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Kinderarche will Schulprojekt in Ukraine retten: Suche beginnt in Partnerstadt Radebeuls

Kinderarche will Schulprojekt in Ukraine retten: Suche beginnt in Partnerstadt Radebeuls

Sie haben eine Mission und wollen nicht mit leeren Händen zurückkehren: Vereinsvertreter der Kinderarche Radebeul sind in die Ukraine gereist, um ein bewährtes Sozialprojekt zu retten.

Dazu verweilen die Radebeuler noch bis morgen der ukrainischen Partnerstadt Obuchow. Sie wollen vor Ort überprüfen, ob das dortige Kinderheim für eine Neuauflage der 2012 geplatzten Zusammenarbeit mit dem Waisenhaus im ukrainischen Golowtschinzi infrage kommen könnte.

Über 13 Jahre lang waren Kinderarche und das Waisenhaus partnerschaftlich verbunden. Der Leiter des Kinderheims war zuvor in Deutschland unterwegs, um sich hier ein Bild von Strukturen und Standards in Sozialeinrichtungen zu machen. Dabei lernte er den jetzigen Kinderarche-Vorstand Matthias Lang kennen. Über die Freundschaft entstand das Sozialprojekt mit Golowtschinzi.

Dabei fuhren jedes Jahr im April zehn Achtklässler des Luisenstifts Radebeul in die Ukraine. Die Russischschüler aus Sachsen bastelten, spielten und redeten mit den 200 Kindern und Jugendlichen des Heims. Vertreter vom Gymnasium und aus der Kinderarche begleiteten sie. "Viele unserer Radebeuler Schüler kommen in ihrem Alltag nicht mit sozialen Problemen in Kontakt, wie es sie dort gibt", erklärt Russischlehrerin Dorit Kretzschmar vom Luisenstift, die dreimal mit nach Golowtschinzi gereist war. "Auch konnten sie während ihres einwöchigen Aufenthalts die Arbeit mit Kindern kennenlernen und natürlich ihre Sprachkenntnisse verbessern."

Im Laufe der Jahre haben sich zudem die Bedingungen in dem Heim deutlich verbessert, sagt Lang. Über die Aktion "Jugendhilfebrücke Ukraine" unterstützten Kinderarche, Luisenstift-Schüler und Rotary Club Radebeul das Heim mit Sach- und Geldspenden. Regelmäßig verbrachten Kinder aus Sachsen ihre Ferien in der Ukraine und umgekehrt. "Es war eine Bereicherung für beide Seiten", betont Lang. Es habe auch in den vergangenen Jahren keine Probleme mit Behörden des osteuropäischen Landes gegeben.

Doch 2012 kam das Aus. Das Sozialprojekt mit Golowtschinzi war innerhalb kurzer Zeit Geschichte. Ein neues Gesetz in der Ukraine sorgte im Sommer 2012 für die Schließung des Heimes. Waisenkinder durften demnach nicht mehr in Heimen, sondern mussten in Pflegefamilien untergebracht werden, teilte die Kinderarche Sachsen auf Anfrage der DNN mit. Die Kinder im Alter zwischen sechs und 17 Jahren seien so in der ganzen Ukraine verteilt worden. Nur noch mit einigen von ihnen blieben Kontakte bestehen, etwa über die Internetplattform Facebook.

"Wir bedauern es sehr, dass mit der Auflösung des Heimes auch unsere gewachsene Partnerschaft ein jähes Ende gefunden hat", sagt Lang. "Gern würden wir an die guten Erfahrungen dieser Partnerschaft anknüpfen und sind deshalb jetzt auf der Suche nach einem neuen Partner." Obuchow habe sich angeboten, weil es seit vielen Jahren Partnerstadt von Radebeul ist und die Verbindung über weitere Kontakte noch enger werden könnte. Sollte sich das Heim, in dem Kinder leben, deren Eltern sich nicht um sie kümmern können, nicht eignen, will man weiter nach möglichen Partnern suchen.

Fortgeführt wird in jedem Fall das Projekt Schüleraustausch St. Petersburg, das beim Nachwuchswettbewerb der Stadtwerke Elbtal den Hauptpreis bekam. Auf Antrieb von Dorit Kretzschmar gibt es seit 20 Jahren einen Schüleraustausch des Luisenstifts mit dem 116. Gymnasium St. Petersburg.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.07.2013

Stephan Klingbeil

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