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Kletterjubiläum am Heidestein

Sächsische Schweiz Kletterjubiläum am Heidestein

Der Frühling lockt in die Natur. Es weht zwar ein frischer Wind, aber die Sonne wärmt schon. Der lange Winter ist vorbei. Die Kletterer zieht es hinaus zum Fels. So war es damals vor genau 50 Jahren, als Manfred Vogel und Gerhard Kürbiß einen neuen Kletterweg in der Sächsischen Schweiz begehen.

Der Pirnaer Manfred Vogel, alias Knox, steigt den Kletterweg „Südwestrippe“ am Heidestein.

Quelle: Mike Jäger

Sächsische Schweiz. Der Frühling lockt in die Natur. Es weht zwar ein frischer Wind, aber die Sonne wärmt schon. Der lange Winter ist vorbei. Die Kletterer zieht es hinaus zum Fels. So war es damals vor genau 50 Jahren, als Manfred Vogel und Gerhard Kürbiß einen neuen Kletterweg in der Sächsischen Schweiz begehen.

Manfred Vogel macht in Dresden eine Lehre zum Fernmeldemonteur. Durch einen Mitschüler kommt er zum Kletterklub „Wilde Gesellen“ und lernt dort Gerhard Kürbiß kennen. Mit ihm unternimmt er seine ersten Schritte am Sandstein. Am 5. März 1966 stehen die beiden am Heidestein, einem massigen Felsberg von gut 20 Metern Höhe am Gamrig zwischen Rathen und Waltersdorf. Die Suche nach einem lohnenden Aufstieg fällt nicht schwer. Eine auffällige Rippe in der Südwestseite soll es sein. Kürbiß legt fest: „So, junger Freund, nun steige mal hier hoch.“ Nach dem Erlernen des Kletter-Einmaleins ist das für den 17- jährigen Manfred Vogel ein neuer Schritt in seiner Kletterlaufbahn ─ eine Erstbegehung im Elbsandstein.

Zu jener Zeit bekommt Manfred auch seinen Spitznamen „Knox“. Keiner weiß, wieso oder weshalb. Heute verstehe jeder Elbsandsteinkletterer, wer gemeint ist.

Ein kleines Abenteuer

Am Sonnabend unternahm Knox eine Jubiläumsbesteigung auf „seinen“ Kletterweg. Der Wind hat den Fels getrocknet, die Sonne wärmt. Bergkameraden, die Knox´ Kletterleben damals und auch in neuerer Zeit begleitet haben, auch seine Frau Christiane und Enkelsohn Lorenz (5), sind mit von der Partie. Knox, mittlerweile 67 Jahre alt, immer mit einem Lächeln im Gesicht, wie in seiner Jugend eine drahtige, sportliche Gestalt, steigt geschwind nach oben, Alt und Jung folgen und reichen sich auf dem Heidestein die Hand zum Gipfelruß „Berg-Heil“. Die „Südwestrippe“ ist ein sehr beliebter, leichter Aufstieg im Schwierigkeitsgrad III und mit vielen dicken Knotenschlingen gut abzusichern.

Knox resümiert: „Ein neuer Aufstieg ist immer ein kleines Abenteuer.“ Vielleicht sei das Erlebnis damals der Grundstein dazu gewesen, auch in den kommenden Jahren immer wieder „Neues“ entdecken zu wollen und die Motivation dazu aufzubringen.

Anfang der 70er Jahre, nach seiner Armeezeit, hat sich bei Knox viel Motivation angestaut. Es kommt zur Explosion seines Kletterkönnens. Er holt sich die zweite Begehung auf die „Nordwand“ am Gipfel Schwager, der Kletterweg von Bernd Arnold im Elbsandstein, der als der erste im Schwierigkeitsgrad IXb gilt. Es folgen weitere extreme Wiederholungen und Erstbegehungen. Heute verzeichnet das Fahrtenbuch von Knox über Tausend Neutouren in der Sächsischen Schweiz. Dazu kommen etliche in den Sandsteingebieten Böhmens, weitere im bulgarischen Belogradtschik und in der Türkei.

Für den Sächsischen Bergsteigerbund (SBB) hat Knox viele Jahre Felssicherheitsarbeiten im Sandsteingebirge durchgeführt, schadhafte Ringe gewechselt und Abseilösen gesetzt. In Pirna hat er eine Kinderklettergruppe aufgebaut. Zurzeit engagiert er sich an zugewachsenen Klettergipfeln. Die Kletterlust und die Neugier auf Neues bestimmen Knox´ Leben bis heute. ─ Wünschen wir dem jugendlich gebliebenem noch viele Jubiläen und dabei das Behalten seines charakteristischen Lächelns.

Von Mike Jäger

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