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Kleinert und Magirius mit Vortrag über die wechselvolle Geschichte eines Wandgemäldes

Kleinert und Magirius mit Vortrag über die wechselvolle Geschichte eines Wandgemäldes

Gleich zwei fremde Orte wollen der ehemalige Landeskonservator Heinrich Magirius und der emeritierte Professor für Diakoniewissenschaften Ulfrid Kleinert am Mittwoch, 20 Uhr, in den Luthersaal der Pfarrgemeinde der Friedenskirche holen.

Radebeul.

In ihrem Vortragsabend "Paulus als neuer Sokrates?" steckt eine gehörige Portion Bibelgeschichte, die auf dem Athener Areopag spielt und ein typischer Abriss der Denkmalgeschichte zu DDR-Zeiten, die anhand einer Aula in einem Zittauer Gymnasium erzählt wird. Dort ist aus der Zeit des Historismus ein Wandgemälde zu sehen, das "Die Predigt des Apostels Paulus in Athen" betitelt ist. Geschaffen hat es der Dresdner Maler Anton Dietrich, der heute vor allem wegen seiner monumentalen Wandgemälde in der Meißner Albrechtsburg ein Begriff ist.

Diesen Bezug neben anderen stellt Ulfrid Kleinert her, der zum Zittauer Wandgemälde einen Band im Radebeuler Notschriften-Verlag herausgebracht hat, der nun in zweiter Auflage erschienen ist. Das Büchlein entstand, weil die Zittauer nach langen Jahren wieder einen Blick auf "ihr" Dietrich-Wandgemälde werfen konnten. Wegen des biblischen Themas wurde in der DDR ernsthaft dessen Beseitigung diskutiert, weil es der sozialistischen Jugend nicht zu- gemutet werden könne, wie man fand. Das Eingreifen des Denkmalschutzes verhinderte diesen Schritt. Wie Magirius erinnert, musste man damals auf eine in heutigen Ohren skurril klingende Begründung zurückgreifen: Eines Tages, wenn der Sozialismus gesiegt habe, könnte das Gemälde über das Ende des 19. Jahrhunderts vorherrschende Denken und die überwundene Religion berichten. Das Wandbild blieb daraufhin, wurde aber hinter vier Vorhängen versteckt. Was natürlich eine ganz eigene Anziehungskraft auf die Schüler der Erweiterten Oberschule entwickelte, die gern mal einen Blick auf das Verbotene riskieren wollten. Gelebte DDR-Geschichte, die ebenfalls in dem Buch behandelt wird.

Wie weit das Gemälde sich von der Darstellung der biblischen Apostelgeschichte entfernt hat, davon erzählt Kleinert in seinem Vortrag. Er wird dabei auch Bilder zeigen, die er auf einer Studienreise im Frühjahr in Athen gemacht hat. Die Überhöhung des Apostels Paulus, der als eine Art Geistes- heroe dort, wo auch Sokrates gewirkt hatte, vor die staunenden Athener tritt, konfrontiert Kleinert mit der Überlieferung, derzufolge der Apostel nach seiner Rede vor den skeptischen Athenern kaum ein Dutzend Menschen bekehrt hatte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.11.2014

Uwe Hofmann

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