Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
Kinderarche-Oskar aus der Hand von Bundesinnenminister Thomas de Maizière: Immer für die Kleinen

Kinderarche-Oskar aus der Hand von Bundesinnenminister Thomas de Maizière: Immer für die Kleinen

"Ich habe in keinem anderen Verein erlebt, dass Kinder so aufgenommen werden wie hier", sagt Mandy Lange über den Judoverein Coswig. Zuvor war sie wegen der Suche nach einem geeigneten Sportverein für Sohnemann Friedel schon dem Verzweifeln nahe gekommen.

Voriger Artikel
Orangerie in Pirna bekommt endlich ein Notdach
Nächster Artikel
Kulturbürger am Abgrund - Jörg Bernig las in Radebeul aus seinem neuen Roman "Anders"

Gruppenbild mit den Preisträgern: Moderatorin Ines Meinhardt, Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Petitions-Erfinder Thomas Schumann, Pflegemutter Daniela Große, Tänzerin Emma Harrington, Judolehrer Willi Höher und Kinderarche-Chef Matthias Lang (v.l.).

Quelle: Uwe Hofmann

Bis sie auf die Coswiger Judokas stieß. Den Verein gründete vor 40 Jahren der Coswiger Willi Höher mit einem Mitstreiter. Seit mehr als 50 Jahren setzt er sich für Judo als Breitensport ein und hat in dieser Zeit hunderte Kinder und Jugendliche begleitet und gefördert. Gemeinsam mit drei weiteren Ausgezeichneten erhielt er dafür gestern den Kinderarche-Oskar aus der Hand von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Mit dem Preis zeichnet der in Radebeul sitzende und 420 Mitarbeiter zählende Verein Kinderarche zum dritten Mal Menschen aus, die sich für Kinder engagieren. Drei Preisträger hat eine Jury unter vier Kandidaten gekürt. Ein vierter wurde über eine Abstimmung im Internet bestimmt. "Wir freuen uns über den großen Widerhall, den der Kinderarche-Oskar in Sachsen erzeugt", sagte Kinderarche-Chef Matthias Lang bei der Preisvergabe im Staatsweingut Schloss Wackerbarth. "Denn wir wollen mit der Aktion ja gerade ein Licht anzünden und nicht über die Dunkelheit klagen." Wie im Vorjahr steht die Kampagne unter Schirmherrschaft von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).

Neben dem 67-jährigen Höher bekam auch die 53-jährige Pflegemutter Daniela Große aus Heidenau die Auszeichnung, die sich mit Liebe, Geduld und Fürsorge um drei behinderte Kinder kümmert und dafür auch berufliche Einschränkungen in Kauf nimmt. Ebenso die 28-jährige Tänzerin Emma Harrington aus Zwickau, die Kindern und Jugendlichen jeden Sonnabend ein kostenloses Tanztraining anbietet und ihnen damit die Tür zu einer anderen Welt öffnet. Bei der Online-Abstimmung erhielt der Wurzener Thomas Schumann mit 3953 die meisten Stimmen. Der 41-Jährige hat die Petition "Weil Kinder Zeit brauchen" - für die Verbesserung des Personalschlüssels in sächsischen Kitas - ins Leben gerufen und mit hohem persönlichen Einsatz vorangetrieben. Mit mehr als 72 000 Unterschriften ist die größte seit zehn Jahren eingereichte Petition in Sachsen. Ausgewählt wurden also Menschen, deren Engagement keineswegs alltäglich ist, die aber nicht im Vordergrund stehen. So wie eben Willi Höher, der inzwischen in Coswig sogar schon eine Knirpsengruppe initiiert hat, bei der Vorschulkinder ab fünf Jahren ihre ersten Schritte auf der Judo-Matte tun. Zwar hat er inzwischen den Vereinsvorsitz an einen Jüngeren abgegeben, an Aufhören denkt er dennoch nicht. Als Ehrenpräsident ist er immer noch die gute Seele im Verein, begleitet zweimal die Woche das Training, fährt mit zu Wettkämpfen, tröstet, berät, spornt an. "Man bleibt selbst jung dabei", so seine Erfahrung, "die jungen Menschen halten mich fit."

Davon kann auch die Heidenauer Gymnasiallehrerin Daniela Große ein Lied singen. Nachdem die eigenen drei Kinder aus dem Haus waren, entschied sie sich, Pflegemutter zu werden. Als sie 2008 das Angebot bekam, einen Jungen in die Obhut zu bekommen, den andere Pflegefamilien schon abgelehnt hatten, zögerte sie keinen Augenblick. Inzwischen leben drei Jungen bei ihr, die im Alltag durch ihre Behinderungen beeinträchtigt sind. Um ihnen gerecht zu werden, will Große sich vom Gymnasium an die Grundschule versetzen lassen, weil sie dann mehr Zeit für ihre Pflegekinder hat. Denn ohne Zuwendung und Geduld lässt sich der Alltag als Pflegemutter kaum bewältigen. "Wenn man weiß, was diese Kinder erlebt haben, dann kann man ihnen jederzeit alles verzeihen", sagt Große.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.11.2014

Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

20.08.2017 - 11:03 Uhr

Beim Gastspiel in Braunschweig hatten Anhänger von Erzgebirge Aue ein Banner mit der Aufschrift "Sportgerichtsbarkeit = Vereinsholocaust" gezeigt.

mehr