gegen eine Baumaßnahme in einem Fluss gegeben wie gerade hier am Tor zum Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide. Mehr als 2000 Unterschriften hatten Aktivisten gesammelt, um den Abbruch des Grünmetzwehres zu verhindern – wie man heute weiß, vergeblich. Ihre Argumente – neben der Bedeutung der Wehranlage als Technisches Denkmal hatten sie vor allem auf die Wasserqualität im nahe gelegenen See der Freundschaft Bezug genommen – waren im Zuge des Planfeststellungsverfahrens als nicht schwerwiegend genug beurteilt worden. Auch die Stadt Königsbrück selbst hatte sich im Zuge des Verfahrens für den Erhalt der Wehranlage ausgesprochen.

Nach Ansicht der Landesdirektion als Genehmigungsbehörde waren die Gründe, die für den Abriss sprachen, gewichtiger. An erster Stelle stand dabei der desolate Zustand der Anlage: „Das Wehr weist erhebliche bauliche und konstruktive Mängel auf, die zu einem Versagen führen können“, stellte die Behörde fest. Bereits 2010 sei die Stauhaltung deshalb außer Betrieb genommen worden. Der ursprüngliche Plan, das Wehr zu sanieren und durch einen Mäander-Fischpass zu ergänzen, war vom damaligen Landratsamt Kamenz nicht mitgetragen worden. Im Zuge der Neuplanung entschied sich die Landestalsperrenverwaltung dann für eine „Sohlgleite“ (eine unter dem Wasserspiegel liegende Befestigung), die möglichst naturnah gestaltet wird und die Passierbarkeit für die Fischarten Bachforelle, Bachschmerle und Groppe gewährleistet. „Dies steht in Einklang mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die die Durchlässigkeit der Flüsse für Fische vorschreibt“, hieß es im Planfeststellungsbeschluss. Gegen den Denkmalscharakter spreche, dass der Baukörper aus Natursteinen bereits großflächig nachbetoniert worden sei.

Ende 2011 wurden dann Pläne bekannt, das Grünmetzwehr zur Erzeugung von elektrischer Energie zu nutzen. Die Landestalsperrenverwaltung hatte in Aussicht gestellt, die Anlage an den Investor zu verkaufen, falls dieser eine Genehmigung des Landratsamtes vorweisen könne. Diese wurde allerdings nicht erteilt, da die Unterlagen laut damaliger Aussage der Behörde „völlig unzureichend“ gewesen seien. Für weitere Verzögerungen sorgte eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss, die 2013 abgewiesen wurde.

Von Uwe Menschner

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